5 Sterne und 1 schwarzes Loch

Das Benefizkonzert in der Arena entführte in einen musikalischen Sternenhimmel

Begriffe wie „musikalisches Arkadien“ oder „Musik-Serail“ hätten sehr gut zu dem Klangerlebnis am Samstag dem 10. Oktober 2015 in der Arena gepasst. Jeder Besucher wusste eigentlich, warum er das von Marcus Hübner initiierte Konzert mit dem Kauf seiner Eintrittskarte besuchte. Deshalb waren der Worte zu viel und die Dauer überzogen.

Die Film-Mitschnitte von 5vier.de präsentieren Meike Garden, Jean Muller, Karl Sibelius, Helmut Leiendecker, Meike Anlauf und Thomas D

Trier / Arena. Am Ende war es für viele Besucher des Benefizkonzerts „Sternstunden Trier“ zu spät. Ein Konzert der Extraklasse wurde mit Worten unnötig langgezogen. Ein Konzert dessen Verführungspotential noch mehr hätte auslösen können als ein „es war wunderschön, aber jetzt bin ich müde“.

Es ging um die Unterstützung der Marcus Hübner Stiftung und deren Engagement für das Trierer Jugendhilfezentrum Don Bosco Helenenberg. Mit diesem Ziel wurde das Konzert anlässlich des 25 jährigen Firmenjubiläums von Marcus Hübner veranstaltet. „Auch, um ein Verständnis dafür bekommen, dass ich als Christ etwas für die Bedürfnisse der Flüchtlinge in unserem Land tun kann“, konkretisiert Markus Hübner.
Auf seine Initiative konnten auch siebzig Jugendliche aus dem Jugendhilfezentrum das Konzert in der Arena Trier mitverfolgen.

Dass der Zeitrahmen in der Arena eingehalten werden konnte, gab es Backstage ausreichend Stoppuhren, die auch den Beginn des Konzerts und dann das Ende der Pause fast auf die Sekunde einhalten mussten. Denn nur so konnte der Auftritt der zahlreichen Künstler in das mögliche Zeit-Schema eingepasst werden.

5vier.de verneigt sich vor dem musikalischen Leiter des Konzerts, Thomas Schwab, der ein Konzerterlebnis mit den sich für diesen Abend angemeldeten Künstlern in einer sensiblen Perfektion zusammengestellt hat.
Einen Hut ziehen wir auch dem gelungenen Bühnenaufbau, der sie einzelnen Musiker oder Sänger aus der Mitte der Komposition auf die Bühne brachte. Eine Komposition die sich gliederte in Bühnenbildschirm – Ebene mit dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier und Ebene der Thomas-Schwab-Band bzw. den Auftritten der einzelnen Künstler.

Damit wäre die Basis vorbereitet bzw. geschaffen für einem Rausch an Emotionen, Bewegungen, Klängen, Emotionen, einem Erheben über die Halle der Veranstaltung hinaus, einem Erleben von Stimme, Klang, Orchester und Klavier und Pop und Klassik und Jazz, von Reminiszenzen und von eigenen Kompositionen und vielem vielem mehr, das Worte gar nicht fassen können, sondern nur das Dabeisein im Raum der „Sternstunden Trier“. Denn musikalisch konnte man bis zu den Sternen reisen!

