Basketball-Oberliga: TVG Baskets derzeit auf Rang vier

Teil 2: 5vier.de präsentiert das Trierer Oberliga-Team, die TVG Baskets

Von Benedikt Rupp

Mit der TBB stellt Trier seit einigen Jahren einen Bundesligisten. Hervorgegangen ist die TBB allerdings aus dem TVG Basketball Trier, der 2001 aus dem Profibasketball ausgegliedert wurde. Der TVG fing von vorne an und baute eine neue Herrenmannschaft auf. Momentan spielen die Baskets in der Oberliga Rheinland-Pfalz/ Saar eine gute Rolle. Das Team von Trainer Michael Edringer belegt fünf Spieltage vor Saisonende den vierten Tabellenplatz.

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Die TVG Baskets Trier in der Oberliga-Saison 2013/14. Foto: Marc Neubert (TVG)

Wenn man in die Vergangenheit blickt, wird klar, dass die TVG Baskets Trier den Profibasketball in die Stadt gebracht haben. Im Jahre 1956 wurde die Basketballabteilung innerhalb des Vereins TV Germania Trier gegründet. Zunächst zählte man lange Zeit zu den Spitzenmannschaften auf regionaler Ebene ehe in der Saison 1985/86 der Aufstieg in die zweite Bundesliga gelang. Vier Jahre später schaffte der Klub dann sogar den Sprung in die Bundesliga. Die Abteilung Basketball wurde aufgrund dieses Erfolges ausgegliedert und als neuer Verein unter dem Namen TVG Basketball Trier gegründet. 1998 errang der TVG den deutschen Pokalsieg.

Ein Jahr darauf stieg das Unternehmen Herzog Telecom als Hauptsponsor ein und der Verein wurde in Herzogtel Trier umbenannt. 2001 wiederholten die Trierer Basketballer ihren nationalen Pokalsieg. Im selben Jahr aber musste der Hauptsponsor Insolvenz anmelden, sodass der Gesamtverein, der noch bis zum Sommer 2002 unter dem Namen Herzogtel in der ersten Liga antrat, durch die Trierer Basketball GmbH die Bundesligalizenz aufrechterhalten konnte. Von da an ging das Team mit dem Namen TBB Trier an den Start.

„Können gegen jeden gewinnen, aber auch verlieren“

Heute spielt der Klub mit seiner ersten Herrenmannschaft in der Oberliga Rheinland-Pfalz/ Saar. Die aktuelle Saison hatte bislang Höhen und Tiefen. Nach der Auftaktniederlage bei den BBC Fastbreakers Rockenhausen (83:93), errang der TVG zwei Erfolge in Serie. Im ersten Heimspiel der Saison wurden die Saarländer aus Ensdorf mit 78:69 besiegt. Danach gewann man in Treis-Karden einen wahren Krimi mit einem Zähler Unterschied (64:63). Nach einer knappen Pleite gegen den Spitzenreiter, die Lützel Baskets, folgten wieder zwei Siege ehe man dann wieder zwei Niederlagen (gegen BV Saar-Pfalz und SG Dürkheim/ BI Speyer II) hinnehmen musste.

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Mit der Nummer 14: Sören Allgeier, derzeitiger Topscorer der TVG (129 Punkte). Foto: Marc Neubert

„Die Saison ist sehr wechselhaft verlaufen, so wie das vor der Saison auch fast zu erwarten war. Grundsätzlich sind wir in der Lage gegen jede Mannschaft in der Liga zu gewinnen, aber auch gegen jede zu verlieren. Das haben wir gerade vor zwei Wochen unter Beweis gestellt, als wir beim Tabellenvorletzten Ensdorf verloren haben“, erklärt der Cheftrainer der TVG, Michael Edringer, der das Team die zweite Spielzeit trainiert.

Das erste Spiel im neuen Jahr ging, wie erwähnt, beim Tabellenvorletzten SG Ensdorf/ Griesborn mit 60:67 verloren, einem Gegner, den man laut Coach Edringer in Normalform hätte schlagen müssen. „Auf der einen Seite waren wir nicht konzentriert genug, auf der anderen Seite haben wir zu undiszipliniert gespielt. Wir haben unseren Spielplan nicht so umgesetzt, wie es sein sollte. Ensdorf ist eine Mannschaft, die uns aufgrund ihres Spielstils immer wieder Schwierigkeiten macht. Da muss man sich eben konzentriert an gewisse Grundzüge des Spiels halten. Das haben wir aber nicht über die komplette Spielzeit geschafft und uns dadurch eine völlig überflüssige Niederlage eingehandelt“.

Momentan belegen die Trierer Baskets den vierten Tabellenplatz und stehen somit im gesicherten Mittelfeld (sechs Siege, fünf Niederlagen). Es ist ein Rang, der in der momentanen Situation realistisch und als gut zu bewerten ist. „Wir haben am Anfang der Saison gesagt, dass wir sehr frühzeitig nichts mit dem Abstieg zu tun haben wollen. Dann wollten wir schauen, wie weit oben wir denn mitspielen können. Von dem, was sich dieses Jahr in der Liga getan hat, wäre eine Platzierung um Rang drei das Maximale, was wir rausholen könnten. Momentan sieht es aber eher nach einer guten Mittelfeldplatzierung aus. Aber das war in etwa das, was zu Beginn zu erwarten war“, erklärt der ehemalige Zweitliga-Spieler der TVG.

