Bezirksliga: Die Sorgenkinder dürfen wieder lachen – Zusammenfassung

von Stephen Weber

Freude in Konz und in Krettnach. Die beiden bisher sieglosen Teams konnten am Wochenende ihre ersten Erfolge verbuchen. Krettnach schlug die SG Oberweis mit 3:1 und Konz bezwang vor heimischer Kulisse die SG Auw mit 3:0. Und auch auf den anderen Plätzen geschah einiges: Die Irscher Siegesserie riss beim 1:1-Remis gegen den SV Dörbach, während die SG Wittlich durch ein 5:1 über die SG Landscheid weiterhin ohne Punktverlust bleibt. 5vier.de liefert die Zusammenfassung des 6. Spieltags.

Sein Schuss traf nur das Aluminium. (Foto: Anna Lena Grasmück)

SV Dörbach – SG Irsch 2:2 (1:2)
Es gibt torlose Unentschieden, langweilige Unentschieden, unverdiente Unentschieden, aber auch Unentschieden, wie am Freitag in Dörbach. Das Publikum an der Salmtaler Sportanlage sah ein temporeiches Spiel, vier Tore und nach Schlusspfiff rundum zufriedene Teamchefs. Dörbach-Coach Rudi Jung meinte dazu im Interview: „Das war, und da bin ich mir mit den Zuschauern und dem Gäste-Trainer Peter Schuh einig, ein wirklich sehr gutes Fußballspiel. Es war dynamisch, von beiden Seiten exzellent geführt und trotzdem äußerst fair.“ Und das Ergebnis? „Irsch war in der ersten Halbzeit besser, hat die Chancen kaltschnäuziger genutzt. Nach dem Seitenwechsel waren wir dann näher am Sieg. Von daher geht das Unentschieden vollkommen in Ordnung.“ Erfrischend ehrliche Worte nach einer Punkteteilung, die dem Spielverlauf gerecht wurde.

Die Partie nahm zügig Fahrt auf und die Hausherren erwischten hierbei den besseren Aufgalopp: Stürmer Nico Scheid konnte bereits in der 5. Minute nach einer gelungenen Offensivaktion zur frühen 1:0-Führung vollstrecken. „Wir wussten, dass Irsch mit Lukas Kramp und Keven Schuh eine wirklich starke Truppe hat und darauf haben wir versucht, uns einzustellen“, verriet Jung das taktische Konzept an diesem Abend. In der Folge hatte seine Mannschaft noch mehrfach die Möglichkeit für einen weiteren Torerfolg auf dem Spann – doch allesamt wurden fahrlässig liegen gelassen. Und diese Unentschlossenheit rächte sich. Erst war es der hochgelobte Keven Schuh (20.), dann Steffen Hausen (41.), die das Spiel noch vor der Halbzeit zu Gunsten der Gäste drehten. Eine Wendung, die SV-Coach Jung verärgerte: „Eigentlich müssen wir mit einem Vorsprung in die Kabine gehen. Wir haben zu viele Torchancen liegen gelassen.“ Im zweiten Spielabschnitt änderte Dörbach seine taktische Grundausrichtung und wurde für diesen Mut mit dem 2:2 durch Julian Roderich (75.) belohnt. Der verdiente Ausgleich. Beide Teams hatte in der Schlussphase noch die eine oder andere Gelegenheit zum Sieg, doch das wäre an diesem Freitag einfach zu viel des Guten gewesen. So blieb es beim 2:2-Unentschieden und vielen zufriedenen Gesichtern.

Der erste Erfolg für Krettnachs Erwin Berg

SG Oberweis – SV Krettnach 1:3 (0:2)
Na, bitte! Der SV Krettnach durfte an diesem Wochenende den ersten Dreier in dieser Saison bejubeln. Und der Stein der Erleichterung, der ihnen sicherlich vom Herzen gefallen ist, dürfte so manchen Seismographen zum Vibrieren gebracht haben. Zumindest ihrem Trainer Erwin Berg hörte man die Genugtuung über das erste Erfolgserlebnis an: „Der Sieg war vor allem aufgrund der ersten Halbzeit hochverdient. Das Einzige, was ich hier bemängeln kann, ist, dass wir nicht mit 4:0 in die Pause gegangen sind.“ Seine Mannschaft ging früh durch einen abgefälschten Freistoß von Benjamin Becker mit 1:0 in Front. Mit dieser Führung im Nacken spielte Krettnach engagiert und couragiert weiter auf Angriff und erarbeitete sich in der Folge eine Fülle an Tor-Optionen, die großteils fahrlässig ungenutzt blieben. Lediglich Nicolas Hubo sollte es vor dem Halbzeitpfiff gelingen, den Zwischenstand auf 2:0 aufzustocken.

