Kampf gegen Windmühlen – TBB 84:96 gegen Bamberg

Eine leidenschaftliche Vorstellung der TBB Trier reichte am Sonntagabend gegen die Brose Baskets Bamberg nicht. Der amtierende Meister traf aus allen Lagen und war vor allem von der Dreierlinie brandgefährlich. „Rückkehrer“ Maik Zirbes kam auf 10 Punkte.

Mit dem Mut der Verzweiflung: Nate Linhart zieht gegen Sharrod Ford. Foto: Thewalt

Mit dem Mut der Verzweiflung: Nate Linhart zieht gegen Sharrod Ford. Foto: Thewalt

Der Topfavorit startete vor 4574 Zuschauern gewohnt selbstbewusst und ließ den Ball von Beginn an schnell laufen. Gegen das Doppeln von Jeremiah Massey und Maik Zirbes zog Bamberg die richtige Option und machte das Parkett mit Pässen auf Gavel und Jacobsen breit; die Distanzschützen verwandelten dann auch sicher. Offensiv versteckte sich Trier allerdings ganz und gar nicht, insbesondere Barry Stewart – im Hinspiel schon mit überragenden 20 Punkten – bewies eine heiße Hand und verbuchte bis zur Pause schon zehn Punkte bei hundertprozentiger Wurfquote. Defensive Stops waren allerdings Mangelware ; so hatte Bamberg auf jede Trierer Attacke eine direkte Antwort parat. Zur brutalen Effizienz der Gäste gesellten sich eine Reihe kontroverser Schiedsrichterentscheidungen, die für lautstarken Unmut in der Arena sorgten. Streitbare Pfiffe gegen Linhart und Mönninghoff stellten die Disziplin der jungen Truppe auf eine harte Probe. Zur Pause schien Bamberg mit 47:61 souverän in Führung zu liegen.

Trierer Comeback nach 17-Punkte-Rückstand

Trier kam früh aus der Kabine und war offenbar entschlossen, den Hebel noch umzulegen. Nate Linhart verkürzte mit einem spektakulären Korbleger auf zehn Punkte. Ein Handgemenge zwischen Seiferth und Massey, der sich über die gesamte Spiellänge mit verbaler Aggressivität hervortat, endete glimpflich. Die Trierer Wut mündete stattdessen in einer intensiveren Spielanlage; Vitalis Chikoko dunkte sich den Frust von der Seele, und der formstarke Jermaine Bucknor schoss die TBB mit einem erlösenden Dreier zum Ende des dritten Viertels auf sieben Punkte heran. Trier gewann das Viertel mit 18 zu 11 Punkten und hatte nun mehr als einen Strohhalm, um sich an den Siegchancen festzuklammern – Bamberg schien doch nicht unschlagbar.

Schonungslose Effizienz des Meisters

Leider auch nur zwei Punkte wert: Brian Harper mit dem Slam über die Bamberger Defense. Foto: Thewalt

Leider auch nur zwei Punkte wert: Brian Harper mit dem Slam über die Bamberger Defense. Foto: Thewalt

Für Maik Zirbes erfüllte sich die Hoffnung auf einen positiven Empfang eher außerhalb des Parketts, denn auf der Spielfläche machten es ihm seine alten Kollegen nicht gerade leicht. Kumpel Andi Seiferth gewann das Duell mit elf Punkten und sieben Rebounds knapp, bekam allerdings auch wesentlich mehr Spielzeit. Gegen die geballte Scoring-Power der Herren Jacobsen (6 von 8 Dreiern, 23 Punkte) und Gavel (3 von 4 Dreiern, 18 Punkte) hatte die TBB aber immer noch kein Mittel. Entweder kam die Defense den entscheidenden Schritt zu spät, oder sprang nach einem angetäuschten Wurf ins Leere – auch das ein Zeichen des individuellen Klassenunterschieds, der beide Mannschaften trennt. Insgesamt 13 Dreier verwandelten die Gäste, und  bekamen darüber noch 32 Freiwürfe zugesprochen (27 Treffer). Weiterhin warf die TBB alles in die Waagschale. Vitalis Chikoko stopfte gegen Philipp Neumann, Bastian Doreth und Jermaine Bucknor trafen in den Schlussminuten jeweils den freien Dreier – prompt war man mit 84 zu 92 wieder in Schlagdistanz, als die Uhr schon gnadenlos gegen Trier lief. Ein Kampf gegen Windmühlen, denn da war da ja noch Casey Jacobsen, schon zu seinen NBA-Zeiten bei den Phoenix Suns als Dreierspezialist bekannt, der den letzten und entscheidenden Distanzwurf durchs Netz schickte. Mit 84:96 fügten die Baskets der TBB die fünfte Niederlage in Serie zu.

Headcoach Henrik Rödl zeigte sich angetan von der leidenschaftlichen Leistung seiner Mannschaft, gab aber zu bedenken: „Wir haben in der ersten Halbzeit 61 Punkte zugelassen, das ist zuviel auf diesem Niveau. Bamberg hat am Ende schließlich sehr abgeklärt gespielt.“ Gäste-Coach Chris Fleming zeigte sich indes erleichtert: „Das ist sicherlich keine leichte Halle hier. Am Ende war Casey Jacobsen ausschlaggebend, der ganz wichtige Würfe getroffen hat.“ Gegen die gebeutelten 46ers aus Gießen kann sich Trier am 23. Februar rehabilitieren.

Statistik

TBB Trier: Bucknor (15), Stewart (14), Harper (11), Linhart (11), Seiferth (11), Chikoko (8), Doreth (6), Saibou (5), Howell (2), Mönninghoff (1)

Brose Baskets Bamberg: Jacobsen (23), Gavel (18), Nachbar (14), Massey (13), Ford (12), Zirbes (10), Tadda (4), Schmidt (2), Neumann (0), Goldsberry (0)

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