Auf der Jagd nach dem ersten „Dreier“ – Eintracht Trier in der Pflicht

Wem gelingt der erste Sieg im Jahr 2014?

Von Niklas Stilz

Wenn am frühen Sonntagnachmittag auf dem Stadion Oberwerth in Koblenz die heimische TuS auf Eintracht Trier trifft, kann es für beide Teams nur um eins gehen: Endlich den so wichtigen ersten Dreier im Jahr 2014 einfahren. Die Ausgangslage ist für die Mannschaften ähnlich, beide haben nach dem verpatzten Start eine Menge gut zu machen. TuS-Coach Evangelos Nessos erwartet deshalb ein Spiel auf Augenhöhe – und eine Menge Kampf.

Eintracht Trier - SC Pfullendorf
Durchsetzungsvermögen, wie hier gegen Pfullendorf, wird auch gegen die TuS gefordert sein.

Obwohl die Partie gegen TuS Koblenz von weiten Teilen der Trierer Fanschar nicht als Derby gewertet wird, sind Anspannung und Vorfreude rund um das Duell mit der Elf vom Deutschen Eck spürbar. „Es wird ein kompliziertes Spiel. Beide Mannschaften haben ähnliche Voraussetzungen und Einiges gut zu machen. Die einen oben in der Tabelle, die anderen unten“, erwartet SVE-Trainer Roland Seitz eine Partie auf Augenhöhe. Auch der Teamchef der Gastgeber aus Koblenz, Evangelos Nessos, prognostiziert im Gespräch mit 5vier.de ein enges Duell: „Wir sind so selbstbewusst zu sagen: Zuhause können wir jeden schlagen! Aber wir wissen auch, dass es für Trier vermutlich die letzte Chance ist, nochmal oben anzugreifen. Deshalb erwarten wir ein knappes, kampfbetontes Spiel.“

Personell können die Koblenzer dabei fast aus dem Vollen schöpfen, lediglich Jerome Assauer, letztjähriger Top-Torjäger der TuS, wird mit einem Wadenbeinbruch noch langfristig fehlen. „Sonst haben wir derzeit alle Spieler an Bord, auch Dzaka und Softic sind mit dabei“, freute sich Teamchef Nessos. Auf Seiten der Gäste ist die Personalsituation hingegen ein bisschen angespannt, ausgerechnet Spielmacher Alon Abelski wird aufgrund seiner fünften Gelben Karte in Koblenz zuschauen müssen. Ein Ausfall des Edel-Technikers erscheint aufgrund der dünnen Personaldecke im Kader besonders schmerzhaft. Mit Innenverteidiger Michael Dingels gibt es aber auch einen Rückkehrer im Kader, der beinharte Defensivmann hat seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen. Fabian Zittlau fehlt nach wie vor wegen eines Knochenödems am Schambein. „Es geht ihm leider nicht besser, er wird immer wieder gebremst. Man kann nach wie vor keine konkrete Ausfallzeit prognostizieren“, gibt SVE-Cheftrainer Roland Seitz Einblick in das Lazarett.

Unter der Woche fehlte außerdem Torge Hollmann im Mannschaftstraining. Der 32-Jährige befindet sich aktuell auf einem Lehrgang, um eine Trainerlizenz zu erwerben. Dafür verweilt er von Montag bis zum heutigen Freitag in – natürlich – Koblenz. „Er ist unser Spion vor Ort“, witzelte Seitz diesbezüglich. Ob der Routinier trotz des verpassten Trainings in der Startelf steht, vermochte der Oberpfälzer noch nicht zu sagen: „Es sind noch 48 Stunden bis zum Spiel, da kann noch viel passieren. Deshalb kann ich aktuell noch nicht sagen wer auflaufen wird.“

„Das ist natürlich ein besonderes Spiel“

Eintracht Trier - SC Pfullendorf
Geht der Blick langsam nach unten? Trainer Roland Seitz war unter der Woche auch als Psychologe gefordert

Einer, der zuletzt immer in der Anfangsformation stand, ist der gebürtige Koblenzer und Ex-TuS-Spieler Lars Bender. Der Flügelspieler hat selber zehn Jahre für den Rivalen auf dem Platz gestanden und dabei auch die erfolgreichen Jahre in der zweiten Liga miterlebt. „Ich freue mich natürlich wieder in Koblenz zu spielen, es ist das erste Mal seit meinem Wechsel. Ich habe noch viele Bekannte in in der Stadt und im Verein“, verrät der 26-Jährige. Er stellte allerdings auch klar, „dass die alten Freundschaften für die 90 Minuten mal ruhen werden“.

