20 Jahre “Trierer Goldschatz” – Es ist alles Gold, was glänzt

Auftakt zur Sonderausstellung

Monika Pradelok (Text und Foto)

Am 9. September 1993 fand ein Hobbyarchäologe auf dem Gelände des Mutterhauses der Borromäerinnen ein zerfetztes Bronzegefäß voller Gold. Dieser Fund sollte sich als der größte Münzfund Deutschlands erweisen. Anlässlich des 20. Jubiläums des “Trierer Goldschatzes” wird im Rheinischen Landesmuseum Trier bis Ende April 2014 eine Sonderausstellung abgehalten. Die offizielle Eröffnung sowie die Vorstellung einer wissenschaftlichen Publikation fanden letzten Freitag in den Mauern des Museums statt und waren der Auftakt zu einem vielfältigen Programm der Sonderausstellung.

Rheinisches Landesmuseum

20 Jahre ist es nun her, seitdem ein Bagger in der Trierer Feldstraße einen mit Goldmünzen gefüllten Bronzekessel in dem aus dem 2. bis 4. Jahrhundert stammenden Kellersystem freilegte.

Doch nicht Archäologen des Museums fanden die Münzen, sondern Erich Eixner. Er kehrte mit einem Metalldetektor an die Ausgrabungsstelle zurück und machte den wohl bedeutendsten Fund in der Geschichte Triers (5vier berichtete). Somit ist das Münzkabinett des Rheinischen Landesmuseums zu einer der „größten Sammlungen antiker Goldmünzen“ geworden. Jeder, der nach Trier kommt, müsse den Schatz gesehen haben, merkt Dr. Marcus Reuter, Direktor des Rheinischen Landesmuseums Trier, bei der Eröffnung strahlend an.

“Goldene Zeiten”

Der “Trierer Goldschatz” ist der größte noch erhaltene Schatz der Römerzeit. Vor dessen Fund galt der vor 300 Jahren in Perscheid entdeckte Schatz als der größte Deutschlands. Mit seinen mehr als 2650 Goldmünzen wiegt der „Trierer“ 18,5 Kilogramm. Die Münzen sind verziert mit Porträts von 29 Kaisern, Kaiserinnen oder Angehörigen des Kaiserhauses.

Die ältesten Exemplare wurden 63/64 n. Chr. unter Nero geprägt, während die jüngsten aus der Zeit des Septimius Severus – 193 bis 196 n. Chr. – stammen. Während eines Bürgerkrieges wurden die Goldmünzen schließlich im Jahr 196 n. Chr. in einem Keller vergraben und gerieten danach in Vergessenheit – wahrscheinlich nahm der einstige Verwalter des Golddepots sein Wissen um das Versteck mit ins Grab.

Beginnend mit dem „Jubiläumswochenende“, 6. bis 8. September, wird es bis zum 27. April 2014 zahlreiche Termine und Veranstaltungen geben, darunter ein Festvortrag, ein wissenschaftliches Fachtreffen zum Thema „Römische Goldschätze“, etliche Sonntagsführungen und vieles mehr. Am 21. September – der langen Museumsnacht von 18 bis 24 Uhr – widmet sich das Landesmuseum unter dem Motto „Goldene Nacht“ dem Thema „Gold“ und lädt zu einem abwechslungsreichen Programm ein.

„Der römische Goldmünzenschatz aus der Feldstraße in Trier“

Laut Reuter verzögerte sich die wissenschaftliche Veröffentlichung zum Trierer Goldschatz immer wieder. Dies änderte sich jedoch zum 20. Jubiläum des Fundtages – und zwar mit der umfangreichen wissenschaftlichen Publikation von Dr. Karl-Josef Gilles. Der 18,5 Kilogramm schwere Schatz gab bei seiner wissenschaftlichen Bearbeitung zahlreiche Geheimnisse preis: er stellte wohl kein Privatvermögen, sondern eine staatliche Kasse dar, die sorgsam über einen längeren Zeitraum hinweg verwaltet und vergrößert wurde.

Das Buch gibt es bis zum 31.12.2013 zum Einführungspreis von 78,- Euro. Danach kostet es 98,- Euro.

Weitere Informationen zum Goldschatz sowie den Veranstaltungen gibt es auf der Internetseite des Rheinischen Landesmuseums Trier.

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