Leiwen macht seine Gegner zu Derby-Statisten

Mit 4:0 (2:0) schickten die Gastgeber von Trainer Christian Mergens den Derby-Rivalen aus Föhren am Mittwochabend auch in der Höhe völlig verdient auf die kurze Heimreise. Nur die Leiwener füllten die Geschichte des prestigeträchtigen Lokalduells mit Charakter und gewährten den Gästen lediglich mehr oder minder gesichtslose Statistenrollen. Angesichts eines zwischenzeitlichen Chancenwuchers hätte der Sieg sogar deutlicher ausfallen müssen.

Enorme Laufbereitschaft, Aggressivität in den Zweikämpfen, Begeisterung, druckvolles und strukturiertes Spiel in die Spitze. All das boten die Hausherren ihrem Publikum von der ersten Minute an, all das ließen die Gäste über weite Strecken gänzlich vermissen.

Leiwen war sofort hellwach und deutlich engagierter in der Anfangsphase. Die erste Chance vergab Top-Torjäger Daniel Alsina-Fonts in der vierten Minute, kurz darauf tauchte Sven Simon nach gefühlvoller Vorarbeit vom stark auftrumpfenden Regisseur Nico Toppmöller allein vor Gäste-Schlussmann David Kees auf, der den Abschluss jedoch noch um den Pfosten lenken konnte (6.).

Nach einer knappen Viertelstunde war es dann soweit: Die Föhrener Hintermannschaft klärte nach einer Ecke ungeschickt vor die Füße von SVL-Linksverteidiger Thomas Follmann, der von der Strafraumgrenze trocken abzog und den Ball zum 1:0 in die rechte untere Ecke setzte (13.).

Leiwen spielt weiter druckvoll, teilweise schön und direkt

Die Gastgeber ruhten sich in der Folge nicht auf der Führung aus, sondern agierten weiterhin vehement in Richtung Föhrener Tor. Dabei konnten sie trotz des holprigen Hartplatzes mit teilweise sehenswerten Passfolgen gefallen. Eine dieser schönen Kombinationen über Nico Toppmöller, Hans Schulz und Sven Simon wirbelte die linke Defensivseite Föhrens nach knapp 20 Minuten komplett durcheinander und scheiterte letztlich nur daran, dass sich in der Mitte kein Abnehmer fand.

Tor plus Vorlage: Leiwens Sven Simon war entscheidend beteiligt am 4:0-Sieg.

Zum Sinnbild einer mangelnden Chancenverwertung wurde derweil unfreiwillig der sonst so treffsichere Daniel Alsina-Fonts, der innerhalb einer Minute zweimal freistehend verzog (20.).

Nach 25 Minuten kam die Mergens-Elf dann aber doch zum überfälligen 2:0: Michael Scholtes übertölpelte mit einem Klasse-Ball aus der eigenen Hälfte die gesamte Abwehr des SVF, Sven Simon entwischte seinem Gegenspieler im Rücken und blieb vorm Tor eiskalt.

Mangelnde Chancenverwertung verbaut Entscheidung vor der Pause

Dass die in allen Belangen überlegenen Gastgeber nicht mit einem noch komfortableren Vorsprung in die Pause gingen, war dem Auslassen weiterer Tormöglichkeiten durch Alsina-Fonts (33.) und Simon (40.) geschuldet.

In Hälfte Zwei konnte dann jedoch schnell geklärt werden, wer die drei Punkte mitnimmt, als Nico Toppmöller Föhrens Nicolas Hayer geschickt den Ball abluchste und das Leder über Carsten Justus bei Hans Schulz landete, dessen Knaller vom 16er unhaltbar für Keeper David Kees im Winkel einschlug (52.).

Die Leiwener nahmen nun etwas an Fahrt heraus, Föhren konnte sich jedoch weiterhin keine echte Torchance erarbeiten. Wenn die Gäste mal in Tornähe kamen, war das sehr aufmerksame SVL-Innenverteidigerduo Timo Toppmöller/Zoran Janjos zur Stelle.