Im zweiten Akt der Partie durchlitt das Spiel der Krettnacher einen Bruch. Oberweis wurde stärker und beschwor immer wieder brenzlige Situationen herauf. Folgerichtig gelang ihnen aus einer unübersichtlichen Situation heraus der 1:2-Anschlusstreffer, der die Begegnung nochmal spannend machte. Von da an war es ein offener Krimi, dessen Höhepunkt in der 90. Minute sein Finale fand, als erst Oberweis eine erstklassige Möglichkeit zum Ausgleich vergab und Krettnach im direkten Gegenzug abermals durch Nicolas Hubo das 3:1 erzielte. Ob allerdings dieser Sieg nun die Kehrtwende im Spiel der Tälchen-Kicker darstellt, möchte Erwin Berg nicht beantworten: „Wir waren die letzten vier Partien, die wir Unentschieden gespielt haben, besser als heute. Die erste Halbzeit war zwar wirklich stark, aber über 90 Minuten gesehen, war da doch die eine oder andere Schwachstelle zu bemängeln.“

SG Ralingen – SG Laufeld 1:1 (0:1)
„Da war heute vor allem am Anfang richtiger Sommerfußball. Kein Biss, kein Saft, keine Kraft.“ Das war die schonungslose Analyse des 1:1-Unentschiedens von Ralingens Teamchef Peter Löw. Und damit hatte er recht. Der erste Spielabschnitt durfte bloß einen bescheidenen Torschuss vermelden, der auch direkt veredelt wurde – Laufeld traf in der 10. Spielminute zum 1:0. Danach genossen Spieler und Zuschauer die entspannten Temperaturen ohne großen Bewegungsaufwand.

Diese lasche Arbeitseinstellung sollte sich aber in Spielhälfte zwei grundlegend verändern. Ralingen nutzte die gesparte Energie und erspielte sich in der Folge eine Vielzahl an Torchancen, die alle vom hervorragend aufgelegten Schlussmann Marcel Eis vereitelt werden konnten. Nur einmal in der 71. Minute war auch er machtlos, als Jonas Pallien einen hohen Ball mit dem Kopf verlängerte und Thomas Schlich zum 1:1-Ausgleich abschloss. Doch die Hausherren wollten mehr. Jedoch konnten sie keine ihrer anschließenden Gelegenheiten in einen Treffer ummünzen, wodurch es bei der gerechten Punkteteilung blieb. „Von den Torchancen her, hätten wir eigentlich einen Sieg verdient gehabt, aber aufgrund der verschlafenen ersten Halbzeit geht das Remis auch in Ordnung“, konstantierte Löw weiter. Ralingen belegt durch dieses Unentschieden den 5. Rang, während Laufeld nach wie vor ohne Sieg auf dem letzten Platz stagniert.

Frank Meeth
SG Lüxem/Wittlich Trainer: Frank Meeth

SG Wittlich – SG Landscheid 5:1 (2:0)
Wer soll die noch schlagen? Das 5:1 über Landscheid war für die Mannschaft von Frank Meeth der fünfte Sieg im fünften Spiel. Es ist schon beeindruckend, mit welch Konstanz und Souveränität die Spielgemeinschaft zur Zeit die Bezirksliga dominiert und das, obwohl „Wir heute aufgrund des anstehenden Pokalspiels in der zweiten Halbzeit nur mit 70% agiert haben“, verriet Meeth im Interview. Der Spielverlauf ermöglichte ihnen diesen Luxus. In der 4. Minute traf Benedikt Schlösser per Freistoß zum 1:0 und nur 14 Minuten später durch einen sehenswerten 25 Meter Kunstschuss zum 2:0. Mit diesem beruhigenden Polster ging es auch in die Halbzeitpause.

„Wir haben dann versucht, das Ergebnis zu verwalten. Das ist uns bis zum 1:2-Anschlusstreffer ordentlich gelungen“, bilanzierte Meeth weiter. Aber ein unnötiger Abwehrfehler verursachte kurzzeitig nochmal Spannung: Einen zu schwachen Rückpass wusste Volker Kollay zum 1:2 für Landscheid zu verwerten. Aber drei Paukenschläge genügten, um die alte Hackordnung wieder herzustellen. Erst Johannes Klein (64.), dann Johannes Krebs (74.) und Alexander Klein (84.) genügten, um das 5:1 für die Gastgeber perfekt zu machen. Ein erneuter Beweis der Stärke der Wittlicher. Dennoch möchte sich Meeth noch nicht zur vorzeitigen Meisterschaft gratulieren lassen: „Das ist natürlich Unsinn. Es gibt noch andere starke Teams in der Liga, allen voran Mehring. Aber wir sind trotzdem froh, dass wir unseren Ansprüchen bisher gerecht werden konnten.“

Die weiteren Ergebnisse
SG Osburg – SG Ruwertal 2:1 (hier geht es zum ausführlichen Spielbericht)
SG Zell – SV Föhren 2:2
SV Konz – SG Auw 3:0
SV Leiwen-Köwerich – SG Großkampen 2:2

SV Mehring II SPIELFREI

Verlegte Spiele, auf Mittwoch 12.09.2012
SG Ruwertal – SG Großkampen, 20.00 Uhr
SV Föhren – SV Konz, 20.00 Uhr

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Kommentare (1)

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  1. Dominik Franklin sagt:

    Der Torwart der Laufelder beim Spiel in Ralingen hieß nicht Kevin Witz sondern Marcel Eis. Kann man übrigens auch bei Fussball.de nachlesen.

    Anm. d. Red.: Vielen Dank für den Hinweis. Es wurde geändert.

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