Aktuelles: Arbeitslosigkeit ist im November leicht gestiegen, Quote jetzt bei 3,5 %

Die Zahl der Arbeitslosen ist im November in der Region Trier um genau 200 Personen angestiegen. Ein leichter Anstieg im November ist eigentlich saisonüblich, doch in diesem Jahr fiel er mehr als doppelt so hoch aus wie noch im vergangenen Jahr (+86).

Bei Meldungen über Arbeitsmarkt als ARTIKELBILD verwendenFür Wolfram Leibe, Chef der Trierer Arbeitsagentur, ist dies aber noch kein Grund zur Beunruhigung: „Wir sind in der Region Trier sehr stark abhängig von der saisonalen Entwicklung in der Gastronomie und im Baugewerbe. Dabei spielt nicht nur die Wetterlage eine Rolle, auch die Verteilung von Feiertagen oder Ferienterminen können Einfluss auf den Entlassungszeitpunkt haben.“ Die Agentur für Arbeit beobachtet die Situation aber recht genau. „Die großen saisonalen Belastungen kommen bei uns in der Regel erst im Januar und Februar, erst dann können wir genaueres zur Saison sagen“, erklärt Leibe.

Ein anderes Thema treibt den Agenturchef in Trier in der letzten Zeit viel stärker an: „In Gesprächen und Diskussionsrunden werde ich in letzter Zeit immer häufiger begrüßt mit den Worten: 3,5 Prozent, das ist doch eigentlich Vollbeschäftigung!“ Ich sehe aber weniger die Arbeitslosenquote als die tatsächliche Zahl, 9.246 Arbeitslose, das sind genau 9.246 Arbeitslose zu viel!“

Leibe erinnert daran, dass viele Arbeitslose auch eine Familie haben. Er schätzt, dass mit Ehepartnern und Kindern in der Region gut 30.000 Menschen direkt oder indirekt von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Für Jubelorgien sei da kein Platz, vielmehr seien weiter große Anstrengungen nötig, um Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen: „In unserer Region besteht häufig eine enge Verbindung zwischen den Unternehmen und Ihren Mitarbeitern, das ist ein Pfund mit dem die Region wuchern kann.“ Leibes Appell geht daher an alle Menschen in der Region im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit nicht aufgrund der Diskussionen um Fachkräftemangel nachzulassen: „Wir als Agentur für Arbeit werden auch weiterhin alles tun um Menschen in der Region in Arbeit und Ausbildung zu bringen und den Unternehmen geeignetes Personal zur Verfügung zu stellen.“

Viele Fachkräftebedarfe können auch über den regionalen Arbeitsmarkt abgedeckt werden. In drei Gruppen sieht die Agentur für Arbeit großes Potenzial. Neben Frauen und Männern, die sich im Moment in einer Familienphase befinden sind es vor allem Ältere und auch schwerbehinderte Menschen, deren Kompetenzen nicht in vollem Umfang genutzt werden.

Gerade auf die Gruppe der schwerbehinderten Menschen möchte die Agentur für Arbeit in den nächsten Wochen und Monaten die Aufmerksamkeit besonders lenken. „Viele schwerbehinderte Menschen besitzen eine gute Qualifikation und hohes Engagement“, erklärt der Leiter der Arbeitsvermittlung für schwerbehinderte Menschen, Joachim Wagener. „Viele Arbeitgeber sind aber falsch informiert über die Regelungen zum Behindertenrecht, die modernen technischen Unterstützungsmöglichkeiten und die finanziellen Förderungsmöglichkeiten die bei Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen bestehen“, erklärt Wagner weiter.

Mit einer Aktionswoche möchte die Agentur für Arbeit in der kommenden Woche den Auftakt zu weiteren Aktivitäten auf diesem Gebiet machen. „Das erste Ziel ist, dass die Unternehmen bereit sind uns ein offenes Ohr für die Belange der schwerbehinderten Menschen zu leihen, Vorurteile abzubauen und sich mit Fragen direkt an uns wenden. Ich bin überzeugt, dass wir dann einige Unternehmer überraschen können“, meint Wagner.

