Aktuelles: EHEC – Beklemmung und Reserviertheit in Trier

Hitzige Theorien, Vermutungen und vor allem Ungewissheit kreisen um das Thema, das zur Zeit Gegenstand einer jeden Unterhaltung zu sein scheint: EHEC. 5vier.de wollte wissen, wie die Trierer zu diesem Thema stehen und hat sich an den Obst- und Gemüseständen auf dem Hauptmarkt ein wenig umgehört.

Die Obst- und Gemüsestände am Trierer Hauptmarkt. Foto: Anna Jank

Auf dem ersten Blick wirkt es, als sei es ein Tag wie jeder andere auf dem Hauptmarkt: Man hat eine Auswahl an Ständen für Blumen, Obst und Gemüse, die Passanten halten vor den Verkaufshäuschen inne und kaufen auch nicht selten. Bei genauerem Hinsehen bemerkt man, dass so gar keine Gurken oder Salate im Sortiment der Waren angeboten werden und lediglich zwei Stände führen Tomaten in der Warenauswahl.

Tomaten kaufen oder lieber doch nicht? Die Ursache für EHEC ist noch nicht gefunden. Foto: Anna Jank

Auf die Frage, ob wir Besucher und Verkäufer zu dem Thema EHEC befragen dürfen, erhalten wir nicht selten eine Verneinung. Doch im Gesamten wundern wir uns über die persönliche Meinungen zur Epidemie. Diese fällt nämlicher vieler Orts recht gelassen aus, im Gegensatz zur tatsächlichen Verkaufslage.

Berichtserstattung: Panikmache oder angebrachte Besorgnis?

Allen überein stimmte aber die Auffassung, dass eine übertriebene Sorge bestünde und dass sich die Bevölkerung verrückt machen ließe. Auf die Praxis bezogen, bedeutet das für die Meisten, dass sie ihre Essgewohnheiten nicht umstellen wollen bis die Herkunft des Erregers eindeutig bestimmt ist. „Bisherige Lebensmittelskandale wie BSE und Schweinegrippe hatten auch keine Auswirkung auf mich“, meint Paula G. „Ich fühle mich zwar betroffen, aber ich habe mich ausreichend über EHEC informiert. Ich sehe für mich keinen Grund auf Gemüse zu verzichten.“ Sie bestärkt ihre Zuversicht dadurch, dass die Erreger Schmutz zur Grundlage bräuchten und sie selbst für die gründliche Reinigung verantwortlich sei.

Das Angebot ist groß, doch die Käufer sind teils skeptisch. Foto: Anna Jank

Albert S. fügt an, dass man auch sonst nicht wisse, was im Essen steckt, geschweige denn wo es herkommt. Er hat kein Verständnis für eine solche „Panikmache“.

Einem weiteren Passanten ist aufgefallen, dass kaum ein Salat verkauft wird, er selber habe seine Ernährung aber nicht geändert; er beziehe sein Gemüse aus „sicherer Quelle“ und reinige es sorgfältig bevor er es koche. Ferner beschwert er sich über mangelnde Einhaltung von Hygienevorschriften der Käufer und Interessierten: „Die Leute tatschen alles an, die machen sich doch nur selbst krank“.

Florian S. fällt es auf, dass immer mehr Leute nach der Herkunft der Waren fragen, sogar beim Obst. Ebenfalls konnte er beobachten, dass sich Salat nicht verkaufen ließe. Er erwirbt sein Gemüse von dem Händler seines Vertrauens. „Da wisse man schließlich noch wo es herkommt.“

Schutz der Verbraucher im Vordergrund

Florian S., er bezieht sein Obst und Gemüse aus "sicherer Quelle". Foto: Anna Jank

Alles im Allem herrscht missmutige Stimmung und gespannte Überreiztheit wenn man die Passanten in der Trierer Fußgängerzone auf das Thema EHEC anspricht. Und es steht außer Frage, dass die Gemüsebranche darunter leidet.

Aber gleichwohl darf man dieser Epidemie, trotz aller Kritik an der Berichterstattung, nicht blauäugig entgegen treten, denn es sind bislang 29 Menschen verstorben und circa 2800 erkrankt. Das ist Fakt.

Wie der Stern EU- Verbraucherkommisar John Dalli und Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) Äußerungen anführt:
„Wir warnen lieber einmal mehr, als einmal zu wenig.“

Wer sich noch einmal ausführlich über das Thema EHEC informieren möchte, hier gibt es die 10 Fragen und Antworten zum Thema.

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