Hochmoselübergang – “Die Menschen sind zutiefst traurig”

Das Gespräch führte Andreas Gniffke

Dr. Elisabeth Reis macht einen kämpferischen Eindruck. Die Aktivistin der Bürgerinitiative ‚Pro-Mosel‘ hat vor dem Petitionsausschuss der Bundesregierung den Antrag auf einen sofortigen Baustopp des umstrittenen Hochmoselübergangs eingereicht (5vier.de berichtete). Die Rückmeldungen aus dem Petitionsbüro geben durchaus Anlass zur Erwartung, dass die alten Pläne überarbeitet werden. Im Gespräch mit 5vier.de merkt man ihr aber an, dass der langjährige Kampf gegen ein von Bund und Land unter Vernachlässigung aller Sparzwänge durchgeboxtes Mammutprojekt an die Substanz geht. Mit mehr als 300 Millionen Euro ist der Bau veranschlagt, Kostensteigerungen und hohe Folgekosten sind noch zusätzlich zu erwarten.

Dr. Elisabeth Reis bei der Ortsbegehung mit 5vier-Redakteur Andreas Gniffke

5vier: Frau Dr. Reis, aus welchen Töpfen würde das Projekt eigentlich finanziert?

Dr. Reis: Um ehrlich zu sein wissen wir das als Bürgerinitiative auch nicht so genau. Es sind einerseits wohl Mittel aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung. Ein weiterer Teil soll über den Verkauf der UMTS-Lizenzen und aus dem Landeshaushalt finanziert werden. Auf den Steuerzahler kommen aber auf alle Fälle weitere Belastungen zu: Zum einen wird das Projekt aller Voraussicht nach deutlich teurer als veranschlagt. Zum anderen kommen natürlich noch die zukünftigen Sanierungs- und Unterhaltskosten dazu, da rechnen wir mit deutlich mehr als einer Million Euro im Jahr allein für die Hochmoselbrücke.

5vier: Was sind denn Ihre Hauptkritikpunkte an dem geplanten Bauwerk?

Dr. Reis: Vor allem, dass es überflüssig ist. Es gibt nicht eine Studie, die den Bedarf hierfür nachweist. An der Mittelmosel gibt es weder regelhafte Staus, noch überlastete Straßen. Außerdem macht mich als Steuerzahlerin die völlige Überdimensionierung und eine fatale Kosten-Nutzen-Bilanz wütend. Das Bundesverkehrsministerium hat  kürzlich den bisher angenommenen Faktor deutlich herabgestuft, dennoch soll an dem Projekt festgehalten werden. Wir haben außerdem nachgewiesen, dass die versprochenen Fahrzeitvorteile in vielen Fällen wenn überhaupt nur minimal sind. Auch das prognostizierte Verkehrsaufkommen musste mittlerweile deutlich nach unten korrigiert werden.

Der Hochmoselübergang führt direkt über den Moselsporn bei Zeltingen-Rachtig.

Vor allem aber wehren wir uns gegen den massiven Einschnitt ins Landschaftsbild sowie die unverantwortlichen Eingriffe im Bereich des Moselsporns, einem halbinselförmigen Moselhöhenzug, der bisher als alternativlos für Tageswanderungen in die umliegenden Orte genutzt wird. Wir leben in einer Region, in der jeder vierte Arbeitsplatz am Tourismus hängt und in der Weinbau eine herausragende Bedeutung hat. Wir fürchten durch den Bau dieser Brücke einen starken Rückgang der Übernachtungszahlen, denn welcher Gast möchte schon gerne mit Blick auf einen solchen Koloss Urlaub machen. Letztendlich rüttelt das Projekt so am Fundament der Selbständigkeit der Menschen in unserer Region, denn dank Weinbau und Tourismus geht es uns an der Mosel eigentlich sehr gut!
Aufmerksam gemacht haben wir weiterhin auf die problematische tektonische Struktur des Gebiets. An der gesamten Mittelmosel ist die für den Brückenbau gewählte Stelle die einzige, wo derart massive geologische Störungen auftreten. Die Bedenken der Experten wurden zwar formal per Gutachten untersucht, aber mit den Gutachten haben wir die Erfahrung gemacht, dass gemogelt, schöngerechnet und wider jeglicher wissenschaftlich anerkannter Methoden gearbeitet wird, so dass ich mir als Wissenschaftlerin nur an den Kopf fasse.

