Theater Trier – Spielzeitvorstellung 2013/14 – „Glück – Spielen“

Am Freitag, 22. Februar, wurde im Rathaus der Stadt Trier das Programm für die nächste Theater-Spielzeit vorgestellt, so früh wie noch nie, das mussten auch Kulturdezernent Thomas Egger und Intendant Gerhard Weber feststellen. Das Motto der kommenden Spielzeit: Glück – Spielen.

Um das Glück spielen, mit dem Glück spielen, es vielleicht verspielen; darum geht es in der nächsten Spielzeit. Was macht glücklich? Wann ist man unglücklich? Wann hat man sein Glück verspielt? Diese und andere Fragen wird das Programm der nächsten Spielzeit aufwerfen.

Dabei besticht der Spielplan durch einige Highlights, unter anderem werden deutsche Erstaufführungen zu sehen sein, mit denen das Trierer Theater wieder einiges an Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird, aber auch Stücke zu Jubiläen. Zwei dieser besonderen Leckerbissen warten im Musiktheater auf den Zuschauer: Mit der beliebten Operette Die Fledermaus wird die erfolgreiche Operettenreihe, wieder unter der Regie von K.D. Köhler, fortgesetzt. Dazu gesellt sich Der Wildschütz von Albert Lortzing. Die „besonderen Leckerbissen“ bleiben aber Rigoletto, zur Feier des 200. Geburtstags von Giuseppe Verdi, von Lakme-Regisseur Bruno Berger-Gorski inszeniert, und Orfeo und Euridice, anlässlich des 300. Geburtstags von Christoph Willibald Gluck. Zudem die deutsche Erstaufführung von The Fly, einer Oper von Howard Shore, den man bereits als Komponist der Filmmusik zu „Die Fliege“ kennt.

Kooperation mit dem Théâtre Municipal in Esch sur Alzette

Beim Schauspiel wird ebenfalls ein großer, runder Geburtstag gefeiert, nämlich der 200. von Georg Büchner. In Kooperation mit dem Théâtre Municipal in Esch sur Alzette/Luxemburg wird an einer Doppelproduktion gearbeitet: Dantons Tod und Leonce und Lena, die sich mit Utopievorstellungen und Realitätsfluchten in Revolutionszeiten beschäftigen.

Unter einem ähnlichen Stern steht auch das Rockmusical Hair, das in der besonderen Zeit der Sixties spielt, in der Frieden und Harmonie in einer Zeit des Krieges durch die Hippiebewegung besonders groß geschrieben wurden. Regie wird hier Intendant Gerhard Weber führen.

Ebenfalls eine Kooperation mit dem Théâtre Municipal in Esch sur Alzette/Luxemburg wird Ödön von Horváths Glaube, Liebe, Hoffnung sein, auf das sich Intendant und Chefdramaturg besonders freuen, da sie nach langer Zeit wieder ein Stück des Autors präsentieren dürfen. Im Kontrast zu dem eher ernsten Stück stehen die beiden Komödien Das Sparschwein und Der nackte Wahnsinn, die die Lachmuskeln des Trierer Publikums hoffentlich stark beanspruchen werden. Beide von völlig neuen Regisseuren inszeniert, Ersteres von Klaus Rohrmoser, der bereits am Landestheater Innsbruck gearbeitet hat, Letzteres von Caroline Stolz, die sonst am Staatstheater Wiesbaden tätig war.

Deutschlandweite Aufmerksamkeit

Auch das Tanztheater darf in der nächsten Spielzeit nicht fehlen. Betonte Weber doch, dass er weiterhin ein Drei-Sparten-Haus führen möchte, eigentlich sind es ja sogar vier Sparten, wenn man die Konzertreihe mit dazuzählt. Zwei Stücke kann Chefchoreograf Sven Grützmacher nächste Spielzeit präsentieren. Einmal die Winterreise, mit Musik von Franz Schubert und Hans Zender und zum anderen wieder eine Produktion, die deutschlandweit Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnte: In 80 Mouseclicks um die Welt, in Anlehnung an einen bekannten Roman von Jules Verne, in Kombination mit Liedern von Den Prinzen, mit denen das Theater Trier bereits seit langem im Gespräch über diese Idee ist.

Auch im Studio und an externen Spielorten wird in der nächsten Spielzeit viel los sein: Mit Michael Ophelders in der musikalischen Komödie Theo Lingen – Komiker aus Versehen, Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel von Theresia Walser, ein Stück über Diktatorinnengattinnen und Den Leiden des jungen Werther, als Klassenzimmerstück, sucht das Theater wieder einen größeren Zugang zur Trierer Bevölkerung. Diesen Kontakt strebt es auch mittels des Theaterfestes an, das auch dieses Jahr auf dem Kornmarkt stattfinden wird.

Wiederaufnahme von Ein Sommernachtstraum

Open Air-Veranstaltungen à la Evita in Losheim wird es in diesem Sinne nicht geben, dafür als eine der Wiederaufnahmen (zusammen mit Dauerrenner Josef und Maria) Ein Sommernachtstraum im Hunsrück Höhenhaus. Fertig gestellt bis zur nächsten Spielzeit sollen zudem der Aufzug für den barrierefreien Theatergenuss sein und ein neues Ticketsystem zum einfacheren Kartenverkauf sein.

Leider kann das Theater Trier zu Ehren Wagners, der in der nächsten Spielzeit ebenfalls ein Jubiläum feiert, „nur“ ein Konzert und mehrere kleine Veranstaltungen liefern. Die Planungen für größere Stücke fielen ausgerechnet in das Jahr der Sparmaßnahmen und machten ein Herangehen an größere Wagner-Projekte leider unmöglich. Dafür kann Thomas Egger beruhigen, denn sowohl er als auch OB Jensen haben sich dafür ausgesprochen dem Theater keine weiteren Sparmaßnahmen aufzuerlegen. Damit bleibt das Budget zwar niedrig, aber immerhin konstant.

 5vier.de wird auch nächste Spielzeit wieder vor Ort sein. Wir freuen uns auf viele tolle Produktionen und wünschen Toi Toi Toi.

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