Basketball: Favoritensturz verfehlt – Trier verliert beim FC Bayern

Wieder gut gespielt, wieder verloren: Nach der Heimniederlage gegen Berlin verpasst Trier auch beim FCB denkbar knapp den Sieg. Dumm nur, dass sich die Mannschaft für ihre Leistung nichts kaufen kann – und bis auf weiteres im Tabellenkeller festhängt.

Anders als gegen Alba lieferte Trier diesmal von Beginn an eine enorm couragierte, zeitweise sogar leicht überlegene Leistung. Angespornt von den rund 150 mitgereisten Trierer Fans legten Dragan Dojcin und Maik Zirbes den Grundstein für eine schnelle 8:0-Führung gegen den hochambitionierten Aufsteiger, der sich erst einmal sortieren musste. In einem von guten Distanzwürfen geprägten ersten Viertel wurde Bayern-Star Chevon Troutman (Center) effektiv aus dem Spiel genommen, daher suchte der FCB sein Glück vor allem im Distanzwurf. Die Nationalspieler Robin Benzing und Philipp Schwethelm beantworteten den Trierer Blitzstart mit Treffern von jenseits der Dreierlinie. Überragender Mann in der Anfangsphase war aber TBB-Neuzugang James Washington, der nach seiner Einwechslung sofort traf. Mit einer überragenden Leistung und dementsprechend verdienten 17:23-Führung ging Trier in die Viertelpause.

Bayern-Run und hartnäckige Trierer

Topscorer für Trier mit 16 Punkten: Maik Zirbes. Foto: Thewalt

Topscorer für Trier mit 16 Punkten: Maik Zirbes. Foto: Thewalt

James Washington hinterließ mit dem erneuten Dreier zu Beginn des zweiten Viertels eine weitere Duftmarke: Der 23-jährige US-Amerikaner ersetzt den zuvor etwas glücklosen E.J. Gallup tadellos und wird seinem Ruf als treffsicherer Schütze gerecht. Unverändert formschwach dagegen Oskar Faßler, der seit seiner langwierigen Magen-Darm-Erkrankung unsicher wirkt. Dafür traf er mit dem Fadeaway-Jumper zum 24:29 für Trier. Wichtig für ihn, aber eine Zäsur im Trierer Spiel, weil der FC Bayern sich im Anschluss auf seine Favoritenrolle besann und mit einem 8:0-Lauf an den Gästen vorbeizog. Nach der Halbzeitpause intensivierten die Münchener ihre Bemühungen noch, jetzt kam auch Chevon Troutman immer besser ins Spiel. Trier schien die Konzentration der Anfangsminuten verloren zu haben, ließ sich aber nach einem zwischenzeitlichen Run der Bayern nicht ganz abhängen und blieb dank Rookie Washington, Allstar-Kandidat Zirbes und Routinier Dragan Dojcin in Schlagdistanz. Mit einem einem Zwischenstand von 56:51 für München ging es mit viel Selbstbewusstsein ins letzte Viertel – hier war noch alles drin!

Die Sache mit den Freiwürfen

Gegen den haushohen Favoriten zu verlieren, ist keine Schande. Die Art und Weise einer solchen Niederlage unter Umständen aber doch. Nichts anderes konnte man zuletzt über die indiskutabel schlechte Freiwurfquote der Trierer sagen. Auch gegen den FCB  sprang an der Linie nur eine 61-prozentige Quote heraus; viel zu wenig in einer engen Schlussphase, in der es um jeden Punkt ging. Ausgerechnet Go-to-guy Dru Joyce, in wichtigen Momenten der Anführer des Teams, traf nur 3 von 6 Freiwürfen, machte es damit aber auch nicht viel schlechter als die meisten seiner Mannschaftskollegen.

Knapper Vorsprung, knapper Rückstand: Wechselhaftes Vergnügen für die TBB

Knapper Vorsprung, knapper Rückstand: Wechselhaftes Vergnügen für die TBB

 

Obwohl Maik Zirbes im letzten Viertel zu absoluter Hochform auflief (Partie-Bestwert im BBL-Effektivitätsranking), hinten wie vorne einen Rebound nach dem anderen pflückte – zu mehr als einer wohlverdienten Nominierung ins All-Star-Team dürfte das nicht gereicht haben. Dabei war die TBB durchaus in der Lage, einen Sieg aus München zu entführen. Defensiv perfekt eingestellt, ließen die Gäste wenig zu und kamen nach zwei tatsächlich verwandelten Freiwürfen von Nate Linhart zum Ausgleich: 61:61 bei 3:50 Minuten Restspielzeit. Dass der Favorit dann doch die Oberhand gewann, lag vor allem an den überragenden Troutman und Wallace (jeweils 18 Punkte).  Henrik Rödl lief die Zeit davon, aber auch drei Auszeiten in den letzten zwei Minuten brachten keinen brauchbaren Spielzug mehr aufs Parkett. Der FCB verwaltete den kleinen Vorsprung geschickt, verwandelte seine Freiwürfe sicher und gewann schließlich 76:70.

Zurück bleibt eine erneut respektable Leistung gegen ein BBL-Topteam, gute Vorstellungen der Youngsters Washington und Zirbes und die Hoffnung, dass dabei bald auch Zählbares herausspringt. Gegen Meister Bamberg (am 27.12.) wird diese Aufgabe nicht einfacher sein.

Statistik

TBB Trier: Linhart (5), Joyce (5), Saibou (0), Zwiener (7), Dojcin (10), Faßler (6), Seiferth (2), Washington (13), Picard (0),  Zirbes (16), Bynum (6)

FC Bayern Basketball: Wallace (18), Troutman (18), Hamann (2), Schwethelm (8), Nadjfeji (0), Benzing (15), Hansbrough (3), Greene (5), Jagla (0), Homan (7)

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