Adventskalender Türchen 1: Vom Deppen zum Helden

Ein Adventskalender im Januar? Spinnen die bei 5vier.de denn jetzt komplett? Nicht ganz, denn kaum einem Termin fiebert der fußballbegeisterte Leser am Anfang des neuen Jahres so sehr entgegen, wie dem Ende der ungeliebten Winterpause. Am 28. Januar rollt in der Region endlich wieder der Ball. Als erste Mannschaft nimmt Regionalligist Eintracht Trier wieder den Spielbetrieb auf und hofft im Heimspiel gegen Idar-Oberstein an die guten Leistungen der Hinrunde anknüpfen zu können.
Wir versuchen euch die Wartezeit etwas zu verkürzen. In 28 Folgen präsentiert 5vier.de jeden Tag eine kleine Geschichte aus der verrückten Fußballwelt. Heute gibt es Teil 1!

Türchen 1: Edgar Prib – Vom Deppen zum Helden

Seine Rolle in den Jahresrückblicken war für Edgar Prib, Stürmer der Spvgg. Greuther Fürth wohl schon vorbestimmt. Im Spitzenspiel der zweiten Liga gegen Eintracht Frankfurt gelang ihm am 12. Dezember ein Kunststück, was ihn wohl mit großer Sicherheit die Spitzenposition in der Kategorie „Depp des Jahres“ gesichert hätte und entsprechend machte sich die gesamte Medienlandschaft (wie wir jetzt …) lustig über den damals 22-jährigen.  Einen sehenswerten Konter der Fürther vollendete Prib, indem er Eintracht-Torwart Oka Nikolov kunstvoll ins Leere laufen ließ und den Ball allein vor dem leeren Tor nur noch einschieben musste. Doch ab diesem Moment ging alles schief und der Ball nicht ins Tor, sondern an den Pfosten. Der Ball fand schließlich zwar noch den Weg über die Linie, allerdings wurde der Treffer wegen einer klaren Abseitsposition zurecht aberkannt (ein Fall für Regelkundler, der gerne mal mit vermeintlichen Fußballexperten besprochen werden könnte …). Das Spiel, das durchaus noch von größerer Bedeutung für den Aufstiegskampf gewesen sein könnte, endete schließlich 0:0, obwohl Fürth die bessere Mannschaft auf fremdem Platze war.

Edgar Prib hatte in den Tagen nach seinem Nicht-Tor wahrlich nichts zu lachen. Natürlich wurden Vergleiche mit dem legendären Aussetzer von Frank Mill aus dem Jahr 1986 gezogen, der dieses Tor auch seine gesamte Karriere nicht mehr los wurde. Doch das Schicksal hielt eine erneute Wendung für den jungen Stürmer bereit. Im DFB-Pokal zwei Wochen später erzielte Prib den entscheidenden Treffer und Fürth überwintert so im Viertelfinale des Pokals. Doch er traf nicht gegen irgendwen, sondern ausgerechnet gegen den großen Rivalen aus Nürnberg und dazu noch in deren Stadion. So wird man zur Legende und darüber hinaus auch für andere Vereine durchaus interessant. Borussia Dortmund soll angeblich bereits bei Prib angeklopft haben, ein Verein, der durchaus eigene Erfahrungen mit kuriosen Nicht-Toren gemacht hat, wie neben dem Beispiel von Frank Mill auch Jakub ‚Kuba‘ Błaszczykowski im Spiel gegen den SC Freiburg eindrucksvoll zeigt:

 

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