TBB kämpft und unterliegt in „Freak City“

An der Einstellung lag es nicht – trotz leidenschaftlichem Aufbäumen gegen Tabellenführer Bamberg ging das ungleiche Duell mit 85:74 klar an die Brose Baskets. Dabei sah es nach einigen fulminanten Szenen in Durchgang zwei so aus, als könne die Sensation gelingen – am Ende machten die Gastgeber den Sieg aber mit der Abgebrühtheit eines Serienmeisters klar. Barry Stewart glänzte mit 20 Punkten.

Kein Grund für hängende Köpfe: Die TBB unterliegt trotz respektabler Vorstellung gegen den Champion. Foto: Thewalt

Zum Auftakt in einen brutalen 7-Tage-Trip gegen drei absolute Topteams der BBL traf die TBB am Mittwochabend auf Meister Bamberg. Alles andere als eine Niederlage wäre als Sensation durchgegangen – doch die blieb am Ende aus. Eine Niederlage mit Mehrwert war es allerdings, denn die Leistung von Rödls Jungs war keinesfalls blamabel. Stattdessen könnte das couragierte Auftreten in Halbzeit zwei als Vorbild für das kommende Heimspiel gegen Quakenbrück sein. Gegen standesgemäß hochklassige Bamberger reichte jedenfalls schon ein leicht verschlafener Start in die Partie, um ins Hintertreffen zu geraten – der frühen Hypothek von 10 bis 15 Punkten Rückstand lief die TBB lange hinterher. Denn Bamberg eröffnete den Tanz mit einem kleinen Dreierfestival, das Trier auf gleiche Weise zu beantworten suchte. Defensiv ließen Linhart und Kollegen freilich 29 Bamberger Punkte zu – etwas viel für ein Kräftemessen mit dem Champ. Bamberg erhöhte bis zur Pause auf 56:32, auch dank eines massiven Übergwichts bei herausgespielten und verwandelten Freiwürfen.

Special Guest Bauermann zollt der Trierer Leistung Respekt

Im Pausen-Interview mit basketball-stream.de zeigte sich der ehemalige Bamberg-Coach Dirk Bauermann – nach der Entlassung in München im September nach wie vor auf Arbeitssuche – angetan von der Trierer Entwicklung und der Vertragsverlängerung mit Henrik Rödl, den er als einen der besten drei Trainer in Deutschland bezeichnete.

Wie zur Bestätigung präsentierte sich die TBB zum Seitenwechsel von der besten Seite, intensivierte insbesondere die Defensivbemühungen. Barry Stewart (20 Punkte, 7 von 10 aus dem Feld, 5 Rebounds, 2 Steals) machte es den Gastgebern besonders schwer. Auf der Gegenseite glänzte Maik Zirbes trotz eventuell „komischer Gefühle“ bereits mit 11 Punkten gegen seinen alten Verein und Center-Kollege Andi Seiferth. Seiferth indes konnte das erhoffte Riesen-Duell aufgrund früher Foulprobleme nur bedingt annehmen, sodass Backup Vitah Chikoko mit 11 Punkten in die Bresche springen musste. Chikoko war es auch, der Trier mit einem Slam Dunk auf zehn Punkte heranbrachte – nur eine von vielen Klasseaktionen der TBB im dritten Viertel.

Wer Bamberg 20 Punkte einschenkt, darf auch zum Allstar-Day: Topscorer Barry Stewart. Foto: Thewalt

Wer Bamberg 20 Punkte einschenkt, darf auch zum Allstar-Day: Topscorer Barry Stewart. Foto: Thewalt

Bamberg aber hielt die Kettenhunde trotz offensiver Durststrecke clever auf Distanz – Casey Jacobsen dämpfte den Run schließlich mit einem von zehn Bamberger Dreiern. Trotzdem gehörten die letzten Highlights dieses denkwürdigen Viertels wieder Trier: Mathis Mönninghoff stopfte nach Alley-Oop-Zuspiel, Chikoko blockte anschließend Gavels Korbversuch, es stand 64:53. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Team für die schlechtere erste Hälfte rehabilitiert, Verschnaufpausen gab es für die Baskets nicht mehr.

Klasse schlägt Herz

Noch einmal versuchte Trier, den Hebel entscheidend umzulegen. Basti Doreth verwandelte einen Dreier zum 67:60. Die magische Zehner-Marke war geknackt, Trier in Schlagdistanz: So einfach ließen sich die Underdogs nicht auf die Heimreise schicken. Brian Harper – wahrlich nicht gerade als Jumpshot-Monster bekannt – ließ den nächsten Dreier folgen. Doch Bamberg hatte die passenden Antworten jetzt immer parat. Als die TBB den Vorsprung weiter einschmelzen wollte, kassierte Andi Seiferth das fünfte Foul – frühe Dusche für ihn. Center-Ersatz Chikoko folgte ihm wenig später. Jacobsen und Gavel korrigierten das Polster wieder nach oben – auch Stewarts Dreier änderte nichts mehr an der klaren 85:74-Niederlage. Trotzdem gab sich der Shooting Guard im Livestream-Interview anschließend selbstbewusst: „Wir haben uns nicht aufgegeben und gekämpft. Auf die zweite Hälfte können wir aufbauen.“ Gegen Quakenbrück wird diese Einstellung hilfreich sein, empfängt man die Dragons doch bereits am kommenden Samstag vor heimischer Kulisse (20 Uhr).

Statistik

Brose Baskets Bamberg: Gavel (16), Jacobsen (16), Ford (13), Zirbes (11), Gipson (10), Goldsberry (8), Nachbar (6), Neumann (3), Schmidt (2), Rockmann (0)

TBB Trier: Stewart (20), Harper (13), Chikoko (11), Linhart (8), Howell (7), Bucknor (5), Seiferth (5), Doreth (5), Mönninghoff (2), Saibou (0)

+++ TBB in Kürze +++

Stewart und Seiferth im Allstar-Aufgebot: Mit Barry Stewart und Andi Seiferth wurden zwei TBB-Profis ins Allstar-Team gewählt, gesellen sich damit zu Ex-TBB- und Nationalcenter Maik Zirbes und den absoluten Topstars der BBL. Beide können bereits am 19. Januar 2013 ihr Können unter Beweis stellen, wenn das Allstar-Event in Nürnberg steigt.

Buntic im U20-Tryout: DBB-Coach Frank Menz setzt auch in seiner neuen Rolle weiter auf intensive Nachwuchsarbeit. TBB-Nachwuchstalent Luka Buntic lud er nun als einen von 32 Spielern zum U20-Tryout nach Heidelberg ein.

5vier verlost Sitzplatztickets für Heimspiel gegen Artland Dragons: Bereits am kommenden Samstag erwartet die TBB Trier dann die Artland Dragons in der Arena (20 Uhr). 5vier verlost für das Bundesliga-Spiel 3 x 2 Sitzplatzkarten. Hier geht es zum Gewinnspiel.

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