5vier: Richtet sich Ihr Protest denn gegen das gesamte Projekt ‚B50n‘ oder nur gegen den Hochmoselübergang als Kernstück?

Dr. Reis: Wir sind durchaus kompromissbereit, einige Bauarbeiten sind ja schon weit fortgeschritten. Wir halten es unter anderem für sinnvoll, den sogenannten ‚Planungsabschnitt I‘ umzusetzen. Das ist die Verbindung zwischen dem Industriegebiet Wittlich und der Brücke in Mülheim mit der Umgehung Platten sowie dem Anschluss an das sogenannte Autobahnkreuz Wittlich. Die Verkehrsprognose zeigt, dass die Brücke in Mülheim für das zu erwartende Verkehrsaufkommen durchaus geeignet ist. Die Straße von Mülheim zum Hunsrück soll begradigt und endlich um die einst schon genehmigte Kriechspur erweitert werden. Das allein wird die gewünschte Entlastung der Anwohner vom Durchgangsverkehr schon erreichen und den Eifel-Hunsrück Transit beschleunigen, auch ohne Hochmoselbrücke.

5vier: Gerade die Entlastung des Durchgangsverkehrs in den Moselorten wird ja immer wieder als Argument für das Großprojekt vorgebracht. Ist die Situation denn tatsächlich so dramatisch?

Dr. Reis: Das Verkehrsaufkommen in den Moselorten ist vor allem in der Hochsaison schon eine Belastung. Allerdings ist das auf der einen Seite ja zeitlich beschränkt, auf der anderen Seite ist es kein Durchgangsverkehr im klassischen Sinne. Die Fahrzeuge bewegen sich aus touristischen Gründen entlang der Moseldörfer und -städtchen. Sie würden dies auch tun, wenn es die Brücke gäbe. Der LKW-Anteil im Moseltal liegt nur bei sehr niedrigen fünf Prozent. Eine viel günstigere Lösung für eine Entlastung der Bürger wäre zum Beispiel die Einrichtung einer Pendelbusverbindung – zumindest in der touristischen Saison – zwischen den Moselorten, der Eifel und dem Hunsrück.

5vier: Aus Reihen der Befürworter sind Initiativen aus dem Umfeld des Flughafens Hahn besonders präsent. Wie schätzen Sie denn das Argument der besseren Anbindung des Flughafens ein?

Dr. Reis: Die strukturellen Probleme des Flughafens Hahn wird auch die vermeintlich bessere Anbindung nicht lösen. Die Vorteile für den Flughafen und den Hunsrück werden kolossal überschätzt. Wir haben Berechnungen durchgeführt, nach denen die neue Streckenführung in Richtung Hahn nur wenige Minuten Zeitersparnis erbringen würde. Durch den geplanten Ausbau der Hunsrückhöhenstraße auf drei Spuren wird selbst dieser kleine Zeitvorteil zumindest für Verkehr aus Richtung Luxemburg und Trier wegfallen. Für Verkehr aus der Umgebung von Wittlich und von Belgien kommend hätten wir mit unserem Alternativkonzept ähnliche Zeitersparnisse anzubieten. Für den immer wieder angeführten Frachtverkehr gibt’s jenseits der Mosel viel attraktivere und nähere Konkurrenzflughäfen für Fracht aus Belgien, Luxemburg und den Niederlanden. Da soll sich der Hahn mal nicht so überschätzen.

5vier: Wie würden Sie denn die Stimmungslage der Anwohner beschreiben?

