Bezirksliga: Der Rückrunden-Rückblick von N bis Z

von Stephen Weber

Die Europameisterschaft 2012 ist gelaufen und nicht nur für die Mannschaften in der Bezirksliga-West beginnen die ersten Gedankenspielchen für die kommende Spielzeit. So ist es ein idealer Zeitpunkt, die Rückrunde der abgelaufenen Saison mit etwas Abstand Revue passieren zu lassen und um Lust auf die Neue zu wecken (hier geht es zum Hinrunden-Rückblick). 5vier.de liefert für Sie den Rückblick auf die Rückrunde der Bezirksliga-West-Saison 2011/12 von A bis Z.

Zell/Bullay-Alf rettete sich im Relegationsspiel (Foto: Stephen Weber)

Neulinge: Für die neu aufgestiegenen Bezirksliga-Novizen war es eine kontrastreiche Saison. Während Mehring II ohne Furcht vor großen Namen die Liga übertölpelte und gar zeitweise um den Titel mitspielte, taten sich Ahbach und Niederemmel schwer, sich in der höheren Spielklasse durchzusetzen. Niederemmel gewann in der Rückrunde lediglich bescheidene drei von 18 Begegnungen und wies eine Tordifferenz von -41 aus, weshalb man abgeschlagen als Tabellenschlusslicht den Trauermarsch in die Kreisliga A antreten musste. Auch für Ahbach verlief die Spielzeit in der Bezirksliga nicht sonderlich berauschend: Die komplette Saison hinweg kämpfte das Team vom Hartplatz gegen den drohenden Abstieg. Am 32. Spieltag jedoch keimte sogar berechtigte Hoffnung auf, als man sich nach einer starken Erfolgsserie bis auf Position 14 empor arbeitete. Doch klappten danach ihre Lungenflügel zusammen, sodass Ahbach der nötige längere Atem im Abstiegskampf fehlte. Mit 37 Punkten und Platz 17 kehrten sie nun in die Kreisliga A zurück.

Offensivspezialisten: Die torgefährlichsten Spieler der Rückrunde trugen das Krettnacher Wappen auf der Brust. 44 Treffer gelangen den Angriffsakrobaten aus dem Tälchen im Jahr 2012, allein 11 davon ihrem Toptorjäger Nicolas Hubo. Auf Rang zwei mit 43 Toren positionierte sich Lüxem/Wittlich, noch vor Leiwen-Köwerich und Mehring II, die sich mit je 40 Treffern auf Platz 3 und 4 wiederfinden. Über die gesamte Saison verteilt waren es die Mehringer, die immer durch torreiche Partien für Aufsehen sorgten. 85 Treffer in 36 Spielen führten die Zwote an die Spitze der Offensivwertung.

Der SV Mehring II ließ im Sturm wenig anbrennen (Foto: Stephen Weber)

Packungen: Von Trainern und Torhütern gefürchtet, von Zuschauern geliebt: Kantersiege. Von diesen so genannten „Packungen“ gab es in der Rückserie reichlich. So spielte Föhren am 26. Spieltag Lambertsberg auf heimischen Rasen mit 7:1 unter die Grasnarbe. Mit dem selben Ergebnis jagte Schoden wenige Wochen später Laufeld durch die Fußballhölle, während am selben Spieltag Mehring den damaligen Tabellennachbarn aus Ralingen mit 6:1 abfertigte. Auch die Fußballer aus Konz kanterten am 37. Spieltag, als man Niederemmel mit 6:2 in die Schranken verwies. In besonderer Torlaune präsentierten sich die Stürmer vor allem am letzten Saisonwochenende: Dort demoralisierte Lüxem/Wittlich die Gäste aus Dörbach mit 8:2 und Mehring demontierte Niederemmel mit einer 8:1-Klatsche.

Qualität: In der abgelaufenen Saison sind an 36 Spieltagen insgesamt 1188 Tore gefallen. Das macht einen Schnitt von genau 33 Toren pro Ansetzung. Und auch generell hat sich das Niveau zur Vorsaison angeglichen. Hielt man in der Spielzeit 2010/11 mit 33 Punkten noch die Klasse, wäre man dieses Mal als drittletzter sang- und klanglos abgestiegen. Und auch an der Spitze hat sich im Vergleich zur Vorsaison etwas verändert. Meister Stadtkyll reichten in der letzten Spielzeit 73 Punkte zum Aufstieg – So viel erntete auch Lüxem/Wittlich, die dieses Jahr als Tabellenzweiter in die Sommerpause trabten.

Relegations-Krimi: Die Entscheidung im Abstiegstrouble ging dieses Jahr in die Verlängerung. Morbach II und Zell/Bullay-Alf standen nach dem letzten Spieltag mit 41 Zählern punktgleich im Tabellenkeller, weshalb ein Relegationsspiel die Entscheidung um den letzten Absteiger herbeiführen musste. Und die Fans beider Vereine sahen am Piesporter Grün ein spannendes Finale, das erst in der Verlängerung mit 3:1 zu Gunsten der Spielgemeinschaft Zell/Bullay-Alf entschieden wurde. Die Morbacher Reserve muss nun in der nächsten Saison in der Kreisliga A auf Beutezug gehen.