Das Team von Trainer Evangelos Nessos wird jedoch alles geben, dem „verlorenen Sohn“ die Rückkehr zu verderben. „Die Eintracht hat einen starken und ausgeglichenen Kader, dessen sind wir uns bewusst. Aber wir werden unser Spiel durchziehen und alles geben. Ich glaube fest an einen Sieg“, äußert sich der Deutsch-Grieche optimistisch. Auch für den Teamchef der Koblenzer ist das Spiel ein besonderes. Seit seinem verletzungsbedingten Karriereende 2009 war der einstige Publikumsliebling in verschiedenen Funktionen für den Verein tätig, inzwischen ist er auch unabhängig vom Job großer Anhänger der „Schängel“: „Das ist natürlich kein Spiel wie jedes andere. Aber ich muss als Trainer trotz aller Euphorie jetzt einen kühlen Kopf bewahren und mich auf die taktischen Dinge konzentrieren.“

Dass es auch für die Gastgeber um einiges geht, wird beim Blick auf die Tabelle deutlich. Nach nur einem Punkt aus den ersten drei Partien im Jahr 2014 steht die TuS im unteren Tabellenmittelfeld – und muss endlich gewinnen, möchte man nicht mehr in den Abstiegskampf hineinrutschen.

Trainer Seitz als Übungsleiter und Psychologe

Kaiserslautern II - Eintracht Trier
„Wir wollen uns mal wieder selbst belohnen“ – Lars Bender möchte endlich wieder jubeln.

Auch ein Stückchen weiter die Mosel hoch ist die Situation angespannt, Eintracht-Coach Roland Seitz fungierte neben seiner Rolle als Übungsleiter unter der Woche auch als Psychologe. „Es geht darum, dass ich jetzt ein Stück weit auch den Druck von der Mannschaft nehme. Klar ist nach dem verpatzten Start jetzt auch Angst mit dabei, das Selbstvertrauen nicht mehr so da“, bilanziert der Oberpfälzer seine Eindrücke aus dem Kreis der Mannschaft. Nach wie vor hadert man im Lager des SVE auch mit den individuellen Fehlern aus den vergangenen Partien. Der vergebene Elfmeter in der Schlussminute gegen Zweibrücken, die bitteren Fehler gegen Kaiserslautern und auch der verschenkte Punkt gegen Pfullendorf treiben den Trierer Coach noch immer um: „Im Sport gibt es diese entscheidenden Situationen. Da können sich in einer kleinen Szene auch schon mal die nächsten Tage und Wochen entscheiden.“

Ein Spieler, der in den letzten beiden Partien durch kleinere und größere Fehler Punkte gekostet hat, ist Keeper Chris Keilmann. Der junge Schlussmann genießt allerdings trotz der Unsicherheiten weiterhin das Vertrauen des Trainer :“Er ist definitiv weiterhin unsere Nummer eins. Ich habe mich die Woche auch mal mit ihm unterhalten und ihm Mut gemacht. Er muss jetzt einfach wieder so unbekümmert auftreten wie in der Hinrunde. Da hat er uns den Kasten nämlich klasse sauber gehalten“, erstickt der Coach jede Torwartdiskussion im Keim.

Die Fans dürfen am Sonntag also mit einer spannenden und mit Sicherheit für beide Teams auch richtungsweisenden Partie rechnen. Um 14 Uhr erfolgt der Anstoß auf dem Oberwerth, zahlreiche Fans des SVE werden ihr Team begleiten und auch am Deutschen Eck gewohnt lautstark unterstützen. Mut machen sollte den Anhängern dabei die Kampfansage von Mittelfeldmann Bender: „Wir wollen unbedingt die drei Punkte und uns mal wieder selbst belohnen. Da ist es vollkommen egal wo wir spielen.“

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