Das Spiel war indes mit dem 3:0 entschieden und auch die Nachricht vom frühen 1:0 des BVB gegen Real Madrid ließ bei den heimischen Anhängern Feierlaune aufkommen. Nur Daniel Alsina-Fonts wurde auf Gastgeber-Seite trotz des klaren Sieges doch nicht ganz glücklich, denn er vergab auch seine letzte Großchance nach Hereingabe des eingewechselten Mario Stanke (76.). Auf der anderen Seite wurde es nur unter gütiger Mithilfe von Leiwens Schlussmann Thorsten Lang gefährlich, als er den attackierenden Daniel Kläs ohne Not anschoss, der Ball jedoch am Tor vorbei trudelte (78.).

Schulz schnürt den Doppelpack zum Schlussakkord

In der 86.Minute sorgte schließlich Hans Schulz nach energischer und überlegter Vorarbeit von Sven Simon für den Schlusspunkt und schob dessen klugen Querpass zum 4:0-Endstand ins leere Tor.

Richtig hitzige Derbystimmung kam abgesehen von vereinzelten kleineren Nickeligkeiten nie auf, was sicher auch dem eindeutigen Spielverlauf und der Tatsache geschuldet war, dass Föhren zu keinem Zeitpunkt das Geschehen mitgestalten durfte. So konstatierte SVF-Spielertrainer Christian Esch nach Abpfiff: „Wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen. Gegen so eine spielstarke Mannschaft hat man dann eben keine Chance. Wir haben absolut verdient verloren.“

SVLK-Trainer Christian Mergens war hochzufrieden mit seinen Jungs. Archiv-Foto: 5vier.de

Großen Anteil an der schwachen Darbietung der Esch-Elf hatte eben auch der sehr starke Auftritt des SV Leiwen-Köwerich. „Wir hatten das Spiel zu jeder Zeit im Griff, Föhren hatte glaube ich gar keine Torchance. Das war ganz klar eine unserer besten Saisonleistungen“, freute sich Coach Christian Mergens daher nach der Partie über die gelungene Revanche für die 0:1-Niederlage im Hinspiel.

Leiwen fährt auf dem Weg zum Vizemeistertitel nun nach drei klaren Siegen in Folge mit viel Selbstvertrauen nach Konz (So., 14:30 Uhr) und der SV Föhren muss daheim gegen Großkampen (Sa., 17 Uhr) die Derby-Wunden lecken.

Im zweiten Bezirksliga-Spiel am Mittwochabend besiegte der SV Dörbach das Schlusslicht SG Laufeld mit 3:0. Die Tore erzielten Matthias Kranz (51., Elfmeter), Christoph Frohnen (65.) und Nico Schneid (76.).

Statistik

SV Leiwen-Köwerich: Lang – Lex, Janjos, T.Toppmöller, Follmann (79.Meyer) – Scholtes – Alsina-Fonts (79. C.Simon), N.Toppmöller, Justus (72. Stanke) – Schulz, S.Simon

SV Föhren: Kees – Hayer, Esch, S.Wagner, Heinz – Barthen – Lambrecht (60. Brettle), Meyer, T.Wagner (79. Pull), Kläs – Enders

Tore:1:0 Follmann (13.), 2:0 S.Simon (25., Vorarbeit Scholtes), 3:0 Schulz (52., Justus), 4:0 Schulz (86., S.Simon)

SR: Arianit Besiri

Zuschauer: 80

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Kommentare (1)

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  1. Zuschauer sagt:

    Naja hier auf „hitzige Derbystimmung“ zu hoffen ist auch gewagt…
    Dann gäbe es in den Kreisklassen ja nur Derbys und außerdem ist die Zahl der Spieler, welche aus Leiwen selbst oder angrenzenden Orten kommen, doch seeehr gering…

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