Die Bauarbeiten haben in Teilabschnitten bereits begonnen. Ob sie durch die Petition gestoppt werden können, wird sich zeigen. (Foto: Uwe Praus, Pro-Mosel)

Dr. Reis: Viele haben einfach resigniert. Fatal ist auch der Grad an Desinformation. Vor allem in der einflussreichsten Tageszeitung der Region wird unser Widerstand weitgehend totgeschwiegen oder es wird nur einseitig oder oberflächlich informiert. Entsprechend verunsichert sind viele Menschen, wenn wir versuchen Aufklärungsarbeit zu leisten. Viele reagieren völlig verständnislos, wenn wir Ihnen zum Beispiel vorrechnen, dass die prognostizierten Fahrzeitvorteile für die Bewohner des Moseltals oder für die europäische Verbindung eine reine Illusion sind. Man muss aber fairerweise sagen, dass es auch auf Seiten der unmittelbar betroffenen Anwohner Befürworter der Brücke gibt. So erhoffen sich einige Gastronomen und Hoteliers einen Zuwachs an Gästen aus den Niederlanden oder Belgien, obwohl die Anbindung nicht verbessert würde.

5vier: Welche Chancen rechnen Sie sich denn für Ihre Petition bezüglich des Baustopps aus?

Dr. Reis: Ich fühle mich in Berlin beim zuständigen Ausschuss sehr gut aufgehoben. Schaut man sich einmal die Statistiken an, so haben knapp 50% der eingereichten und zugelassenen Petitionen Erfolg, zumindest was Kompromisse oder ein gewisses Entgegenkommen angeht. Stand der Dinge ist der, dass mein Dringlichkeitsantrag im Dezember besprochen wurde und auch für ein gewisses Aufsehen gesorgt hat. Die Obleute haben Akteneinsicht beantragt und haben wohl noch vor Weihnachten die Akten zugestellt bekommen. Unabhängig von einem sofortigen Baustopp gehe ich davon aus, dass die jetzige Phase der Kommunikation hilft, die meist wenig sachkundigen Politiker zu informieren. Denkbar wären Ortsbegehungen, das Einholen weiterer Stellungnahmen und intensive Gespräche. Nach unserem Eindruck ist das Bewusstsein für die Situation an der Mosel in Berlin deutlich ausgeprägter als bei der Landesregierung, auch wenn es den Anschein hat, als ob Herr Hering mittlerweile einiges besser verstanden hat. Auch Kurt Beck äußert sich in letzter Zeit zurückhaltender. So schiebt er neuerdings die Verantwortung an den Bund, er wäre ja leider an Verträge gebunden.

Wir bedanken uns bei Dr. Elisabeth Reis für das ausführliche Gespräch und die Ortsbegehung unter schwierigen Hochwasserbedingungen. 5vier.de wird das Thema weiter verfolgen und in loser Folge weitere Gespräche und Berichte veröffentlichen.

Fotos: Andreas Gniffke

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Kommentare (12)

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  1. Hans Gerhard Hannesen sagt:

    Wer eine echte Beziehung zu der Mosellandschaft hat und nicht nur an kurzfristige wirtschaftliche Gewinne denkt, muß gegen die Hochmoselbrücke sein. Sie ist kein Gewinn für die Region, da sie ihre Schönheit, ihren Erholungswert und die Qualität ihrer Weine beschädigt. Ein ständig hoher Geräuschpegel durch den Durchgangsverkeht wird außerdem eine Tortur für die Anwohner sein und die Touristen vertreiben.
    Ob die Brücke für das Land Rheinland-Pfalz ein Gewinn wäre, ist äußerst fraglich: Die Finanzierung wird über Konjunkturpackete ermöglicht, also „auf Pump“, und natürlich müssen die Kosten irgendwann zurückgezahlt werden In Griechenland wurde in den letzten Jahrzehnten viel auf diese Weise gebaut …). Die Vorstellung, daß diese „Investition“ sich irgendwann rechnet, ist sehr zweifelhaft, denn bei steigenden Energiekosten wird man immer mehr auf einen Nachhaltigkeit betonenden Energieverbrauch setzten müssen. Eine einmal zerstörte Landschaft ist jedoch nur sehr, sehr schwer wieder zu rekultivieren.

