17.000 Euro von Trier für Flüchtlinge

Trier setzt laufend ein Zeichen für Integration

Integration ist ein wichtiges Thema und präsenter denn je. Umso wichtiger, das für diesen guten Zweck Geld gesammelt wird. Trier ist hier ein gutes Vorbild und konnte bei einem Spendenlauf mehr als 17.000 Euro sammeln.

Trier. Gut fünf Wochen nach dem großen Spendenlauf konnte der Initiativkreis TRIER LÄUFT eine beachtliche Spendensumme übergeben. 17.413 Euro erhalten zur Hälfte die Kinder- und Jugendpflege im Palais und der Caritasverband Trier für sprachliche Bildung und Integration von Flüchtlingen.

Über 600 Läufer liefen am letzten Oktobersonntag in sieben Stunden 5.726 Runden um den Dom, angefeuert vom Applaus der zahlreichen Zuschauer an der 700 Meter langen Strecke durch die Innenstadt. Neben vielen Einzel-personen beteiligten sich über 20 Sportvereine und Lauftreffs, einige Schulen und Kitas, Initiativen und Firmen aus der Großregion. Eltern waren mit ihren Kindern am Start, einige Walker und viele spontan Begeisterte, die einfach mit normaler Kleidung eine Runde mitliefen. Neben den gespendeten Startgeldern stockten Unternehmen, eine Stiftung, Initiativen und Vereine wie das Kleine Volkstheater die Spendensumme weiter auf. 

Spendenlauf
Die TRIER LÄUFT Initiatoren Hiltrud Zock, Silvia Günther (links), Christoph Güntzer und Katrin Hülsmann (rechts) übergeben 17.413 Euro an Reinhold Spitzely und Bernd Kettern (Mitte)

Der Initiativkreis rund um Katrin Hülsmann, Hiltrud Zock, Silvia Günther, Egbert Ries und Christoph Güntzer mit dem Silvesterlauf Trier e.V. hatte innerhalb weniger Wochen mit der finanziellen Unterstützung von neun Trierer Sportvereinen sowie mit dem Besucherdienst des Bistums Trier, der City Initiative Trier, dem Verein Kultur am Dom und dem Musikernetzwerk Pick-a-back starke Partner an Bord, die gemeinsam für eine gute Organisation, Raum für internationale Begegnung und Festivalstimmung auf dem Domfreihof sorgten. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, die sprachliche Bildung und die Integration von Flüchtlingen, insbesondere die Betreuung von unbegleite-ten Kindern und Jugendlichen auf der Flucht zu unterstützen.

Bernd Kettern, Direktor des Trierer Caritasverbands, dankte den Initiatoren und unterstreicht die Notwendigkeit dieses Engagements: „Grundlage für ei-ne erfolgreiche Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen ist das Be-herrschen der deutschen Sprache. Obwohl das Asylbewerberleistungsgesetz Deutschkurse erst nach der Anerkennung vorsieht, bieten einige Träger in Trier mittlerweile Deutschkurse für Flüchtlinge an. Der Bedarf ist aber deutlich höher. Deshalb sieht das Konzept zur Integration von Asylsuchenden und Flüchtlingen in der Stadt Trier, das der Caritasverband Trier gemeinsam mit zahlreichen Partnern erstellt hat, auch Deutschkurse vor. Die erlaufenen Spendengelder, die der Caritasverband erhält, dienen zur Finanzierung dieser Kurse.“

Die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. betreut seit Februar 2015 im Auftrag des Jugendamtes der Stadt Trier und in Kooperation mit dem Ju-gendhilfezentrum Don Bosco Helenenberg unbegleitete, minderjährige Asyl-suchende. Die 15 bis 17 jährigen Jugendlichen stammen hauptsächlich aus Syrien oder Afghanistan und halten sich ohne Eltern in Deutschland auf. Pa-lais-Geschäftsführer Reinhold Spitzley: „Derzeit werden im Palais e.V. ca. 50 Jugendliche im Rahmen des sogenannten Clearingverfahrens begleitet. Während dieser Zeit wird unter anderem der Jugendhilfebedarf ermittelt und die ersten Schritte zu einem möglichen Asylantrag gegangen. Die Betreuung der jungen Flüchtlinge durch den Palais e.V. erfolgt an verschiedenen Standorten, die als Unterbringungsmöglichkeit dienen. Um sie an einen strukturierten Alltag heranzuführen, besuchen sie vormittags einen Sprach-kurs. In dieser Zeit lernen sie die deutsche Sprache kennen und bekommen allgemeines Alltagswissen nahegebracht, um sich schnell in ihrer neuen Umgebung zurecht zu finden. Darüber hinaus wird ihnen durch die Mitarbeiter ein Verständnis für mitteleuropäische Werte und Normen vermittelt. Neben der Heranführung an einen strukturierten Alltag stehen freizeitpädagogische Maßnahmen ebenso im Fokus, um den Jugendlichen einen geschützten Rahmen zu bieten, in dem sie Entlastung von ihren traumatischen Erfah-rungen im Heimatland oder auf der Flucht finden können. Zu dieser Erstver-sorgung zählen zudem die Begleitung zu Behörden und eine medizinische Grundversorgung. Das vorrangige Ziel ist es, den jungen Flüchtlingen ohne familiären Rückhalt ein erstes sicheres Ankommen und ein herzliches Willkommen zu bieten.“

„Trier läuft weiter,“ freuen sich die Initiatoren. Neben der erfreulich hohen Spendensumme von 17.413 Euro haben sich drei engagierte Bürger gemeldet, die ihre Zeit für Deutschunterricht und Nachhilfe zur Verfügung stellen. Ein Objekteinrichter baut Möbel in die Kleiderkammern beider Einrichtungen ein. Lebensmittelhändler Gerhard Surges wird die jugendlichen Flüchtlinge in Trier-Ost zu einem gemeinsamen Stadtteil-Frühstück einladen und Marcel Pfeil richtet in seinem Restaurant einen Benefizabend aus, der ganz im Zei-chen der Begegnung stehen wird.

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