TBB rettet Pflichtsieg gegen LTi Gießen 46ers

Knapper als gedacht: Nach fünf Niederlagen in Folge kann die TBB wieder Punkte einfahren. Gegen den Tabellenletzten und designierten Abstiegskandidaten lag Trier allerdings lange zurück – mit viel Dusel und einer starken zweiten Hälfte gelang doch noch ein 72:77-Erfolg der Marke „Pflichtsieg“.

Ganz stark mit 17 Punkte und 9 Rebounds: Nate Linhart. Archiv-Foto: Thewalt

Ganz stark mit 17 Punkten und 9 Rebounds: Nate Linhart. Archiv-Foto: Thewalt

Land unter in Gießen: Nach dem Insolvenzantrag in der laufenden Saison und sechs Punkten Abzug steht der Traditionsverein abgeschlagen am Tabellenende, der Abstieg in die Pro A ist kaum noch zu vermeiden; Leistungsträger mussten den Verein verlassen (5vier berichtete). Gegen die kriselnden Trierer standen mit Andreas Büchert, Dominik Spohr und Jonas Weiser daher gleich drei Nachwuchsspieler auf dem Feld. Leichtes Spiel für die Gäste? Von wegen: Gießen zeigte, dass sie nichts mehr zu verlieren haben, und heizte der TBB von der ersten Minute an gehörig ein. Mit 23:16 gewannen die Gastgeber das erste Viertel; vor allem Routinier Elvir Ovcina bekamen die defensiv harmlosen Trierer nicht in den Griff. Ex-Trierer Oskar Faßler erwischte ebenfalls einen Spitzentag, ließ bis zur Pause zwei Dreier und einen Slam-Dunk ‚in traffic‘ folgen – sehr zum Unwillen von Headcoach Henrik Rödl, der mitansehen musste, dass Gießen nicht nur ein Strohfeuer abfackelte, sondern faktisch überlegen war. Mit einer 43:37-Führung für Gießen ging aus Trierer Sicht noch vergleichsweise glimpflich in die Halbzeitpause.

Klare Steigerung nach desolatem Auftakt

Barry Stewart war mit 20 Punkten Topscorer der Partie. Archiv-Foto: Thewalt

Barry Stewart war mit 20 Punkten Topscorer der Partie. Archiv-Foto: Thewalt

Auch der Aufbruch ins dritte Viertel geriet zur Stolpertour: Ein kapitaler Fehlpass von Bastian Doreth, ein Unsportliches Foul von Nate Linhart, und die Gießener Rumpf-Truppe erhöhte auf 47:39. Erst mit einem Stewart-Dreier riss Trier das Ruder herum und hatte noch Glück, dass Oskar Faßler im direkten Gegenzug ausnahmsweise nicht traf. Dann folgten die ersten geordneten Spielzüge der Gäste, die defensiv endlich auf Augenhöhe agierten; Basti Doreth rehabilitierte sich mit einigen Big Points umgehend für seine bis zu diesem Punkt wackelige Vorstellung – mit seinen Punkten zum 51:52 eroberte Trier zum ersten Mal seit rund 25 Spielminuten die Führung zurück. Mit 54:54 ging es auf der ganz dünnen Klinge ins letzte Viertel. Doreth eröffete mit einem Dreier für Trier und legte den Hebel für sich und das Team endgültig um – Jermaine Bucknor ließ nach Steal und Dunk sogar auf eine Fünf-Punkte-Führung folgen. Gießen ließ allerdings nicht locker, kam auch durch Freiwürfe wieder ganz nah heran. Nach einem Alley-Oop von Point Guard Achmadschah Zazai auf den jungen Andreas Büchert korrigierten die Hausherren auf 62:64 und machten ein für allemal klar, dass es bis zum Schluss eng bleiben würde.

Die Erlösung aus Trierer Sicht lieferte Brian Harper, der den Trierer Vorsprung bei rund eineinhalb Minuten Restspielzeit auf sechs vergrößern konnte – Gießen fand schließlich doch keine passende Antwort mehr. Spohrs Dreier in der ‚garbage time‘ änderten auch nichts mehr; mit viel Dusel und einer beherzten Steigerung in der zweiten Hälfte sicherte sich die TBB den dringend benötigten Sieg mit 72:77. Nate Linhart, mit 17 Punkten und 9 Rebounds knapp am Double-Double vorbeigeschrammt, gab sich im TBB-Livestream erleichtert: „Gießen spielt sehr hart. Es war ein Kampf, aber am Ende haben wir gewonnen. Henrik war sauer, er hat gesagt, dass wir härter spielen und kämpfen müssen. Es war ein Must-Win.“ Mit dem Auswärtssieg gegen ein herzzereißend aufspielendes Gießener Team stoppt Trier die Talfahrt fürs erste, muss aber am kommenden Samstag, den 2. März (19:30 Uhr) gegen Bayreuth erneut in der Fremde antreten.

Statistik

LTi Gießen 46ers: Ovcina (17), Curry (15), Büchert (14), Spohr (10), Faßler (10), Zazai (6), Hanke (0), Weiser (0)

TBB Trier: Stewart (20), Linhart (17), Doreth (11), Harper (11), Bucknor (6), Chikoko (4), Seiferth (4), Howell (4), Chikoko (4),  Saibou (0), Mönninghoff (0)

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