10.000 Lichter für Syrien

Frieden in Syrien

Ganze 100 Menschen waren in Trier dabei um für den Frieden in Syrien zu demonstrieren. Eine Lichterkette durch die Stadt war geplant und das wurde auch erreicht (Wir berichteten).

Trier. Trotz Unwetterwarnungen, heftigem Sturm und Starkregen haben am Samstag überall in Deutschland rund 10.000 Menschen gegen den Bundeswehreinsatz in Syrien und für eine friedliche Lösung des Konfliktes demonstriert.

In mehr als 60 Orten fanden verschiedenste Aktionen statt: In Freiburg nahmen beispielsweise an die 200 Menschen an einem Sternenmarsch mit Kerzen teil. Auch in kleinen Orten waren viele Menschen auf der Straße: So wurden aus Viechtach im bayrischen Wald etwa 200 Menschen gemeldet, in Meldorf waren gut 120 Menschen bei einem Lichterzug durch die Innenstadt dabei.

In einigen Orten gingen sogar weitaus mehr Menschen als erwartet auf die Straße, wie beispielsweise in Prüm: Dort hatten der Eine-Welt-Laden 20 bis 30 Menschen für eine Lichtermahnwache vor der Basilika angemeldet, es kamen dann aber mehr als fünfmal so viele.

Auch Trier lies sich ein Mitmachen am deutschlandweiten Aktionstag nicht nehmen. Gut 100 Menschen fanden sich um 18 Uhr bei der Porta Nigra zusammen, um gemeinsam in einem Lichterumzug zur Kaiser-Wilhelm-Brücke zu wandern. Dort bildeten sie eine Lichterkette über die Mosel und hängten die Worte „STOP THE WAR“ in Leuchbuchstaben an der Brücke herunter.

Unter den Teilnehmern befanden sich auch viele syrische Flüchtlinge.

Der Aktionstag stand unter einem Zitat von Martin Luther King: »Dunkelheit kann Dunkelheit nichtvertreiben – Nur Licht kann das. Hass kann Hass nicht vertreiben – Nur Liebe kann das.« Diesem Motto entsprechend forderten die Teilnehmer einen Ausweg aus der Gewaltspirale.

Sie sehen sich in Übereinstimmung mit der Hilfsorganisation MISEREOR, die vor kurzem in einem Positionspapier den Bundeswehreinsatz als »zweifelhaft« und »völkerrechtlich umstritten« und den »Krieg gegen den Terror« als »militärisch nicht zu gewinnen« bezeichnete. Für die Syrer ändere sich nichts, auch der Einsatz der deutschen Truppen werde die Tatsache, das Tag für Tag ein Bombenregen auf die Bevölkerung niederprassele, sogar noch verschlimmern, heißt es von Seiten der Aktionsgruppe, die die Aktion initiierte. Daher fordern die Aktivisten einen grundlegenden Politikwechsel. Ihrer Ansicht nach gäbe es eine Vielzahl von Möglichkeiten, entschlossen gegen den Terror von Assad und IS sowie die Gewalt von allen Seiten in Syrien zu handeln. Dazugehörten ein Eintrocknen der Geldquellen des IS (z. B. aus Ölgeschäften), ein Verbot sämtlicher Waffenexporte in die Region, Verstärkung der humanitären Hilfe und eine politisch-diplomatische Lösung mit allen Konfliktparteien. Krieg und Gewalt müsse die Grundlage entzogen werden, fordern sie, und das gehe erst dann, wenn die Region nicht länger nur aus geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen betrachtet werde, sondern die Menschen in den Mittelpunkt allen Handelns gestellt würden.

Initiiert und koordiniert wurde die Aktion von der Aktionsgruppe Lichter für Syrien, einer Gruppe Jugendlicher und junger Menschen aus Deutschland. Unterstützt wurden sie dabei von zahlreichen Organisationen, u.a. von Friedensinitiativen wie Ortsgruppen der Deutschen Friedensgesellschaft DFG-VK, von attac-Gruppen, von Weltläden und von Flüchtlingsinitiativen. Auch die Kooperation für den Frieden, ein Zusammenschluss von über 50 großen Nichtregierungsorganisationen, rief zu dem Aktionstag auf.

»Wir haben heute ein Signal der Hoffnung gesetzt«, so Marthe Timm, 16 Jahre, von der Aktionsgruppe. »Diese Stimmen für die Hoffnung auf Frieden können nicht länger ignoriert werden. Es sind schon genug Menschen in Syrien gestorben. Es ist Zeit, zu handeln!«

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