Nachrichten: Arbeitsmarkt – Gute Entwicklung aus eigener Kraft

Arbeitslosigkeit mit 9.046 Personen auf neuem Tiefststand, Quote bei 3,4 Prozent

Die aktuellen Turbulenzen auf den Finanzmärkten und die Sorge vor einer neuen Wirtschaftskrise haben bisher keine Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt. Im Gegenteil, die Arbeitslosigkeit erreicht mit knapp über 9.000 Personen in der Region Trier einen neuen Tiefststand.Bei Meldungen über Arbeitsmarkt als ARTIKELBILD verwenden

„Die produzierenden Unternehmen unseres Bezirkes berichten uns von Auftragsbeständen bis zum Ende des Jahres, in einigen Branchen sogar noch weit darüber hinaus“, erklärt Wolfram Leibe, der Chef der Trierer Arbeitsagentur. Der Arbeitsmarkt der Region lebt vom verarbeitenden Gewerbe und dem Handwerk, der größte Teil der Arbeitnehmer arbeitet in diesem Wirtschaftssektor. Dieser Wirtschaftsbereich ist in der Region zudem breit aufgestellt. „Wir haben hier keine Monostruktur mit einigen Riesenunternehmen, die Größe der Betriebe schwankt zwischen einem und rund 2.000 Mitarbeitern. Konjunkturelle Schwankungen werden daher auf vielen Schultern getragen“, erläutert Leibe.

Der größte Dienstleistungsbereich der Region, das Gesundheits- und Sozialwesen, hat sich schon in der letzten Krise als robust erwiesen und agiert relativ unabhängig von den Schwankungen der Finanzmärkte. Das Gesundheits- und Sozialwesen und das produzierende Gewerbe sind daher auch die Brachen, die innerhalb eines Jahres den stärksten Zuwachs an Arbeitskräften verzeichnen konnten. Die aktuelle Statistik weist für den 31. März bei der Gesundheits- und Sozialbranche mit 25.626 Beschäftigten 815 Personen mehr und bei der Produktion mit 36.997 Beschäftigten 712 Personen mehr als noch im März 2010 aus. Insgesamt ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten innerhalb eines Jahres um 3.649 Personen auf nunmehr 152.178 gestiegen.

Die aktuelle Entwicklung auf den Arbeitsmärkten ist für Leibe ein Zeichen der großen Bedeutung einer eigenständigen regionalen Beschäftigungspolitik. Lange Zeit galt in der Region der Satz: „Wenn es Luxemburg gut geht, geht es uns auch gut!“ Diese Einschätzung hat sich in den vergangenen Monaten relativiert. Während die Zahl der Arbeitslosen in Luxemburg in den vergangenen Monaten stetig gestiegen ist, sinkt sie im Raum Trier. „Seit der Wirtschaftskrise 2009 entwickeln sich die Arbeitsmärkte in Trier und Luxemburg in entgegengesetzte Richtungen. Das zeigt, dass die Region Trier auch ein eigenes großes Potenzial besitzt“, meint Leibe. Gleichzeitig ist die Zahl der Grenzgänger von ca. 28.000 im Jahr 2008 auf nunmehr rund 25.500 zurückgegangen. „Luxemburg ist weiterhin die wichtigste Antriebsquelle der regionalen Entwicklung, aber es gibt inzwischen auch viele andere wichtige Impulsgeber“, formuliert es der Arbeitsagenturchef. Die Unternehmen der Region besitzen eine hohe Innovationskraft und agieren inzwischen weltweit. In einem Punkt bleibt für die Agentur für Arbeit aber ein Risiko bestehen: Bei den bisherigen Arbeitslosmeldungen gibt es noch keinen negativen Anzeichen aus dem luxemburgischen Finanzsektor, aber im kommenden Jahr laufen viele der langen Kündigungsfristen aus dem Jahren 2008 und 2009 aus. Es ist durchaus möglich, dass die Region nach langen Jahren des Exports der von Arbeit nach Luxemburg auch einen Teil der dortigen Arbeitslosigkeit importiert. „Durch unsere guten Kontakte in die luxemburgische Arbeitsverwaltung wissen wir aber, dass man sich dort dieser Situation durchaus bewusst ist und aus Erfahrung wissen wir auch, dass das übersichtliche Land Luxemburg mit seinen kurzen Entscheidungswegen oft zu schnellen und innovativen Lösungen in der Lage ist, als wir uns das hier in Deutschland vorstellen können“, hofft Leibe.

