Bezirksliga: Die Unparteiischen in der Kritik

Von Stephen Weber

Der Spitzenreiter der Liga, die SG Lüxem/Wittlich, konnte sich nach einer kleiner Schwächephase am vergangenen Wochenende mit einem 6:0 Auswärtssieg beim Tabellenletzten aus Niederemmel zurückmelden. Aber auch die Verfolger SV Konz und SV Mehring II spielten gut auf und konnten Erfolge verbuchen. Dem FC Bitburg und dem TuS Ahbach hingegen gelangen nicht die gewünschten Befreiungsschläge im Abstiegskampf. Beide Teams verloren ihre Spiele.

Der FC Bitburg ist weiter in der Krise (Foto: Andreas Gniffke)

SV Morbach II – SV Mehring II 0:1

Ein Auswärtssieg mit einem faden Beigeschmack gelang der zweiten Mannschaft des Sportvereins Mehring, geleitet von Coach Markus Kuhnen, beim von Andreas Schärf trainierten Team SV Morbach II. Beide Teamchefs attestieren dem Siegestreffer in der 34. Minute von Stürmer Nils Hansjosten eine äußerst verdächtige Abseitsposition. So berichtete Markus Kuhnen: „Bis dahin war es ein Spiel auf Augenhöhe. Beide Mannschaften spielten bei sehr ungünstigen Platzbedingungen munter gegeneinander, bis dann das glückliche Tor für uns fiel.“ Ein langer Ball erreichte auf der rechten Seite den durchgestarteten Hansjosten, der allein auf weiter Flur auf Keeper Sascha Elss stürmte und ihm den Ball durch die Hosenträger zum einzigen Torerfolg des Tages schoss. Markus Kuhnen sagte über den weiteren Spielverlauf: „Danach gewannen wir freilich an Oberwasser. Besonders in der zweiten Halbzeit spielten wir uns eine Vielzahl an erstklassigen Großchancen heraus, die wir nicht verwerten konnten. So bleibt mir als Fazit nur zu sagen, dass der Sieg unterm Strich verdient war, aber die Torausbeute mangelhaft.“ Eine ähnliche Bilanz zog auch Morbachs Andreas Schärf: „Wir haben heute zu wenig gemacht. Es ist natürlich ärgerlich, wenn der einzige Treffer aus einer klaren Abseitsposition heraus fällt. Deswegen wäre vielleicht auch ein Unentschieden gerecht gewesen. Jedoch war Mehring heute einfach kompromissloser als wir und so geht das Endergebnis auch in Ordnung.“

SG Laufeld – FC Bitburg 2:0

Bitburgs Trainer Reiner Roth (Foto: Andreas Gniffke)

Zwei Elfmeter brachten die SG Laufeld am Sonntag beim Heimspiel gegen den FC Bitburg auf die Siegerstraße. Es ist der vierte Sieg in Folge der Mannschaft von Trainer Heinrich Karl, der trotz dieser eindrucksvollen Serie auf dem Boden bleibt: „Wir haben zwar mit 2:0 gewonnen, dennoch muss ich sagen, dass das kein gutes Spiel von uns war. Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen und haben viele Bälle zu leicht verloren. Wenigstens bei den Elfmetern waren wir konzentriert.“ Der erste Strafstoß für den Gastgeber wurde in der 30. Minute gepfiffen und von Andreas Weins souverän verwandelt. Mit diesem Zwischenstand gingen dann auch beide Mannschaften zur Halbzeitbesprechung in die Kabine. Auch im zweiten Spielabschnitt konnten sich beide Clubs aus dem Spiel heraus zwar gelegentlich Tormöglichkeiten erarbeiten, aber es gelang ihnen nicht, das lederne Rund im gegnerischen Gehäuse unterzubringen. So ist es symptomatisch für den Spielverlauf, dass abermals ein Elfmeter für Laufeld in der 70. Minute herhalten musste, den Spieler Dominik Franklin zum 2:0 Endstand einlochte. Bitburgs Trainer war auch ein paar Stunden nach dem Spiel nicht gut auf die Schiedsrichterentscheidungen zu sprechen: „Ich fand, dass das ein ausgeglichenes Spiel war, wenn nicht sogar mit leichten Vorteilen für uns. Aber ich und meine Spieler haben schon früh gemerkt, dass wir heute bei dem Schiedsrichter nicht gewinnen werden. Wenn man  das Gefühl hat, verkrampft sich der ganze Spielfluss. Aber die Abseitsentscheidungen oder auch die Elfmeterpfiffe halte ich für sehr fragwürdig. Alles in allem ein unglücklicher Tag.“ Zumindest aus sportlicher Sicht stimmte ihm sein gegenüber Heinrich Karl zu: „Ich finde von der Leistung her, hätte Bitburg heute sicherlich einen Punkt verdient gehabt.“

