Basketball: Die zwei Gesichter der TBB – Heimsieg gegen Bayreuth

Hoch geführt und doch fast verspielt: Gegen die Gäste aus Bayreuth bekamen die Zuschauer in der Arena am Samstagabend allerhand für ihr Eintrittsgeld geboten. Nach einer überragenden ersten Halbzeit und zeitweise 21 Punkten Vorsprung wurde es am Schluss noch einmal richtig knapp.

Text: Matthias Spieth / Fotos: Vinzenz Anton

Maxim Shtein

Für Maksym Shtein war das Wiedersehen mit Trier eher anstrengend

Die zwei Gesichter der TBB: Eines bevorzugt aggressive Defense und Punkte am Fließband, das andere eine Zitterpartie in den Schlussminuten. Nur gut, wenn man von einem dicken Vorsprung zehren kann! Der angereiste BBC Bayreuth hatte  in den ersten beiden Vierteln jedenfalls nichts zu lachen. „Trier hatte uns vollkommen im Griff“, befand auch Marco van den Berg, der gegen Trier das erste mal als Trainer der Bayreuther an der Seitenlinie stand. Grund dafür war die aggressive Defense, mit der die Oberfranken nicht zurecht kamen. Die konnten das Spiel bis zum 14:14 zwar noch ausgeglichen gestalten, mussten danach aber mitansehen, wie die Trierer jeden einfachen Korberfolg unterbanden. Auch Gäste-Center Maksym Shtein, von 2008 bis 2010 bei der TBB unter Vertrag, konnte sich bei seiner Rückkehr in der von Maik Zirbes regierten Zone kaum durchsetzen.

Schnelle Punkte? Not in my house!

Bis zur Viertelpause setzte sich Rödls Truppe auf 5 Punkte ab, erhöhte danach nochmals die Intensität. Den mehr oder minder erzwungenen Würfen der Gäste folgten jeweils starke Aktionen von Maik Zirbes (10 Punkte im ersten Viertel), Philip Zwiener und Nate Linhart. Schnell war das Polster auf 18 Punkte angewachsen. Vor allem Linhart, nach Rödl zuletzt „etwas unter seinen Möglichkeiten geblieben“, schaltete den Turbo ein und machte sein bis dato bestes Spiel im TBB-Dress. Bezeichnend, wie er sich beim Versuch, in Ballbesitz kommen, halsbrecherisch in die Bande krachen ließ. Im Gegensatz zur lädierten Werbefläche blieb der US-Amerikaner unversehrt. Den Bayreuthern blieb der Weg durch die Zone derweil weitestgehend versperrt, man suchte sein Heil im Distanzwurf – vergebens: 9 von 26 aus dem Feld bei einer Quote 35% zur Pause gruben Sorgenfalten in van den Bergs Gesicht.

Das verflixte dritte Viertel

Zu Beginn der zweiten Halbzeit schien sich die Geschichte fortzusetzen. Linhart und Zwiener brachten die TBB mit verbissenem Rebounding und Attacken auf die Zone der Bayreuther mit bis zu 21 Punkten in Front – dann allerdings wendete sich das Blatt. Zunächst steigerte sich der BBC defensiv deutlich, ließ die Trierer wiederholt auflaufen. Die hielten den Vorsprung bis zum Ende des Viertels zwar bei 15 Punkten, hatten aber sichtlich Mühe, die aufreibende Spielweise der ersten Hälfte aufrecht zu erhalten.

Nate Linhart im Kampf um den Rebound

Gab keinen Ball verloren: Nate Linhart machte dem BBC Bayreuth schwer zu schaffen

Zudem musste man auf Oskar Faßler verzichten, der nach gerade überstandener Magen-Darm-Erkrankung noch nicht wieder einsatzfähig war. Die Kräfte schwanden sichtlich. Bayreuth dagegen hatte – gemäß der Devise „über den Kampf ins Spiel“ plötzlich die Defense erfunden und schraubte die tolle Feldwurfquote der TBB auf 51% herunter. Insgesamt häuften sich nun die Ballverluste, um Rebounds wurde mit Zähnen und Klauen gekämpft.

Vorsprung über die Zeit gerettet

Ein Freiwurf-Festival im letzten Viertel war die logische Konsequenz. Damit haderten offenbar in erster Linie die Trierer: „Ausbaufähig“, nannte Henrik Rödl die 65%ige Quote im Anschluss. Sowohl Joyce als auch Zirbes setzten wichtige Punkte daneben. Nach einem schockierend guten Wurf von Tyler Smith waren die Franken plötzlich auf 62:54 herangekommen und knabberten weiter eifrig am Rückstand. Nervöse Stimmung in der Arena. Aber die Uhr war auf Seiten der Gastgeber, die nach dem zwischenzeitlichen Tief wieder dagegen hielten. Den Gästen ging schlicht die Zeit aus. „Wir hätten das Momentum fast drehen können“, so BBC-Trainer van den Berg nach dem Spiel, „aber wir haben die easy shots nicht getroffen.“ Mit viel Übersicht und Willenskraft konnte die Aufholjagd bis zum Spielende verschleppt werden, woran auch der kuriose Dreier von Corey Stokes zum 68:62-Endstand nichts mehr änderte. Mit dem Sieg bleiben die Playoff-Plätze in Schlagdistanz.

Statistik

TBB Trier: Joyce (9), Zwiener (9), Dojcin (7), Gallup (4), Zirbes (15), Linhart (14), Saibou (0), Seiferth (2), Picard (2), Bynum (6)

BBC Bayreuth: Wyrick (0), Gibson (10), Hunter (14), Ibekwe (9), Jeanty (6), Schmidt (4), Smith (6), Shtein (4), Schmitz (0), Stokes (9)

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