  2. nupf sagt:

    ja diese tolle studie von 1996 , von Frau Reiss selbst geschrieben….Daten und Fakten stimmen auch nur solange man sie selbst macht oder ?
    Alleine was Pro Mosel bei Twitter so schreibt meine Herren, ernst nehmen kann das wirklich keiner.
    Die Mosel steckt seit Jahrzehnten in der Krise und endlich passiert was mit der Brücke!
    Die hätte schon seit Jahren stehen müssen!!!!

  3. ProMosel sagt:

    1. Vorwurf: Verkehrsdaten stimmen nicht:
    Jeder kann per Google-Maps oder anderen Programmen selbst die Differenzen nachrechnen. Dafür braucht man keinen Doktor in Verkehrswissenschaften. Das kann man mit 7. Schuljahr Mathe Dreisatz. Google-Maps nimmt einen Durchschnittswert. Dass das wohl keine LKW-Zeit ist, ist ja wohl klar. Das geht ganz einfach und demokratisch. Wer will kann alles nachprüfen. Hier ist der Link:
    http://material.pro-mosel.de/tabellen.html
    Aufschlussreich mag aber sein, dass Verkehrswissenschaftler in Trier, wie Prof. Dr. Monheim oder in Duisburg Prof. Dr. Juchelka ihren Studenten den Hochmoselübergang als Negativbeispiel präsentieren. Hier der Link dazu:
    http://www.youtube.com/watch?v=6Bq4pIbcdP4
    Natürlich mag es Staus und Baustellen… geben, das Risiko trifft einen jedoch auf beiden Strecken.

    2. Vorwurf, wir würden Zahlen manipulieren:
    Ansonsten präsentieren wir nur offizielle Zahlen und Gutachten der „Gegenseite“ selbst. Wir zählen also weder selbst Verkehr oder machen Prognosen sondern wir schauen uns die Zahlen des Landes oder Bundes an oder weisen auf wissenschaftliche Studien hin.

    3. Fehlende Wirtschaftlichkeit und überholte Studie:
    Wer sich für die fehlende Wirtschaftlichkeit interessiert, kann hier nachlesen:
    http://daten.pro-mosel.de/Herrig.pdf
    Die Studie ist zwar von 1996, aber die geographischen Lagebeziehungen der Ballungszentren zueinander haben sich seitdem nicht geändert, so dass die Grundaussage bleiben kann. Da zwischenzeitlich noch mehr leistungsfähige Straßen entstanden sind, müsste das Urteil der fehlenden Wirtschaftlichkeit noch deutlicher ausfallen, da es ja hervorragende Alternativen gibt. Mit den Routenplanerberechnungen kann man eine gewisse Aktualität herstellen, was ich schlicht gemacht habe. Konnte mein 7. Schuljahr Matheniveau trotz sportwissenschaftlichem Studium halten 😉

    4. Vorwurf: Leute kommen immer mit Protest zu spät
    Die erste Traktordemo war 1978. Die Presse kommt erst immer so spät.

    5. „Dagegen sein“
    soll wohl im Moment im Wahlkampf ein schlimmes Attribut werden. Ich finde es kommt immer noch darauf an, wogegen man ist. (Anmerkung der Redaktion: Beitrag gekürzt!)
    Wir sind auch „Für“: Für den Erhalt einer 2000 Jahre alten Wein-Kulturlandschaft. Für die Weiterentwicklung des Moselsporns im Sinne des Tourismus, z.B. durch die Freilegung des Minerva-Tempels…

    6. Ja, die Ürziger waren vor 30 Jahren in Mainz. Aber das war halt vor 30 Jahren, wo jeder noch von Straßenbau ne Ekstase gekriegt hat – teils zu recht im übrigen. Deutschland war noch nicht so gut erschlossen. Jetzt wissen wir mehr: Klimawandel, sanfter Tourismus, fehlende Wirtschaftlichkeit eines weiteren Straßenbaus bei bereits dichten Netzen… 1999 und 2000 war der Gemeinderat von Zeltingen klar gegen das Monster. Lediglich finanzielle Sorgen ließen sie die Klage zurückziehen. Eine Befragung ergab eine Ablehnung von 80% der Bürger. Ich sehe aber mal überhaupt nicht, dass die Bürger der angrenzenden Gemeinden mehrheitlich dafür wären. Die nicht belegbare Behauptung wird durch Wiederholung nicht wahrer.

