5vier Bike: Fünf gute Tipps zum Fahrradkauf

5vier erobert die Welt des Zweirades. Heute: Wer ein gutes Fahrrad will, der muss wissen, was er beim Kauf beachten muss.

Wer Fahrrad fahren will, der muss erst mal ein Fahrrad kaufen. Das klingt doch eigentlich ganz einfach – ist es aber nicht. Wer denkt, dass ein Autokauf kompliziert sei, der hat noch nie versucht ein gutes Fahrrad zu kaufen. Was darf es sein? Trekkingbike, Mountainbike, Citybike, Tourenrad, Faltrad, Crossrad, Hollandrad, Rennrad? Es gibt im wahrsten Sinne das Wortes Hunderte von Faktoren, die du beachten musst , wenn dein zukünftiges Zweirad auch wirklich das sein soll, was du willst und brauchst. 5vier gibt dir ein paar wichtige Tipps, die dir den Weg zum eigenen Bike erleichtern sollen.

Tipp 1: Wohin soll’s gehen?

Bevor du überhaupt daran denkst, in einen Laden zu gehen, solltest du dir genau darüber im Klaren sein, was dein zukünftiges Bike leisten soll. Fährst du oft lange Fahrradtouren, so brauchst ein Rad, das stabil genug ist, um nicht nur dich sondern auch dein Gepäck tragen zu können. Ist es nur für kurze Strecken innerhalb der Stadt gedacht, so gelten natürlich ganz andere Bedingungen.

Letzen Endes müssen eine Reihe von Faktoren von dir definiert werden: Wie viel Gewicht muss das Fahrrad tragen? Welche Strecken legt es zurück? Welche Geschwindigkeiten, Steigungen, welchen Untergrund willst du angehen? Wie oft wird das Rad gefahren, wie wird es bei Nichtbenutzung gelagert? Diese Faktoren entscheiden über die Art des Rahmens, der Felgen, der Gabel und der Reifen.

Tipp 2: Gutes Rad ist teuer

Foto: {link url="http://larseggers.artworkfolio.com/"}Lars Eggers{/link}

Verabschiede dich von dem Gedanken, ein Schnäppchen machen zu können. Es gibt bei Fahrrädern ein klares Verhältnis zwischen Preis und Leistung. Mit anderen Worten: Billigfahrräder aus dem Supermarkt sind ihrem Preis entsprechend verarbeitet.

Laut Angaben des ADFC ist der deutsche Fahrradkäufer bereit, im Schnitt 570 Euro für sein Zweirad auszugeben – eine Summe, die deutlich unter dem Preis eines qualitativ brauchbaren Bikes liegt. Selbst für ein Cityrad für gelegentliche Mittelstrecken muss man knapp 650-750 Euro auf die Theke legen. Wer weniger bezahlt riskiert später höhere Werkstattkosten und sehr viel mehr – denn gespart wird bei den meisten Billigrädern vor allem an Bremsen, Radlagern und Schaltung – genau die Teile, deren Versagen als häufiger Unfallgrund gilt. Das ADFC Magazin „Radwelt“ testete mehrere Fahrradtypen und Modelle. Die gut bewerteten Bikes lagen zwischen 700 und 1.600 Euro.

Tipp 3: Komponenten und Details

Es ist besonders wichtig, nicht nur auf die Dinge zu schauen, die so gern hervorgehoben werden, sondern auf alle Komponenten des gewünschten Rades. Gern wird mit teuren und durchaus hochwertigen Komponenten geworben, die aber allein kein gutes Rad ausmachen. Besonders die Schaltung wird ja gern als Kaufgrund Nummer Eins genannt. Aber eine hochwertige Schaltung nützt gar nichts, wenn zu dünne Bowdenzüge und viel zu weiche Zahnkränze verarbeitet werden. Der Blick sollte vor allem bei den sicherheitsrelevanten Komponenten, die wir oben schon erwähnt haben, immer auf alle Details gehen – und das heißt meist lieber ein paar Euro ausgeben.

Tipp 4: Was du brauchst

Foto: {link url="http://larseggers.artworkfolio.com/"}Lars Eggers{/link}

Die Frage ist nun – wenn man nicht bei der Qualität sparen kann, gibt es eine andere Möglichkeit? Tatsächlich kannst du einige Euro in der Tasche behalten, wenn du genau weißt, was du willst und brauchst (siehe Tipp 1). Es gibt einige Features, die von Händlern gern als das Nonplusultra angepriesen werden, aber im Endeffekt nicht für alle Radler notwendig sind. Da wäre zum Einen natürlich die Schaltung. Citybiker, die nicht auf Leistung hohe Steigungen fahren brauchen keine fein abgestuften Gänge – eine wartungsarme Narbenschaltung ist oft sinnvoller und preisgünstiger, als eine komplexe 27-Gang Kettenschaltung.

Auch die Beleuchtungsanlage und Federung werden oft über Wert gekauft. Federgabeln, -rahmen und –sattelzüge sind teuer und erhöhen das Gewicht des Rades unnötig. Eine gute Bereifung ist oft sehr viel sinnvoller, als die gefederten Rahmenteile, wenn man nicht gerade offroad fahren will. Ähnliches gilt für Beleuchtung. Teure akkubetriebene LED Lichtanlagen fressen nicht nur Batterien (die meist extra gekauft werden müssen), sondern sind eigentlich nur für Biker gedacht, die oft bei Nacht auf schlecht oder gar nicht beleuchteten Wegen unterwegs sind. Ein Narbendynamo und eine fest installierte Beleuchtungsanlagen sind hier oft die sinnigere Alternative.

Tipp 5: Die Nebenkosten

Ein letzter Tipp: Ein Fahrrad ist, wie auch ein Auto, mit gewissen Nebenkosten verbunden. Nur das Bike kaufen ist nicht genug. Es kommen eine Zahl an Zusatzkosten hinzu – ein Helm, ein sicheres Schloss, eventuell auch Gepäcktaschen, Trinkflaschen, Kleidung – die auch ganz schnell noch mal ein, zwei Hunderter kosten können. Dazu kommen laufende Kosten: Alle vier bis sechs Monate sollte das Rad professionell gewartet werden, Reifen müssen erneuert, Bremsbeläge ausgetauscht werden. Wer lange etwas von seinem Fahrrad haben will, der muss immer wieder mal ein wenig Geld investieren, sonst stehen schnell weit höhere Kosten ins Haus.

5vier wünscht viel Erfolg beim Fahrradkauf und gute Fahrt!

Stichworte:

Kommentare (2)

Antworten | Trackback URL | RSS

  1. Bine sagt:

    Die Geschichte mit der Wartung sollte man nicht außer Acht lassen. Mir ist mal eine Gabel gebrochen und ich habe mich aus voller Fahrt bäuchlings auf den Asphalt gelegt – kann ich nicht empfehlen.

    Der Grund: Durchgerostet. Hätte man bei einer Wartung vermutlich entdeckt, aber wenn man über drei Jahre lang nichts machen lässt, hat man halt die Narben an den Armen.

  2. Claus sagt:

    Sehr gute Liste!
    Besonders die Sicherheitshinweise sind wichtig.
    Auch was den Preis angeht: Mein Bruder kauft Schrott aus dem Baumarkt „Ist billiger, das Geld hat man grad.“. Wenn ich mal seine Werkstattrechnungen und Neukäufe aus den lezten Jahren anschau, bin ich mit meinem guten (!) Rad billiger weggekommen als er mit mittlerweile drei in sechs Jahren.

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln