Basketball: Ohne Nerven in der Krise

Schwacher Start in die Rückrunde: Nach neuerlich guter Leistung gegen ein Topteam geht die TBB wieder ohne Zählbares vom Parkett. Dabei ist der anhaltende Misserfolg nicht nur Pech – in den entscheidenden Momenten versagen die Nerven. Zudem fehlt es an Entlastung durch die Bank.

„Für mich ist er immer der Leader dieser Mannschaft“, stellt sich Henrik Rödl im TBB-Livestream demonstrativ hinter Dru Joyce, der Minuten zuvor drei von vier Freiwürfen vergeben hatte. „Das nächste Spiel ist immer das wichtigste, so dumm das auch klingt“, gibt sich der Cheftrainer kämpferisch. Bis dahin müssen seine Schützlinge vor allem gegen ein Problem kämpfen: die mit 67,1 % zweitschlechteste Freiwurfquote der gesamten Liga. Ein Problem, dass sich multipliziert, wenn ein weiteres hinzukommt: Nervenschwäche. Diese Kombination war auch im Spiel gegen den aktuell Tabellenfünften aus Braunschweig Gift für jegliche Zähler im Abstiegskampf. Nur 12 von 19 Freiwürfen verwandelte ein ansonsten vollkommen ebenbürtiges Trierer Team, das wenige Minuten vor Schluss noch wie der Sieger aussah.
Vor 3300 Zuschauern begann die Partie extrem ausgeglichen, in der Braunschweig auf Topscorer „Rich“ Melzer und Trier auf Dragan Dojcin verzichten musste, der nach wie vor an Knieproblemen laboriert. Trier agierte Dank Nate Linhart und Philip Zwiener offensiv hellwach, lag zwischenzeitlich in Führung, ließ dafür aber defensiv einiges zu. Ex-Albatross Immanuel McElroy profitierte davon und erzielte mit Punkten zum 17:16 die Braunschweiger Führung zum Ende des ersten Viertels.

Braunschweig all the way, TBB schlägt im dritten Durchgang zurück

Nimmt sein Team in Schutz: Coach Henrik Rödl hofft auf Erfolge nach dem Allstar-Break. Foto: Vinzenz Anton
Nimmt sein Team in Schutz: Coach Henrik Rödl hofft auf Erfolge nach dem Allstar-Break. Foto: Vinzenz Anton

Dann schlug es ein im Trierer Gebälk, als Robert Kulawick zwei Dreier verwandelte  – der Auftakt in ein Viertel, das ohne Wenn und Aber den Gastgebern gehörte. Vor allem 2,21-Meter-Hüne Nick Schneiders machte den Trierern zu schaffen, die gegen das Defensivbollwerk der Phantoms aber auch zu statisch agierten. Schnell lag die TBB mit 11 Punkten hinten, schien wie gegen Oldenburg im zweiten Viertel einzubrechen. Glücklicherweise fingen sich die Gäste dieses mal und kamen bis zur Pause noch auf 36:29 heran, was vor allem an Philipp Zwiener lag (Topscorer der Partie mit 26 Punkten).

Braunschweig hatte auch im dritten Viertel zunächst die Iniative, erspielte sich durch Jorovic und Umeh einen 12-Punkte-Vorsprung. Glück für die TBB, das Go-to-guy Dru Joyce endlich traf und in Kooperation mit Fastbreak-Zählern von Zwiener und einem wichtigen Dreier von Nate Linhart zur Egalisierung des Rückstandes beitrug. Die machte wiederum All-Star Philip Zwiener mit Punkten zum 46:47 für Trier perfekt, nachdem Kulawick zuvor die ersten Braunschweiger Punkte seit vier Minuten verbuchen konnte. Ein toller Run der Gäste, die das Momentum gedreht und Braunschweig das Heft absolut aus der Hand genommen hatten. Daniel Theis glich vor dem Schlussviertel noch per Flugeinlage zum 50:50 aus.

Niederlage im Nervenkrieg

Die TBB konnte sich bei einem gewohnt hochmotivierten Nate Linhart bedanken, dass der Sieg lange in Reichweite lag. Der junge US-Amerikaner erzielte die ersten sieben Punkte seines Teams inklusive Block und Dunking im Alleingang. Dann traf sogar der bis dato vollkommen glücklose James Washington für drei und Trier lag mit sechs Punkten in Front. Zeit für den „McElroy-Faktor“ – der All-Star zeigte seine Qualitäten, verkürzte zweimal auf drei und schoss Braunschweig unter freundlicher Mithilfe von Branko Jorovic und 3300 aufgepeitschten Fans schließlich zur 73:71-Führung. Die TBB, lange am Drücker, verliert das Spiel an der Freiwurflinie: Dru Joyce vergibt 3 von 4, Michael Umeh verwandelt im direkten Gegenzug sicher 2 von 2 – das ist der Unterschied, der Braunschweig und Trier um zwölf Tabellenplätze voneinander trennt. Zumal die Braunschweiger Bank ihr Trierer Pendant um 15 Punkte schlägt – nur sieben Punkte kann die zweite Garde um John Bynum & Co zum Endergebnis beitragen. Den Rückstand von fünf Punkten kann Trier in 16 verbleibenden Spielsekunden letztlich nicht mehr wettmachen.
Der bevorstehende Allstar Day bedeutet eine fast zweiwöchige Pause im Spielplan – mehr als genug Zeit also, um sich auf das Heimspiel gegen Ludwigsburg am 29.1. vorzubereiten. Vielleicht auch, um das eine oder andere Freiwurftraining einzuschieben.

Statistik

TBB Trier: Linhart (16), Joyce (13), Zwiener (26),  Washington (6), Zirbes (4), Faßler (2), Seiferth (2), Picard (0), Bynum (3)

New Yorker Phantoms Braunschweig: Umeh (12), Visser (10), Jorovic (9), Greer (11), McElroy (14), Kulawick (9), Mittmann (9), Schneiders (0), Dennis (2), Theis (2)

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