Basketball: 105:72 – TBB in Oldenburg abgefertigt

15 Minuten war es ein Spiel auf Augenhöhe, dann ein besseres Scheibenschießen: Oldenburg nimmt Trier regelrecht auseinander und verwandelt 14 Drei-Punkte-Würfe. Nach dem Achtungserfolg gegen Bonn wird die Tabellensituation allmählich prekär.

Ohne Leistungsträger Dragan Dojcin (Knieprobleme) und gleich zwei krankheitsbedingt geschwächten Centern trat die TBB gegen eines der Topteams der BBL an – denkbar schlechte Voraussetzungen für den so dringend nötigen Auswärtssieg. Trotzdem begann die Partie gegen den Tabellensechsten mit einem Hoffnungsschimmer: Die Gastgeber verteidigten nur mit halber Kraft und ließen sich den Ball mehrmals abjagen. Superstar Bobby Brown eröffnete mit einem Dreier und deutete schon mal an, unter welchem Zeichen diese Begegnung stehen würde – Dauerfeuer von jenseits der 6,75 Meter. Trotzdem hielt Trier im ersten Viertel gut mit und nutzte dank John Bynum und Duracell-Hase Nate Linhart Lücken in der bisweilen laschen Oldenburger Defense. Zur Viertelpause stand es daher leistungsgerecht 26:22.

Oldenburg explodiert im zweiten Viertel

Schmerzlich vermisst: Dragan Dojcin Foto: Thewalt
Schmerzlich vermisst: Dragan Dojcin Foto: Thewalt

Auch der Auftakt ins zweite Viertel konnte sich sehen lassen; zunächst markierte Andi Seiferth seine inzwischen obligatorischen zwei Punkte gegen Sead Sehovic, danach streute Oskar Faßler einen Dreier ein. Faßler, nach seiner Genesung nie wirklich in Bestform, zeigte überhaupt eine seiner besseren Leistungen und verhalf der TBB zu einem echten Run gegen die Topfavoriten, zumal er Oldenburg im direkten Gegenzug mit starker Verteidigung zur Shot Clock Violation zwang. Dann ein irrer Pass von John Bynum auf Philip Zwiener im Fastbreak – Trier führte mit 30:31!

Oldensburgs Coach Predrag Krunic nahm sofort die Auszeit, um den Trierer Lauf zu unterbrechen. Mit Erfolg: Burrell und Nationalspieler Bahiense de Mello, zweimal ohne nennenswerte Gegenwehr erfolgreich, holten die Führung zurück. Samy Picard, nach langer Zeit wieder für die TBB im Einsatz, führte sich sofort mit einem Dreier ein und eröffnete das muntere Scheibenschießen – leider mit dem wesentlich besseren Ende für Oldenburg, die nach zwei Dreiern von Brown und Hasbrouck praktisch alles trafen. Jetzt standen die Gastgeber auch defensiv gut – ein schweres Los vor allem für die krankheitsgeschwächten Seiferth und Zirbes. Innerhalb weniger Minuten hatten die Baskets einen beachtlichen Vorsprung herausgespielt, der so gar nicht zum Spielverlauf der ersten 15 Minuten passen wollte. Zur Pause lag Trier mit 49:34 bereits klar zurück.

Klare Angelegenheit nach der Pause

Pech für die TBB, die im Grunde gar kein schlechtes Spiel machte, dass die Baskets ihr Heimspiel zum persönlichen Dreierwettbewerb auserkoren und mit 14 von 26 Versuchen auch prozentual glänzten. Deren Vorsprung wuchs auf etwa 20 Punkte und bleib auch da; zwar brachten Linhart, Faßler und Bynum  Trier nochmal auf 14 Punkte heran, doch die Schwächephase am Ende des zweiten Viertels erwies sich als Kredit, der nicht mehr zurückgezahlt werden konnte. Zudem gelangen gegen den Gastgeber kaum stops, gute Trierer Offensivaktionen wurden stets beantwortet und blieben in der Gesamtabrechnung entsprechend wirkungslos. Oldenburg schoss weiter aus allen Rohren, Topscorer Rickey Paulding beendete das dritte Viertel bezeichnenderweise mit einem Dreier zum 78:59.

Niederlage in Zahlen: Vorteil Oldenburg
Niederlage in Zahlen: Vorteil Oldenburg

Zu diesem Zeitpunkt war die Partie weitestgehend entschieden. Oldenburg machte im letzten Viertel da weiter, wo sie aufgehört hatten: Bahiense de Mello und Brown trafen für drei und ebneten den Weg zur 100er-Marke, die der Meister von 2009 schlussendlich auch knackte. Trier gab sich nicht auf, hatte der umwerfenden Treffsicherheit des Gegners aber nur wenig entgegenzusetzen.

Das Endergebnis von 105:72, wiewohl in der Höhe ungewöhnlich und keineswegs repräsentativ für den gesamten Spielverlauf, bedeutet die zwölfte Niederlage in 17 Spielen. Sie zeigt, dass Trier den Verlust von Leistungsträgern nur schwer kompensieren kann – die Abwesenheit von Veteran Dragan Dojcin wiegt schwer auf den Schultern des jungen Teams. Wann der Serbe wieder einsatzbereit ist, bleibt abzuwarten – zumindest die lange Garde mit Zirbes und Seiferth sollte gegen Braunschweig (14.1.) wieder gesund antreten können.

Statistik

TBB Trier: Linhart (17), Joyce (6), Saibou (0) Zwiener (7), Zirbes (7), Faßler (8), Seiferth (2), Washington (5), Bynum (15)

EWE Baskets Oldenburg: Brown (17), Chubb (18), Paulding (14), Burrell (17), Hasbrouck (14), Bahiense de Mello (5), Razis (3), Smeulders (6), Smit (1), Sehovic (7), Freese (3)

Stichworte:

Kommentare (0)

Trackback URL | RSS

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln