Anfassen erlaubt!? – Barrierefreier Museumsbesuch

Stadtmuseum Simeonstift bietet ein bundesweit einzigartiges Angebot für Blinde und Menschen mit Behinderung

Vom Audioguide und Broschüren in Leichter Sprache bis hin zu den Vermittlungsangeboten für blinde und hörgeschädigte Besucher. Das Stadtmuseum Simeonstift bietet ein bundesweit einzigartiges Angebot, mit dem Menschen mit Behinderung eigenständig und unabhängig das Museum besuchen können.

Anfassen erlaubt: Die Angebote für blinde Besucherinnen und Besucher sprechen alle Sinne an. Hier ertastet Karl Kohlhaas die mittelalterlichen Heiligenfiguren der Steipe am Hauptmarkt. © Christopher Ledwig
Anfassen erlaubt: Die Angebote für blinde Besucherinnen und Besucher sprechen alle Sinne an. Hier ertastet Karl Kohlhaas die mittelalterlichen Heiligenfiguren der Steipe am Hauptmarkt. © Christopher Ledwig

Im Rahmen seiner landesweiten Museumstour hat der rheinland-pfälzische Behindertenbeaufragte Matthias Rösch am Donnerstag auch das Stadtmuseum Simeonstift besucht. Im Rahmen der Nero-Ausstellung stellte Alexandra Orth, Mitarbeiterin des Stadtmuseums, der Delegation die vielfältigen Inklusionsangebote des Museums vor: Vom Audioguide und Broschüren in Leichter Sprache bis hin zu den Vermittlungsangeboten für blinde und hörgeschädigte Besucher.

Besonders beeindruckt zeigte der Behindertenvertreter sich von den sogenannten „Blinden-Kits“: Rollwagen, die mit multimedialen Angeboten ausgestattet sind: Gemälde können hier als Tastreliefs erfühlt werden, 3D-Drucke von Skulpturen vermitteln die Formen von Originalskulpturen und eigens entwickelte Hördokumente beschreiben nicht nur die Ausstellungsstücke, sondern geben auch einen Eindruck von der Atmosphäre eines Kunstwerks.

„Diese hoch innovativen Angebote zur barrierefreien Museumsgestaltung sind nach meiner Einschätzung bundesweit einzigartig“, erklärt Matthias Rösch in seinem anschließend veröffentlichten Erfahrungsbericht.

Das Blinden-Kit ist in Zusammenarbeit mit dem Fach Crossmedia an der Hochschule Trier entstanden. Ziel dieser Maßnahmen ist es, auch geistig und körperlich eingeschränkten Besuchern einen eigenständigen und unabhängigen Museumsbesuch zu ermöglichen.

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