Der SV Krettnach bewies Defizite in der Verteidigung (Foto: Stephen Weber)

Schießbude: Wenig überraschend führt Niederemmel diese verhasste Statistik mit weitem Abstand an. Gleich 66 Mal fand in der Rückrunde das lederne Rund den Weg in das Piesporter Tornetz und begrub so oftmals frühzeitig die Siegesträume des Absteigers. Auf Position zwei befinden sich Bitburg und Osburg, die beide 37 Gegentore verkraften mussten. Aber auch Teams aus der oberen Tabellenhälfte standen nicht immer sicher im Defensivverbund und waren vor Gegentreffern gefeit. Der Tabellenfünfte aus Krettnach musste 35 Mal den Ball nach einem gegnerischen Torerfolg zum Mittelpunkt tragen oder die Spielgemeinschaft aus Ralingen bittere 33 Mal. Über die ganze Saison betrachtet kassierte Niederemmel 105 Treffer in 36 Partien, was 2,91 Gegentore pro Spiel ergibt.

Torjäger: Der Mann mit dem goldenen Colt heißt Daniel Alsina Fonts. Der Stürmer von Leiwen-Köwerich, der im Vorjahr noch in der Rheinlandliga beim FSV Salmrohr spielte, setzte sich mit 38 Treffern die Torjägerkrone in der Bezirksliga auf. Hinter ihm folgt mit 34 Einschüssen Lukas Kramp von der SG Schoden, der bis zur Winterpause noch der heißteste Anwärter auf das Zepter war. Die weiteren Goalgetter der Saison sind Sebastian Hilgers (Ellscheid, 29 Tore), Andreas Theis (Großkampen, 28) und Andreas Neuerburg (Bitburg, 27).

Die Remiskönige aus der Vulkaneifel: SG Ellscheid (Foto: Stephen Weber)

Unentschieden-Könige: Der Sankt Martin der Bezirksliga stammt aus der Vulkaneifel. Ellscheid teilte so oft in der Rückrunde wie kein anderes Teams seine Punkte, insgesamt sieben Mal. Gar zwölf Unentschieden waren es unter dem Strich nach dem letzten Spieltag. Auch Krettnach, Osburg und Lambertsberg waren oft brüderlich gesinnt und verließen fünf Mal den Platz, ohne das ein Sieger ermittelt wurde. Das Gegenstück hierzu stellt die SG Schoden dar, die nach 36 Spieltagen bloß ein einziges Mal mit einer Punkteteilung nach 90 Minuten leben musste.

Vollgas: Einen Gang höher als in der Hinrunde schaltete der SV Föhren. War man nach der Hinserie nur auf Tabellenplatz 13, fand das Team um Spielertrainer Christian Esch nach der Winterpause immer besser in seinen Spielrhythmus und schloss die Rückrundentabelle als Dritter ab. 34 von 54 möglichen Punkte erspielte sich der SV – eine Bilanz, mit der sie über die gesamte Saison gerechnet ein kraftvolles Wörtchen um die Meisterschaft hätten mitreden können. Vor allem die Verteidigung präsentierte sich stark: Mit nur 26 Gegentreffer in 18 Partien war sie der Garant für den Umschwung. Föhren beendete die Saison mit 56 Punkten auf Position 7.

Weiße Weste: Ellscheid-Keeper Andreas Sicken erlebte bisher ein angenehmes Fußballjahr 2012. Dank einer gut sortierten Abwehr hatte der Schlussmann sicherlich manchmal mehr Freizeit als ihm lieb war, doch wenn er gebraucht wurde, stand er stets seinen Mann. Mit zwölf Spielen zu Null darf er sich nach dieser Rückrunde die Weiße Weste anziehen. Aber auch andere Torhüter hielten ihren Kasten sauber. Leiwen-Köwerichs Thorsten Lang und Ahbachs Andreas Kirstgen teilen sich mit je sechs Partien zu null einen respektablen zweiten Platz.

Die Fans bei der Arbeit (Foto: Stephen Weber)

XYZuschauer: Auch ein Gewinner der diesjährigen Saison ist der Fan. Die überwiegende Zahl der Bezirksligaspiele waren stets rege besucht und die Zuschauer unterstützten auch an den kalten Spieltagen zum Rückrundenstart ihre Mannschaft leidenschaftlich. Und sie wurde von ihren Vereinen für ihr Engagement oft mit sehenswerten Spielen und viel Einsatz belohnt. So kann man sich als Spieler, Verantwortlicher und Beobachter freilich auf die kommende Saison freuen.

Hier finden sie die Rückschau von A bis M

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