Viele Veränderungen im Kader

Der TVG hat in dieser Spielzeit einige personelle Veränderungen im Kader vorzuweisen. Es ist alles dabei: Rückkehrer, Zugänge, Abgänge und Verletzungen. „Man muss sagen, dass sich im Verlauf der Saison bei uns personell auch einiges geändert hat, wodurch die Mannschaft, die aktuell spielt, im Verhältnis gesehen nochmal deutlich ausgeglichener und stärker besetzt ist als die Mannschaft, mit der wir in die Saison gestartet sind“, so Edringer, der bereits über 40 Jahre Mitglied beim TVG ist.

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Aufbauspieler Sebastian Gallmeister fällt derzeit aus. Foto: Marc Neubert (TVG)

Markus Kästner, der schon letzte Saison für den TVG auf dem Parkett stand, verließ kurz vor Saisonbeginn den Verein und wechselte zur Regionalliga-Mannschaft des TV Saarlouis. Doch dort hielt es den TVG-Leistungsträger aus dem vergangenen Jahr nicht lange, sodass er bereits im Dezember wieder zur Mannschaft von Coach Edringer zurückkehrte. „Kästner ist in der Oberliga ein überaus starker Spieler. Nicht umsonst hatte er das Angebot nach Saarlouis zu gehen. Für ihn hat sich aber aufgrund seines Studiums hier in Trier herausgestellt, dass dies mit Basketball in Saarlouis schwierig unter einen Hut zu kriegen war. Also ist er wieder zu uns zurückgekommen“, sagt Edringer.

Mit Christian Jaster stieß vor ein paar Wochen ein Spieler zu den Baskets, der früher mal für Alba Berlin in der Nachwuchsbundesliga gespielt hatte und damals vom jetzigen Co-Trainer der TBB, Thomas Päch, trainiert wurde. „Er gibt uns auch noch mal eine ganz andere Tiefe in unserem Kader. In der letzten Saison waren wir froh, dass wir acht Spieler zusammenbekommen haben. Dieses Jahr können wir da mit einer Einschränkung aus dem Vollen schöpfen“.

Gemeint ist Sebastian Gallmeister, einer der besten Aufbauspieler der TVG. Er hatte die ganze Saison mit Knieproblemen zu kämpfen und fällt schon seit einiger Zeit wegen eines ausgefranzten Meniskus aus. Zudem wechselte Maximilian Biegel die Mannschaft innerhalb der TVG. Er spielt nun für die vierte Garnitur in der Kreisliga B. Aufgrund dieser personellen Wechsel und Ausfälle sind für Chefcoach Edringer die schwankenden Ergebnisse zu erklären: „Mit einem kompletten Kader wären wir mit Sicherheit in der Lage gewesen, so zu spielen wie letztes Jahr, also unter die ersten Drei zu kommen“.

Treis-Karden besiegt – Ligaprimus vor der Brust

Am vergangenen Wochenende machten die Basketballer der TVG die bittere Niederlage in Ensdorf vergessen und zeigten sich wieder von ihrer guten Seite. Gegen den Tabellennachbarn, den TuS Treis-Karden, gewannen die Trierer souverän mit 75:54. Bereits nach dem ersten Viertel führte das Edringer-Team mit zwölf Zählern (26:14). Zwar kamen die Gäste bis zur Pause nochmal auf acht Punkte heran, doch in der zweiten Hälfte drehten die Gastgeber nochmal auf und zogen am Ende des dritten Spielabschnitts auf 18 Zähler davon. Im letzten Viertel brannte dann nichts mehr an.

„Es war letzte Woche genau das Gegenteil vom Ensdorf-Spiel. Die Mannschaft hat das beherzigt, was nach diesem Spiel gewesen war. Wir haben von Anfang an sehr konzentriert gespielt. Das hat dazu geführt, dass wir dem Gegner unser Spiel aufgedrückt haben und uns ein guten Vorsprung erspielt haben, sodass die anderen einfach keine Chance hatten. Es war ein sehr gute Teamleistung“, bilanzierte Trainer Edringer.

Am heutigen Samstag reist der TVG zum Tabellenführer Lützel Baskets, die bislang erst eine Partie verloren haben. Im Hinspiel boten die Trierer lange Zeit Paroli und mussten in der heimischen Sporthalle am Mäusheckerweg eine knappe Niederlage hinnehmen (88:95). „Am Samstag treffen Welten aufeinander. Lützel hat ganz klar das Ziel aufzusteigen und nicht nur in die Regionalliga, sondern, wenn möglich, so schnell es geht in die Pro B. Ich habe meiner Mannschaft aber gesagt, dass es in der Liga keinen Gegner gibt, gegen den wir nicht gewinnen können. Lützel ist sicherlich der Favorit, aber wir werden uns nicht verstecken. Sie müssen uns erstmal schlagen“, meint Edringer.

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