Die Daten im Einzelnen

  • Bestand an Arbeitslosen: Im Bezirk der Agentur für Arbeit Trier waren im November 9.246 Menschen arbeitslos, dies sind 200 mehr als im Oktober, aber 827 weniger als noch im November des vergangenen Jahres.
  • Arbeitslosenquote: Die Arbeitslosenquote ist um 0,1 Prozentpunkte von 3,4 Prozent im Oktober auf 3,5 Prozent im November gestiegen. Im November des vergangenen Jahres lag die Quote noch bei 3,8 Prozent.
  • Stellenangebote: Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter wurden im November 1.012 neue Arbeitsstellen gemeldet, 175 mehr als noch im Oktober, aber 175 weniger als noch im November des vergangenen Jahres. Seit Beginn des Jahres wurden durch die Unternehmen der Region 12.476 Stellen zur Besetzung gemeldet, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 266 Stellen mehr. Aktuell stehen den Arbeitsuchenden der Region 2.752 offen Stellen zur Verfügung. Der Bestand an offenen Stellen liegt damit um 214 unter dem des Oktobers, vor einem Jahr gab es aber noch 182 Arbeitsangebote weniger in der Region.
  • Jugendliche (unter 25 Jahre): Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den jungen Menschen unter 25 Jahren ist besonders erfreulich. In der Region sind aktuell 1.072 Jugendliche arbeitslos, 125 oder 10,4 Prozent weniger als noch vor einem Jahr und 10 Personen weniger als noch im Oktober. Die Arbeitslosenquote in dieser Altersklasse liegt, wie schon im Oktober, mit 2,9 Prozent erheblich unter der allgemeinen Quote von 3,5 Prozent. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen noch bei 3,2 Prozent.
  • Ältere arbeitslose Personen: Die Arbeitslosen in der Altersgruppe zwischen 50 und 65 Jahre können bisher am wenigsten von der guten Arbeitsmarktentwicklung profitieren. 2.975 Frauen und Männer über 50 Jahre sind arbeitslos, 102 mehr als noch im Oktober. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenzahl bei den älteren Arbeitnehmern zwar um 198 Personen zurückgegangen, in keiner anderen Altersgruppe war der Rückgang aber so gering. Die Arbeitslosenquote bei den älteren ist mit 3,9 Prozent noch immer höher als die Gesamtarbeitslosigkeit. Im Oktober lag sie noch bei 3,8 Prozent, vor einem Jahr bei 4,4 Prozent.
  • Männer und Frauen: 4.451 Arbeitslose sind Frauen (8 weniger als noch im Oktober), 4.795 Männer (208 mehr als im Oktober). Die Arbeitslosenquote der Frauen liegt bei 3,4 Prozent, die der Männer bei 3,5 Prozent. Diese Entwicklung ist saisonüblich, da in den von der Saison besonders betroffenen Berufen des Verkehrswesens und Baus überwiegend Männer arbeiten.

 

 

 

 

 

Regionale Situation

Stadt Trier

Die Stadt Trier ist die einzige Kommune in der Region, die im November einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnen konnte. Im November waren in der Stadt 2.796 Personen arbeitslos, 25 weniger als noch im Oktober und 304 weniger als noch vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote ist mit 5,3 Prozent stabil geblieben, vor einem Jahr lag sie noch bei 5,8 Prozent.

Landkreis Trier-Saarburg

Im Landkreis Trier Saarburg ist die Arbeitslosenzahl von Oktober zum November um 14 Personen auf 2.229 Personen gestiegen. Vor einem Jahr waren mit 2.366 noch 137 Personen mehr gemeldet.

Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 2,9 Prozent, vor einem Jahr waren es noch 3,1 Prozent.

Der Landkreis nimmt damit wieder den zweiten Platz in der Region ein.

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