Ein Derby unter Rivalen, ein Getränk unter Freunden

Das Derby zwischen der SG Schoden und dem SV Konz wird für Steffen Hausen zu einem Wiedersehen

Von Florian Schlecht

Am Mittwoch wird das Bezirksliga-Duell zwischen der SG Schoden und dem SV Konz nachgeholt (19.30 Uhr). Ein Wiedersehen gibt es für Steffen Hausen, der in Irsch aufgewachsen ist, fast 20 Jahre für seinen Heimatklub spielte und nun im Derby für Konz auflaufen wird.

Steffen Hausen. Foto - Sebastian Schwarz

Steffen Hausen (links) spielte in der vergangenen Saison noch für Schoden. Foto: Sebastian Schwarz

Vor Bezirksliga-Spieltagen sitzt Steffen Hausen häufig vor dem Computer und schreibt fleißig mit seinen alten Mannschaftskollegen der SG Schoden. „Über die sozialen Netzwerke haben wir natürlich noch viel Kontakt, tauschen uns über die Gegner aus und beglückwünschen uns gegenseitig zu den Siegen“, erzählt der Offensivspieler, der im Sommer zum SV Konz gewechselt ist.

Gratulationen wurden in dieser Saison schon einige hin- und hergeschickt, da sich beide Vereine in der Spitzengruppe eingenistet haben. In diesen Tagen herrscht zwischen den Spielern aber Funkstille bei Facebook und Co. Am Mittwoch wird in Schoden das Derby nachgeholt, das vor zwei Wochen wegen starker Regenfälle abgesagt wurde (19.30 Uhr).

„Ich kann es kaum erwarten, dass das Spiel endlich über die Bühne geht“, freut sich Hausen auf ein echtes Wiedersehen. Der 25-Jährige ist in Irsch aufgewachsen, lebt nach wie vor dort und hat von Kindsbeinen an durchgehend für seinen Heimatklub gespielt. Sportlich wollte er sich nach der langen Zeit aber in einem anderen Umfeld beweisen. „Ich hatte Lust, was Neues auszuprobieren. Die meisten meiner alten Mitspieler haben zumindest in ihrer Jugend schon Erfahrungen bei anderen Vereinen gesammelt“, begründet Hausen den Wechsel nach Konz, bei dem auch Trainer Stefan Dawen eine Rolle einnahm. „Unter ihm habe ich schon in der Jugend in Irsch erfolgreich gespielt.“

Hausen glaubt nicht an erneutes Offensivspektakel

Der Trend setzt sich auch in Konz fort. Mit einem Sieg im Derby können Hausen, Dawen und Co. die Tabellenspitze übernehmen. „Wir haben einen Kader, der in der Breite und Qualität sehr stark ist. Dadurch haben wir einen ständigen Konkurrenzkampf. Und von hervorragenden Fußballern wie Florian Lorenz und Christian Mai kann ich noch eine Menge lernen“, findet Hausen, der in seinen Leistungen noch Luft nach oben sieht. „Meine vier Saisontore reichen mir nicht aus. Ich hätte gerne mehr auf dem Konto und will noch mehr Treffer vorbereiten.“ Gelingt ihm die Steigerung, dürfte Konz lange um den Titel mitspielen. Auch wenn das Thema von der Mannschaft lieber nicht öffentlich angesprochen wird. „Wenn wir unsere Stärken abrufen, können wir jedes Team schlagen. Ob es dann am Ende zur Meisterschaft reicht, werden wir sehen“, meint Hausen.

Doch auch sein Ex-Klub behauptet sich in der Spitze. „Mich überrascht es nicht, dass Schoden so weit oben steht“, sagt der eingefleischte Fan des 1. FC Kaiserslautern. „Ich wusste, dass sie mit Dominik Lorth und Marlin Scheid zwei Bombenspieler aus der Jugend bekommen. Und auch ansonsten haben sie richtig gute Jungs.“ Als Grund für den Erfolg der Lokalrivalen führt Hausen auch die gefestigten Defensivreihen an. „Wir haben meiner Meinung nach die besten Innenverteidiger der Bezirksliga, Schoden hat den besten Tormann.“ An ein erneutes Offensivspektakel im Derby glaubt der 25-Jährige, der Referendar an der Grundschule in Serrig ist, so nicht wirklich. 30 Treffer fielen in den letzten vier Derbys zwischen beiden Klubs. „Für die Zuschauer wäre ein Hin und Her natürlich schön. Für uns Spieler wäre es beruhigender, wenn wir eine Führung bis zum Ende durchbringen können“, lächelt Hausen.

Und auch, wenn in den 90 Minuten keine Geschenke verteilt werden sollen: Einem friedlichen Treffen unter Freunden wird hinterher nichts im Weg stehen. „Ich werde anschließend mit den Jungs bestimmt noch einen trinken.“ Nicht über die sozialen Netzwerke. Sondern ganz echt im Vereinsheim seines alten Klubs, für den er so lange spielte und den er am Mittwoch ärgern möchte.

+++Bezirksliga in Kürze+++

„Gehe davon aus, dass wir spielen“ – Peter Schuh ist davon überzeugt, dass das Derby am Mittwoch angepfiffen wird. „Wenn das Wetter so bleibt wie jetzt und es nicht stark regnet, gehe ich davon aus, dass gespielt wird“, sagt der Trainer der SG Schoden. Um den Rasen zu schonen, hat der Bezirksligist zuletzt auf dem Hartplatz in Ockfen trainiert. Schuh rechnet mit „200, 300 Zuschauern“ – und einem motivierten Gegner. „Konz hat in der vergangenen Saison zwei deftige Niederlagen gegen uns hinnehmen müssen. Dazu können sie mit der Rückkehr von Christian Mai wieder aus dem Vollen schöpfen. Aber: Die Lokalderbys haben ihre eigenen Gesetze!“

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