    7. Argument Angst
    Es wäre auch eins. Aber wo steht das denn? Habe viele wirtschaftliche, verkehrliche, ökologische… und wenig psychologische Argumente gebracht. Und wenn es Menschen gibt, die sich berechtigte Sorgen um ihren gastronomischen Betrieb oder ihre Weinlagen machen, dann haben die natürlich auch Angst, wenn die Brücke kommt. Und dann ist das auch ein Argument.

    Hier noch 3 Minuten Satire zum Abschluss:

    http://www.youtube.com/watch?v=37H1BUqWJ0I

    So long
    Elisabeth Reis

  4. nimra sagt:

    was soll denn das Gerede von geeigneter Infrastruktur?
    Man sollte mal bedenken,dass die Bevölkerungszahl in Deutschland in den nächsten 30 Jahren um einige Millionen zurückgehen wird.
    Wozu brauchen wir denn immer mehr Strassen?
    Damit noch mehr potentielle Anbauflächen für Nahrungsmittel,nachwachsende Rohstoffe für Energiegewinnung,etc. zubetoniert werden??

    Wir beklagen uns,wenn Regenwälder abgeholzt werden (mit natürlich katastrophalen Auswirkungen für unseren Planeten) und bringen es als angeblicher Vorreiter in der Klimaschutzpolitik selbst fertig jeden Tag die Fläche von 200 Fussballplätzen unter Beton und Asphalt verschwinden zu lassen.

    Wenn der Verkehr auf den Strassen immer weiter zunimmt sollte man sich fragen,ob es immer noch Sinn macht,dass Waren unsinnigerweise und durch Verschwendung von Subventionen quer durch Europa gekarrt werden.
    Also was sollen belgische Möhren in Russland,wer braucht pestizidverseuchte Erdbeeren aus Spanien,was soll der Unsinn Joghurts tausende kilometer durch Europa zu karren,bevor sie im Süpermarkt landen oder die Tatsache,dass Krabben in der Nordsee gefangen werden,zum Puhlen nach Nordafrika gebracht werden um dann wieder in deutsche Regalen zu landen???
    Die Liste liesse sich noch beliebig lange fortführen…

  5. nupf sagt:

    naja warum dauern so Projekte wohl immer 30 jahre, weil es es immer irgendwen gibt der dagegen klagt…so geschehen im aktuellen Beispiel…. das sich dann alles verzögert ist ja wohl klar………
    Es ist interessant das (meiner Meinung nach die meisten) Gegner eben nicht aus der Region aus, geschweige denn betroffen sind.
    Sicherlich gibt es auch viele in der Region die dagegen sind, aber fragt man sich mal rum, auch die Leute die zu den angrenzenden gemeinden gehören (Bernkastel, Wehlen, selbst ürzig!!) sind für das Projekt.

    Die Brücke wurde unter aller Ausschöpfung der demokratischen mittel, geplant, nach Gesetz genehmigt und beschlossen.

    Selbst der Ürziger Gemeinderat demonstrierte vor 30 Jahren in Mainz, diese Brücke zu bekommen.
    Wer die Region kennt, weiss, dass dieses Projekt wichtig ist!

  6. nachgedacht sagt:

    Polemik hin oder her, ich schlage vor, dass wir über Fakten reden.

    ‚Beschlossen und basta!‘ will ich jedenfalls nicht mehr.

    An jeder Ecke werde ich zur Kasse gebeten, Sparzwänge treffen mich auf Schritt und Tritt und von meiner späteren Rente werde ich trotzdem nicht existieren können.

    Und nun soll da eine halbe Milliarde für ein überkommenes Mammutprojekt verfeuert werden? Ob die (nunmehr 30 Jahre alten) Versprechungen stimmen, lässt sich überprüfen: Sie stimmen nicht (Routenplaner helfen dabei).

    Ob das Tourismusgutachten seriös ist, kann jeder entscheiden, der etwas von wissenschaftlichem Vorgehen versteht. Hier ist das Gutachten:

    http://daten.pro-mosel.de/eti.pdf

    (Ein schönes Negativbeispiel übrigens – für Statistikvorlesungen z.B. bestens geeignet.)