SV Dörbach – SV Leiwen-Köwerich 4:2

Dörbachs Clemens Göpel

Nach der desolaten 9:2 Pleite am vergangenen Wochenende gegen Ralingen war der SV Leiwen-Köwerich um Wiedergutmachung bemüht. Bis zur 84. Minute sah es auch aus, als könnte dies der Mannschaft von Coach Vitomor Milosovic gelingen. Doch dann brach eine turbulente Schlussphase an, wie sie nur der Fußball schreiben kann. Doch von Anfang an: Dörbach fand nur mühselig ins Spiel. Die Gäste hingegen kombinierten frech und spielten sich gute Torgelegenheiten heraus. In der 24. Minute dann auch die logische Führung durch einen schnell abgeschlossenen Konter durch Daniel Alsina Fons. Doch lange währte die Freude nicht: Nur zwei Minuten später konnte der SV Dörbach, nach einem gravierenden Torwartfehler von Thorsten Lang, ausgleichen. Sein Abwurf fand statt einem Mitspieler den lauernden Nico Schneid, der den Fauxpas entschlossen nutzte. Rudi Jung, Cheftrainer des SV Dörbach, meinte nach dem Spiel: „Wir erwarteten eine schwere Partie. Vor allem die zweite Halbzeit war ein offener Schlagabtausch.“ Die Gäste gingen in der 84. Minute wieder durch Timo Toppmöller in Führung. Doch als wäre es eine Kopie der ersten 45 Minuten, glich der SV Dörbach im direkten Gegenzug zum 2:2 aus. Von da an ging es Schlag auf Schlag. Nach einem unglücklichen Foul in der 89. Minute von Timo Toppmöller verwandelte der SV Dörbach einen berechtigten Elfmeter und ging erstmals in der Partie in Führung. Leiwen-Köwerich wetterte gegen die Entscheidungen des Schiedsrichters Mathias Mengelkoch und wurde mit zwei gelb-roten Karten in der Nachspielzeit dafür abgestraft. Personell geschwächt und deutlich frustriert mussten sie dann in der 94. Minute auch noch das 4:2, erzielt von Florian Schröder, hinnehmen. Leiwen-Köwerichs Trainer Vitomor Molosovic war auch einen Tag später ungnädig mit dem Schiedsrichter: „Der hat katastrophal gepfiffen. Kein Wunder, dass wir so ein Spiel nicht gewinnen. Schiedsrichter Megelkoch wäre heute echt mal lieber zu Hause geblieben.“ Rudi Jung hingegen stimmte versöhnlichere Töne an: „Unser Sieg war etwas glücklich, aber nach den letzten zehn Minuten verdient.“

SG Ralingen – SG Osburg 2:1

Wie am vergangenen Wochenende heißt der gefeierte Mann der Ralinger Pascal Mertens. Er konnte den Schwung des vorigen Spieltags, als ihm in der Partie gegen Leiwen-Köwerich sechs Treffer gelangen, mitnehmen und war auch gegen die SG Osburg mit zwei Toren der Garant für den Sieg seiner Mannschaft. Doch sah es in der Anfangsphase nicht gut für ihn und seine Mitspieler aus. Die SG Osburg übernahm nach zehn Minuten die Kontrolle im Spiel und ging folgerichtig durch einen wunderbar geschlenzten Kunstschuss aus 16 Metern von Nico Thömmes in Front. Osburgs Trainer Josef Hurt war über weite Strecken zufrieden mit der Leistung seiner Elf: „Wir hatten das Spiel soweit im Griff. Deswegen ist es umso ärgerlicher, dass wir nicht zumindest mit einem Unentschieden belohnt worden sind. Die beiden Gegentore fielen aus dem Nichts.“ In der 30. Spielminute war es ein abgefälschter Ball, nach einem Schuss von Pascal Mertens, der über Osburgs Schlussmann Martin Leineweber in das Tor segelte. Eine weitere Schwächung erlitt Hurts Team durch die Verletzung von Michael Höllen, für den nach 45. Minuten die Partie frühzeitig beendet war. „Danach haben wir ein bisschen unseren Spielrhythmus verloren“, so Josef Hurt weiter. Die Ralinger witterten Morgenluft und pressten in der zweiten Halbzeit früh in der Hälfte des Gegners. Das zahlte sich in der 60. Minute aus, als sie einen Ball erobern konnten, der nach zwei Pässen wieder den Goalgetter Pascal Mertens erreichte. Dieser schloss gekonnt zum 2:1 ab. Zwar hatten die Gäste durch einen Pfostenschuss oder den ein oder anderen Konter die Gelegenheit, das Resultat auszugleichen, doch fehlte ihnen dabei das nötige Quäntchen Glück. Die SG Ralingen konnte mit diesem Sieg in der Tabelle an Osburg vorbeiziehen und belegt nunmehr mit 27 Punkten aktuell Rang acht der Liga.

SV Konz – SG Schoden 5:3 – Zum Spielbericht

Die weiteren Ergebnisse:

SG Großkampen – SV Krettnach 1:1
SV Föhren – TuS Ahbach 3:1
SV Niederemmel – SG Lüxem/Wittlich 0:6
SG Lambertsberg – SG Zell-Bullay/Alf ausgefallen

SG Ellscheid spielfrei

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