Aktuelles: Wohnen in Trier – Ein seltenes und teures Gut

Wer in Trier eine Immobilie kaufen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Die Preise für neue Eigentumswohnungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 16%. Auch wer im Stadtgebiet neu bauen möchte, bekommt schnell eine Geldbörse aus Zwiebelleder: Die Grunstückspreise liegen in Trier bei bis zu 275 € pro Quadratmeter. Im Landesvergleich rangiert die Region damit ganz oben. 5vier.de hat sich einige Statistiken angeschaut.

Ist Ihnen schon einmal der Wohnungsbauboom im Stadtgebiet Triers in den letzten Jahren aufgefallen? Nein? 5Vier hätte einige Beispiele parat: Der Umbau des alten Herz-Jesu Krankenhauses in Trier-Süd, das Domizil am Dom vis-a-vis zum Max-Planck-Gymnasium, der neugebaute Gebäudekomplex am Viehmarkt, die Wohnanlage „Theater Maximus“ in Trier-Ost… Außerdem ist ein neuer großer Gebäudekomplex auf der Ecke Paulin-Maximinstraße im Bau, vorgemerkt bei Investoren sind bereits die Grundstücke der alten Kabinenbahn und das der alten französischen Kaserne Castelnau in Trier-Feyen. Der Grund für den Boom: Es ist lukrativ!

Der Trend geht ganz klar wieder zurück zum urbanen Wohnen. Insbesondere die Nähe zu Luxemburg macht Trier für viele Pendler interessant. Das Problem: Die vielen finanzstarken Pendler treiben die Preise gerade im Innenstadtbereich in die Höhe. Für eine neugebaute Eigentumswohnung werden um die 2500€ pro Quadratmeter fällig. Am beliebtesten sind Domizile um die 100 Quadratmeter mit drei bis vier Zimmern. So liegt der Preis für eine Eigentumswohnung schnell bei 250.000 – 300.000 Euro. Auch für Kapitalanleger ist die Stadt Trier interessant, eine Rendite von bis zu fünf Prozent winkt investierfreudigen Anlegern. In Zeiten der Finanzkrise und Inflation eine willkommene Alternative.

In der Maximinstraße wird neuer Wohnraum geschaffen - Foto: Alexander Heinen

Ein deutlicher Anzug der Immobilienpreise ist auch im Trierer Umland zu beobachten. Im Grenzgebiet an der Sauer sind die Baugrundstücke heiß begehrt, sie rangieren im Landesvergleich gleich neben der renomierten Rheinschiene: Ebenfalls ein Verdienst der Nähe zu Luxemburg. Doch auch in der Eifel ist ein Boom spürbar: Der Landkreis Bitburg-Prüm weißt die höchste Baugenehmigungsdichte in Bezug auf die Bewohner des Landes Rheinland-Pfalz auf.

Ähnlich gestaltet sich das Bild in den Landkreisen Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich. Lediglich die Region Vulkaneifelkreis fällt im Vergleich zurück. Laut der sogenannten Wohnungsbedarfprognose für das Jahr 2025  wird dem Kreis Trier-Saarburg der höchste Bedarf zugeschrieben, dem Vulkaneifelkreis droht dagegen eine negative Entwicklung.

Letzten Endes helfen uns die ganzen Feststellungen und Vorhersagen nicht wirklich weiter. Wir Trierer müssen ja schließlich irgendwo leben – auch wenn wir keinen hoch dotierten Job in Luxemburg haben. Was bleibt sind zum einen Ärgernis über die hohen Preise, zum anderen aber auch eine gewisse Erleichterung über die anscheinende Wertbeständigkeit der eigenen Immobilie. Alles in allem muss sich abschließend jeder selber die Frage beantworten: Wohnen im schönen Trier – Ein seltenes und teures Gut, das ich mir leisten kann und möchte?

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Kommentare (1)

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  1. Zugezogen sagt:

    Sehr geehrter Herr Heinen,
    mir fehlt in ihrem Beitrag ein wenig der Blick auf Immobilienverkäufer und Vermieter. Warum nur die Käufer und Mieter in den Blick nehmen? Schließlich gibt es auch jene, die denjenigen, die bereit sind, das nötige Geld auszugeben, dieses mehr als bereitwillig abknöpfen. Die Immobilienverkäufer machen sich es ja schließlich zu Nutzen, daß es Menschen gibt, die ein bißchen mehr ausgeben wollen und können. Welche Rolle spielt es eigentlich bei den Preisen, daß Trier ja innerhalb von hundert Kilometern eine Solitärposition hat?
    Vielleicht ein kleiner THemenvorschlag: Ein Beitrag über die hiesigen Immobilenmakler.

    Anmerkung der Redaktion:
    Grundsätzlich haben sie recht, diese Seite habe ich vllt. etwas zu stiefmütterlich behandelt. Es ist leider so, dort wo viel Geld vorhanden ist, wollen auch viele Leute mitverdienen. Die Solitärposition, die sie u.a. ansprechen, ist natürlich vorhanden und spielt eine große Rolle. In Luxembourg sind die Grundstückspreise fast nicht mehr bezahlbar, bis zu 3 mal so hoch. Da Trier außerdem eine recht hohe Lebensqualität bieten ist die Stadt Anlaufpunkt Nummer eins.

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