Gruppen setzen sich gegen den Einsatz von Kindersoldaten ein

Aktion Rote Hand in Trier

Um auf den Missbrauch von unter-18-Jährigen als Soldaten aufmerksam zu machen, fin­det jährlich am 12. Februar der Red Hand Day statt – mit öffentlichen Protesten, Demons­trationen und anderen Aktivitä­ten. So auch in diesem Jahr: Koordiniert von der Informations- und Servicestelle „Werkstatt Globales Lernen“ des Lokale Agenda 21 Trier e.V. haben sich vor allem Kinder und Jugendliche aus zehn Grup­pen diesem Protest angeschlossen und rote Handabdrücke gesammelt.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe empfängt am Freitag, 9. Februar 2018, 10:30 Uhr, im Foyer des Rat­hauses am Augustinerhof einige der in diesem Jahr beteiligten Gruppen aus Trier (s.u.) Mit der Übergabe von mehr als 2830 roten Handabdrücken verbinden die Trierer*innen die Bitte, sich für die Forde­rungen der Aktion Rote Hand einzusetzen und politische Initiativen dazu in die Wege zu leiten.

Auch die Stadtverwaltungsmitarbeiter*innen und Besucher*innen des Bürgeramts werden informiert und zur Beteiligung aufgefordert. Die Roten Hände aus Trier werde er an die neue Bundesregierung weiter­leiten, so verspricht Oberbürgermeister Leibe den jungen Akteuren. Sabine Mock, Bildungsrefe­rentin der Lokalen Agenda Trier: “Es ist wichtig und ermutigend, dass die Jugendlichen im Dialog mit Politikerinnen und Politikern ihren Standpunkt zum Einsatz von Kindern als Soldaten deutlich zur Sprache bringen. Und sich auch nicht abschrecken lassen durch die Tatsache, dass ihr Einsatz keine unmittelba­re Lösung des globalen Problems verspricht.“ Dass dieses Engagement in vielen Ländern weltweit eingebracht wird, belegt sie mit Fotos von Protestaktionen aus der ganzen Welt.

Seit 2002 ist die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen nach geltendem Völkerrecht ein Kriegsver­brechen. Doch noch immer werden geschätzt 250 000 Kinder weltweit gezwungen, in bewaffneten Kon­flikten zu kämpfen – in Syrien, Afghanistan, Kolumbien, dem Kongo und vielen anderen Ländern. Oft stammen diese Waffen aus deutscher Produktion, wurden mit Genehmigung unserer Regierung in die­se Kriegs- und Krisengebiete geliefert und gelangten dann in die Hände der Kinder und Jugendlichen. Im Jahr 2015 wurden sogenannte »Kleinwaffen« im Wert von fast 32,4 Millionen Euro aus Deutschland ex­portiert – mehr als sechs Mal so viel wie im Jahr 1996. Damit ist Deutsch­land weiter der zweitgrößte Ex­porteur von Kleinwaffen, den »Massenvernichtungswaffen des 21. Jahrhunderts« (Ban Ki Moon, ehemal­iger UN-Generalsekre­tär). Fast die Hälfte der deutschen Kleinwaffenexporte ging in sogenannte Drittländ­er au­ßerhalb von EU und NATO. Viele die­ser Länder liegen in Krisengebieten oder sind für mas­sive Menschenrechtsverletzungen bekannt, beispielsweise der Irak, Katar, die Verei­nigten Arabischen Emira­te und Indien. Die Überflutung von Krisengebieten mit deutschen Waffen muss dringend gestoppt wer­den, zum Schutze von Kindern und Jugendlichen.

Hunderttausende protestieren seit 2002 mit fantasievollen Aktionen der »Aktion Rote Hand« gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten. Öffentliche Proteste und das Sammeln roter Handab­drücke len­ken weltweit die Aufmerksamkeit auf die katastrophale Situation von Kindersoldaten. In den vergange­nen Jahren haben diesbezügliche Aktionen zum Beispiel vor den Vereinten Nationen in New York und Genf, im Bundestag, beim Deutschen Bundespräsidenten und beim Bundesaußenminister auf diese Ver­brechen aufmerksam gemacht.

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