    Wie weit lässt sich der Nepp weiter vorantreiben? Die Zeiten, in denen man so etwas unter den Teppech kehren kann, sind jedenfalls vorbei.

  7. nagnag sagt:

    und schon wieder blahblah von Pro Mosel.
    Das Gutachten worauf sich Pro Mosel bezieht ist von 1996, Frau Reis, die übrigens nicht Ihren Doktor in Verkehrswesen, Umwelt, Geologie, sondern in Sport gemacht hat!) hat dieses Gutachten selbst weiter ausgearbeitet….Bitte????????tut mir leid das kann man nicht ernst nehmen!!!!

    Zurück zu dem Gutachten von 1996 ….Dieses besagt, dass der Verkehr in den kommenden Jahren nicht ernsthaft zunehmen wird und eine Brücke somit nicht benötigt wird…..Der Flughafen Hahn kam aber erst ab dem Jahr 2000 so richtig in Fahrt und ist mittlerweile der 5 wichtigste Frachtflughafen Deutschlands…..
    Die von Frau Reiss und Pro Mosel behaupten das die Zahlen der Landesregierung bezüglich Passagiere nicht korrekt sind…..korrekt, aber die Passagierprognosen des Flughafens beruhen auf der Zeit VOR der Weltwirtschaftskrise und wurden nun korrigiert……

    Wer mal selbst den Hahn besucht wird schnell feststellen, das eine geeignete Infrastruktur wichtig ist!

    Alle Untersuchungen von pro Mosel sind totaler nonsens und berufen sich auf Halbwahrheiten und hokuspokus…
    bestes Beispiel , man nimmt an, das ein LKW von Frankfurt über Köln nach Amsterdam (445km = 4 Stunden 36 Minuten benötigt)
    Laut Googlemaps stimmt das sicherlich…wer die Strecke aber selbst fährt der merkt schnell, diese Zeit ist nicht zu schaffen für einen LKW!!!
    Ic sag nur Baustellen, Überholverbote, Geschwindkeitsbegrenzungen und, und )
    Bitte Pro Mosel vorher informieren, bevor man von den heimischen Wänden aus irgendwelche Theretischen Thesen aufstellt die totaler nonsens sind!

  8. su ass et sagt:

    So, so, die Gutachten sind also „gemogelt, schöngerechnet und wider jeglicher wissenschaftlich anerkannter Methoden gearbeitet“ – selbstverständlich ganz im Gegensatz zu den eigenen „Berechnungen“.

    Gutachten beantworten immer nur die Fragen, die auch gestellt werden. Und die Fragen werden vom Auftraggeber verfasst. Der hat ein bestimmtes Interesse …

    Wenn der Bau der Brücke nicht durch viel Einsprüche so arg verzögert worden wäre, hätten die Brücke zu einem Bruchteil der heute zu veranschlagenden Kosten erbaut werden können.

    Ansonsten lese ich außer „Wir wollen diese Brücke nicht, weil wir Angst davor haben“ keine wirklich stichhaltigen Argumente.

    Schade eigentlich, so wurde von Frau Reis leider eine großartige Chance vertan – wo doch ausnahmsweise mal lokale Presse interessiert war …

  9. blubb78 sagt:

    ohh wie traurig…

    das Ding ist beschlossen und wird gebaut werden, ihr werdet sehen. Komisch das die Leute immer erst alle ankommen wenn so ein Ding beschlossen ist, langsam werden wir zu einer Dagegen-Nation es ist zum K….. !

  10. pro 'Pro-Mosel' sagt:

    Ich finde es toll, dass sich die Bürger so gegen dieses Projekt engagieren. Ich hoffe, sie werden Erfolg haben. Ich bin allerdings auch mal gespannt auf die Gegenseite! Mich würde es doch sehr interessieren, welche Argumente noch so für diese gigantische Brücke sprechen.

  11. sullivan sagt:

    sehr gutes Interview Herr Gniffke! Mehr davon.

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