100 Jahre SV Langsur: Hoher Besuch und Fernsehkameras zum Jubiläum

Im Jahr 1913 wurde der heutige SV Langsur als Sportverein DJK Langsur ins Leben gerufen. Zu den Jubiläums-Feierlichkeiten kommt am Sonntag, 9. Juni, die Lotto-Elf mit Fußball-Prominenz wie Stefan Kuntz, Olaf Marschall oder „Euro-Eddie“ Edgar Schmitt in den beschaulichen Ort an der Sauer. Zudem wird das SWR-Fernsehen eine Flutlicht-Sendung auf der Sportanlage drehen und am Abend ausstrahlen. 5vier.de stellt die wichtigsten Eckdaten zur Chronik des SV Langsur vor und sprach mit den langjährigen Vereinsmitgliedern Frank Henter und Bernd „Benno“ Kaspari.

Das aktuelle Vereinswappen zieren immer noch die Farben, die schon 1913 eingeführt wurden: In schwarz und weiß startete der Sportverein DJK Langsur vor 100 Jahren mit einem Sportplatz auf luxemburgischen Boden in seine Historie, 1939 folgte die Umbenennung in SV Langsur.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nähten Spielerfrauen neue Trikots und ein Lederball aus englischer Kriegsgefangenschaft musste als Utensil herhalten. Zu Auswärtspartien reiste man in Pferdekutschen und Spielkleidung wurde schon mal mit Kaffee bezahlt. Andere Zeiten, andere Sitten.

Von heißen Spielen und großen Kulissen

Mit der Zeit wuchs der Verein, stieg 1984 in die A-Klasse auf und schaffte im Jahr darauf unter Coach Helmut Kilian sogar den Durchmarsch in die Bezirksliga. Ein Entscheidungsspiel  gegen den SV Tawern auf dem VfL-Platz in Heiligkreuz wurde mit 2:0 gewonnen. Die Führung erzielte Werner Heintz, für die Entscheidung sorgte Bernd „Benno“ Kaspari in der 80. Minute per Elfmeter. „Es war sehr heiß und ein unglaublich hart umkämpftes Spiel“, erinnert sich Kaspari, der 1963 in der Jugend des SV Langsur anfing und bis zu seinem 40. Lebensjahr ununterbrochen die Fußballstiefel für seinen Verein schnürte.

Dabei musste er ein Jahr nach dem Triumph gegen Tawern allerdings den direkten Wiederabstieg mitmachen, der nach dem Zusammenschluss zur SG Langsur/Mesenich/Metzdorf (1990) erst 1992 wieder korrigiert werden konnte. Erneut musste ein Entscheidungsspiel bestritten werden. Diesmal hieß der Gegner SV Mandern, der in einem der spektakulärsten Spiele der Vereinsgeschichte vor 1.800 (!) Zuschauern in Mertesdorf mit 3:1 besiegt wurde. „Das war eine Riesen-Kulisse und ein tolles Spiel, leider auf einem Hartplatz“, erzählt Benno Kaspari.

„Der war wirklich ein Ausnahmetalent“

Zwei Tore steuerte damals Goalgetter Kurt Scheuer bei, der als wohl bekanntester Spieler gilt, der jemals in Langsur aktiv war. „Er hatte Einladungen zum Probetraining in Trier, Kaiserslautern oder Grevenmacher, hat aber immer abgelehnt. Für ihn stand sein Heimatverein stets an erster Stelle. Nur als er beruflich nach Köln versetzt wurde, spielte er eine Saison ohne Training für Union Mertert/Wasserbillig in der zweiten luxemburgischen Liga“, erklärt der erste Vorsitzende Frank Henter und Kaspari, nach seiner aktiven Zeit bis vor wenigen Jahren zweiter Vorsitzender, ergänzt: „Der Kurt war wirklich ein Ausnahmetalent.“

Aber auch abgesehen von ihrem „Star“ war die erfolgreichste Truppe der Verinsgeschichte eine verschworene Gemeinschaft. „Wir hatten einen Super-Zusammenhalt, haben stets alles für den SVL gegeben und nie für Geld gespielt. Darüber hinaus hatten wir in Helmut Kilian und später Heribert Klinke zwei Trainer, die jeweils sehr lange im Amt waren und uns super gefördert haben. Zwei echte Fachmänner“, erklärt Urgestein Kaspari.