Wenn da nicht diese gesprochenen Unterbrechungen, diese auf „heute-Abend-kann-man-auch-Lachen“ Momente eines Waldemar Grab gewesen wären. (Seine Klaviereinlagen in allen Ehren).
Die Schirmherrin Malu Dreyer wusste als Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz dass ein kurzes Statement das Ziel erreicht. Die Überraschungs-Einlage von Rudi Müller, dem Präsident der Handwerkskammer galt zwar dem Initiator Marcus Hübner und dessen Unternehmen. Hätte es aber nicht hier und während des Konzerts gebraucht. Genauso der sehr aktive und in Sachen Flüchtlings-Unterstützung seit mehreren Jahren aktive Markus Hübner hätte kein Podest für einen Vortrag gebraucht. Noch einmal: Jeder, der ein Ticket für das Konzert gekauft hat, war sich bewusst, um was es ging. Und die Medien in Trier hatten genügend darüber gesprochen. Auch die ausliegende Broschüre sprach in aller Deutlichkeit DAVON.
Das „davon“ sei hervorgehoben, denn die Broschüre ließ den Zuhörer im Unklaren in Sachen Programmablauf.
Auch die Arne Friedrich Stiftung, die sich mit Grüßen aus Berlin über die Bühnenleinwand meldete lenkte in der zweiten Hälfte des Abends vom eigentlichen, dem Konzert, dem „für Flüchtlingskindern in Trier“ ab.

5vier.de hätte statt der vielen Worte eine Geste am Ende für wirksamer (für die Spendenaufrufe während des Konzerts) und für symbolisch auch nachwirkender empfunden: Dass alle anwesenden Jugendlichen aus der Don Bosko Stiftung Helenenberg auf die Bühne geladen wären und – nein, kein gemeinsames Lied – einzelne der Jugendlichen in der einfachen und umso klarer und bewegender den Raum erfüllenden Einfachheit gesagt hätten: „Ich komme aus Afghanistan“ – „Ich komme aus Syrien“ – „Ich komme aus dem Iran“. Ende.

Der Rest wäre Schweigen und eine Aufforderung an jeden der Anwesenden gewesen, sich ein Bild davon zu machen, was „Ich komme aus…“ bedeutet.

Das Konzert jedoch – und viele der etwa 1.800 Besucher konnten bei ihrem leidenschaftlichen Applaus nicht mehr sitzen bleiben – war ein einziger Höhepunkt, eine Überraschung, ein Genießen pur. Wer lieber Meike Gardens song „Friedenshymne“ hatte, konnte nicht umhin von dem Franz Liszt – Dialog zwischen dem Pianisten Jean Muller und dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier begeistert zu sein. Erstaunen ließ die vierzehnjährige Emily Valerius die Zuhörer, als diese mit dem Tenor Thomas Kiessling die Ballade „The Prayer“ vortrug. Helmut Leiendecker sorgte mit dem Trierer Platt für Jubel, der Pianist Frank Dupree entführte, Meike Anlauff sorgte mit ihrer Stimme, Kaori Nomura mit ihrem besonderen Jazz auf dem Klavier für eine den ganzen Raum der Arena einnehmenden Klangbogen. Ebenso entführten Karl Sibelius (ja, auch der Intendant des Trierer Theaters kann singen), das Klavierduo „Heiss und Fettig“ (die auf die Bühnenleinwand übertragenden Filmkameras von OK54 ließen die beiden Tastenreihen des Klavierduos aus Wolfgang Klesius und Tobias Schmitz im Wechsel sichtbar werden) oder auch Patrick Bebelaar oder David Ianni zeigten was für Klangtempel zehn Finger auf einem Piano zaubern können. Ganz am Anfang eröffneten Daniel Bukowski und Guido Illingen den Abend mit der gemeinsam vorgetragenen Hymne „Fragile“.

Dass Klassik, Jazz, Pop und Rap im musikalischen Sternenhimmel der „Sternstunden Trier“ zusammen passen, bewies Thomas D mit seinem Song „Gott ist mein Zeuge“. Er reichte musikalisch Marcus Hübner die Hand, denn das Gefühl der christlich motivierten Nächstenliebe, das von Klängen motiviert auch den Alltag heute zeichnen soll, verband die Gefühle der anwesenden Musiker. Ihr „Ja, ich bin dabei“ an Markus Hübner bedeutete auch, auf eine Bezahlung zu verzichten.

Die Mitschnitte des Abends von 5vier.de wurden mit Erlaubnis von Marcus Hübner veröffentlicht.

Filme: Christoph Maisenbacher

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