Die Daten im Einzelnen

  • Bestand an Arbeitslosen: In der Region Trier sind derzeit 9.046 Menschen ohne Arbeit, das sind 251 weniger als im September und 941 weniger als im Oktober 2010.
  • Arbeitslosenquote: Die Arbeitslosenquote ist von 3,5 Prozent im September auf 3,4 Prozent gesunken. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,7 Prozent.
  • Stellenangebote: Den Arbeitsuchenden stehen aktuell 2.966 offen Stellen zur Verfügung, 170 weniger als im September, aber 245 mehr als im Oktober 2010. Seit Jahresbeginn wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Arbeitsgemeinschaften 11.464 offen Stellen gemeldet, 91 weniger als im Vergleichszeitraum 2010.
  • Ältere arbeitslose Personen: 2873 Arbeitslose gehören zur Altersgruppe 50plus, die Arbeitslosenquote der älteren Arbeitnehmer liegt bei 3,8 Prozent, vor einem Jahr lag sie noch bei 4,2 Prozent
  • Jugendliche: Unter 25 Jahre alt sind 1.082 Arbeitslose, in dieser Altersgruppe beträgt die Arbeitslosenquote 2,9 Prozent. Vor einem Jahr suchten noch 115 junge Menschen mehr nach einem Arbeitsplatz. Die Arbeitslosenquote der Jugendlichen lag damals bei 3,3 Prozent. Die Jugendlichen stellen damit zwölf Prozent der Arbeitslosen.
  • Männer und Frauen: 50,7 Prozent der Arbeitslosen sind Männer, 49,3 Prozent Frauen.

Regionale Situation

Stadt Trier

In Trier sind derzeit 2.821 Männer und Frauen ohne Arbeit, dies sind 301 weniger als im vergangenen Jahr und 140 weniger als im September. Die Arbeitslosenquote ist von 5,6 auf 5,3 Prozent gesunken. Im Oktober 2010 lag sie noch bei 5,9 Prozent.

Landkreis Bernkastel-Wittlich

Im Bernkastel-Wittlich sind derzeit 1.702 Männer und Frauen ohne Arbeit, dies sind 120 weniger als im vergangenen Jahr und 43 weniger als im September. Die Arbeitslosenquote ist von 2,9 auf 2,8 Prozent gesunken. Im Oktober 2010 lag sie noch bei 3,0 Prozent. Der Landkreis Bernkastel-Wittlich überholt damit erstmals den Landkreis Trier-Saarburg bei der Arbeitslosenquote.

Eifelkreis Bitburg-Prüm

In Bitburg-Prüm sind derzeit 1.222 Männer und Frauen ohne Arbeit, dies sind 206 weniger als im vergangenen Jahr und 31 weniger als im September. Die Arbeitslosenquote ist mit 2,5 Prozent im Vergleich zum September unverändert. Im Oktober 2010 lag sie noch bei 2,9 Prozent. Der Eifelkreis weist damit wieder die niedrigste Arbeitslosenquote in Rheinland-Pfalz aus.

Kreis Vulkaneifel

Im Kreis Vulkaneifel sind derzeit 1.239 Männer und Frauen ohne Arbeit, dies sind 257 weniger als im vergangenen Jahr und 2 weniger als im September. Die Arbeitslosenquote ist mit 3,9 Prozent stabil geblieben. Im Oktober 2010 lag sie noch bei 4,5 Prozent.

Landkreis Trier-Saarburg

Im Landkreis Trier-Saarburg sind derzeit 2.214 Männer und Frauen ohne Arbeit, dies sind 164 weniger als im vergangenen Jahr und 47 weniger als im September. Die Arbeitslosenquote ist von 3,0 auf 2,9 Prozent gesunken. Im Oktober 2010 lag sie noch bei 3,1 Prozent.

Blick über die Grenze – Luxemburg

Im Großherzogtum waren im September 14.634 Personen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote liegt mit 5,9 Prozent weiterhin auf hohem Niveau. Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit 2.378 Jugendlichen unter 26 Jahren unverändert hoch, der Anteil der Jugendlichen an allen Arbeitslosen beträgt 16,2%

 

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