Bezirksliga: Horrorwochenende für den FC Bitburg

Aus Bitburg berichtet
Andreas Gniffke (Text und Fotos)

Tristesse pur herrschte im Bitburger Stadion-Ost nach dem Abpfiff des Bezirksligaspiels gegen den SV Leiwen-Köwerich. Man hatte sich viel vorgenommen, doch Bitburg ließ bei der 1:4-Pleite alles vermissen, was Abstiegskampf ausmacht. Der Doppelspieltag an Ostern wurde so zum vollkommenen Desaster, denn am Samstag setzte es gegen die SG Lüxem Wittlich eine 1:5-Niederlage.

Der Schlachtplan von Bitburgs Trainer Reiner Roth war nicht aufgegangen. Alle Hoffnungen der Bierstädter lagen auf dem Spiel gegen Leiwen-Köwerich, bei der Niederlage gegen das Spitzenteam Lüxem-Wittlich schonte der Trainer fast alle Stammspieler und so verlor man erwartungsgemäß mit 1:5. Bitburg ging zwar durch Dimitri Lange in der zehnten Minute in Führung, doch danach sorgte der Favorit durch Tore von Johannes Klein (24.), Marius Dreis (34. und 52.). Sven Kohlei (45.) und Oleg Tintor (88.) für klare Verhältnisse.

Es war eine zerfahrene Anfangsphase in Bitburg

Gegen Leiwen-Köwerich hatte die Bitburger Mannschaft also ein anderes Gesicht, die erhoffte Leistungssteigerung blieb aber aus. Von Beginn an waren die Gäste die spielbestimmende Mannschaft, allerdings ohne groß zu glänzen. Mit Daniel Alsina Fonts (Leiwen, 29 Tore) und Andreas Neuerburg (Bitburg, 21 Tore) standen zwei der Toptorjäger der Bezirksliga auf dem Platz, doch gelungene Offensivaktionen gab es in der Anfangsphase nicht zu bestaunen. Fehlpässe bestimmten auf beiden Seiten das Bild, es dauerte bis zur 15. Minute, als zum ersten Mal so etwas wie Gefahr entstand. Ein unnötiger Ballverlust im Leiwener Mittelfeld brachte Oliver Adams ins Spiel, sein Schuss ging aber knapp am Tor des Gästetorwarts Thorsten Lang vorbei.

Daniel Alsina Fonts steht mit nun 31 Treffern an der Spitze der Torjägerliste

Daniel Alsina Fonts hatte seinen ersten Auftritt in der 24. Minute, doch seinen harmlosen Schuss konnte der Bitburger Torwart Jens Freis festhalten. Die Gäste taten sich schwer und Bitburg lauerte auf Konter. Und dies sollte sich auszahlen. In der 26. Minute schlug der im Winter aus Stadtkyll zurückgekehrte Taner Weins einen Traumpass auf den freistehenden Andreas Neuerburg, der ruhig und abgeklärt zum 1:0 vollenden konnte. Leiwen zeigte auf den Rückschlag keine Reaktion und konnte kaum Druck aufbauen. So brauchten sie einen Elfmeter, um doch noch vor der Pause zum Ausgleich zu kommen. Niko Toppmöller bediente Hans Schulz, der im Strafraum gelegt wurde. Der ausgezeichnet leitende Schiedsrichter Hermann Condné aus Gillenfeld zögerte keine Sekunde und entschied auf Strafstoß. Daniel Alsina Fonts ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte sicher zum 1:1 (44.). Wenig später ging es dann auch in die Kabine.

Von mannschaftlicher Geschlossenheit war beim FC Bitburg wenig zu sehen

Die zahlreich angereisten Anhänger des SV Leiwen-Köwerich waren alles andere als zufrieden mit der schwachen Vorstellung ihrer Mannschaft. Einer von ihnen zog sogar das vernichtende Fazit: „Die sind schlecht wie die Nacht.“ Ganz so schlimm war es wahrlich nicht und die Gäste kamen mit den besten Vorsätzen aus der Pause. Gleich nach Wiederanpfiff hatten die Gäste die große Chance zur Führung. Nach einem Freistoß von Michael Scholtes von der rechten Seite kam Nico Toppmöller am Fünfmeterraum zum Kopfball, doch ein sensationeller Reflex von Torwart Jens Freis rettete Bitburg vor dem Rückstand. Die Gastgeber waren nun völlig von der Rolle, Leiwen dominierte die Begegnung nach Belieben. Hans Schulz traf in der 53. Minute aus abseitsverdächtiger Position nur den Außenpfosten, aber vier Minuten später war es Torjäger Daniel Alsina Fonts, der mit seinem 31. Saisontreffer das 2:1 besorgte. Nach einem langen Ball setzte er sich gegen die nur halbherzig angreifenden Verteidiger durch und überlistete Torwart Freis mit einem überlegten Lupfer.

Damit war das Spiel praktisch entschieden, Bitburg merkte man zu keinem Zeitpunkt an, dass sich die Mannschaft in akuter Abstiegsgefahr befindet. Keiner kämpfte für den anderen, gegenseitige Vorwürfe und Frust bestimmten das Bild. Leiwen-Köwerich genügte eine höchstens durchschnittliche Leistung, um das Spiel voll und ganz im Griff zu haben und zu Torchancen zu kommen. Drei Minuten nach dem Führungstreffer erhöhte Michael Scholtes durch ein Kopfballtor nach Flanke von Hans Schulz auf 3:1, in der Folge ergaben sich noch zahlreiche vielversprechende Situationen, die aber meist schlampig ausgespielt wurden. Die Zuschauer, sofern sie Anhänger des FCB waren, verließen bei Schmuddelwetter in Scharen das Stadion. Erst in der letzten Viertelstunde gaben die Gastgeber wieder ein Lebenszeichen von sich, ein Schuss von Kapitän Andreas Neuerburg ging knapp am langen Eck vorbei (76.). Es war bezeichnend, dass in der 81. Minute ein Eigentor des FC Bitburg den 4:1-Endstand herstellte, an einem solchen Tag geht alles schief, was schief gehen kann.

Reiner Roth (hier beim Spiel in Konz) war nach der Partie bedient

Sichtlich geschockt war Bitburgs Trainer Reiner Roth nach dem Spiel: „Ich bin maßlos enttäuscht über die Leistung meiner Mannschaft. Wir haben den Fokus voll auf dieses Spiel gelegt und wir haben auf ganzer Linie versagt. Leiwen-Köwerich ist sicher kein übermächtiger Gegner, aber so waren wir absolut chancenlos. Auch wenn wir in Führung gegangen sind, war ich auch mit der ersten Hälfte absolut nicht einverstanden. Es gibt absolut keine Ausreden, von den Spielern heute hat bis auf zwei Ausnahmen keiner am Samstag 90 Minuten spielen müssen.“

Der FCB liegt so weiter auf Rang 15 und ist in dieser Verfassung ein heißer Abstiegskandidat. Leiwen-Köwerich verbesserte sich durch den Sieg auf Platz acht und liegt im absoluten Niemandsland der Tabelle.

STATISTIK

Tore:
1:0 Andreas Neuerburg (26.)
1:1 Daniel Alsina Fonts (44., Strafstoß)
1:2 Daniel Alsina Fonts (57.)
1:3 Michael Scholtes (60.)
1:4 Eigentor FC Bitburg (81.)

Schiedsrichter: Hermann Condné (Gillenfeld)

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