Sieben Jahre ununterbrochen Bezirksliga-Fußball

Für die SG Langsur/Mesenich/Metzdorf folgten nach dem erneuten Aufstieg sieben Jahre in der Überkreislichkeit. „Wir haben dann bis 1999 ununterbrochen in der Bezirksliga gespielt. Für ein Team aus so einer kleinen Gemeinde ist das schon eine Leistung“, erzählt Frank Henter stolz.

Der Beginn des neuen Jahrtausends stand dann jedoch unter keinem guten Stern. 2003 fand man sich bereits in der C-Klasse wieder. Nach der Auflösung des SV Mesenich hieß man ab 2004 wieder SV Langsur und schaffte 2009 zumindest noch einmal den Sprung in die A-Klasse. Seit 2011 spielt der Verein aus dem Grenzland nun in der Kreisliga B Trier / Saar, aktuell unter Trainer Torsten Dellwing. Dort landete der SVL in der abgelaufenen Saison im sicheren Mittelfeld auf Platz sieben, die Zweitvertretung wurde Dritter in der D-Klasse Trier/Eifel.

Für Frank Henter, der neben dem Posten des ersten Vorsitzenden auch Spielertrainer der zweiten Mannschaft ist und bei der Ersten ab und an auf dem Platz aushilft, stehen in Zukunft jedoch wieder höhere Ziele auf der Agenda: „Wir sind momentan kurz vor einer Fusion mit der FSG Zewen/Igel. In der Jugend haben wir bereits eine Spielgemeinschaft. Sollte das auch bei den Senioren klappen, ist kurzfristig der Aufstieg in die Kreisliga A unser Ziel. Mittelfristig schielen wir auch wieder in Richtung Bezirksliga“, formuliert er ehrgeizige Pläne.

Henter war von klein auf beim SV Langsur als Spieler aktiv und erlebte auch die goldenen Bezirksliga-Zeiten noch kurz mit. Seine Vorstandstätigkeit übt er seit September 2011 aus. Und erste Erfolge sind bereits vollbracht: „Als ich mein Amt antrat, hatten wir 86 Mitglieder. Nun sind es bereits 211, auch durch einen gestiegenen Zulauf bei den Jugendmannschaften.“

SWR dreht mit Studiogast Stefan Kuntz

Die nahe Zukunft bringt nun am 9. Juni erst einmal das Spiel der Lotto-Elf (ab 14.30 Uhr) gegen eine Ü40-Traditionsmannschaft des SV Langsur (u.a. mit Kurt Scheuer und Benno Kaspari) und die damit verbundene Flutlicht-Sendung. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren:

Der SWR wird bereits am Vortag des Events ein Kamera-Team nach Langsur schicken, um auf der Sportanlage ein Studio aufzubauen. Dort wird dann am Sonntag mit Talk-Gast Stefan Kuntz über das Einlagespiel und das Jubiläum des SV Langsur berichtet. „Unser Verein und vor allem die ehemaligen FCK-Spieler aus der Lotto-Elf sollen im Vordergrund stehen. Neben Kuntz laufen zum Beispiel Olaf Marschall, Edgar Schmitt, Wolfgang Overath oder Sven Demandt auf.“

Der Kontakt zum SWR entstand dabei mit der Teilnahme an der Flutlicht-Aktion Tor des Monats, bei der bedeutende Tore der Fußballgeschichte möglichst detailgetreu nachempfunden werden sollen. „Wir haben ein Tor von Uli Hoeneß aus dem Jahr 1976 nachgestellt und gewonnen. Im vergangenen Dezember waren wir daher dann auch im Studio.“

Neben der Veranstaltung am 9. Juni ist für das Wochenende vom 26. bis 28. Juli eine 100-Jahr-Feier vorgesehen. Dann stehen ein Live-Konzert der Band „Freaky Voices“, ein internationales F-Jugend-Turnier oder ein Einlagespiel zwischen der Weisweiler-Elf (Traditionsmannschaft von Borussia Mönchengladbach, z.B. oft mit Karlheinz Pflipsen, Peter Wynhoff oder Stephan Paßlack) und der Langsurer Traditionself auf dem Programm.

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