Bezirksliga: Mergens schimpft über „faden Beigeschmack“ – Vorschau

Von Florian Schlecht

Unverständnis beim SV Leiwen: Trainer Christian Mergens ärgert sich vor dem Wiedersehen mit Ralingen über die anhaltende Sperre von Innenverteidiger Dahm. Mit Irsch und Mehring II prallen zwei Erfolgsläufe aufeinander. Konz will gegen Wittlich erneut den Favoritenschreck spielen. Der 17. Spieltag in der Fußball-Bezirksliga in der Vorschau.

Osburg und die Suche nach der Unbefangenheit

SG Ralingen gegen SG Osburg

Osburg unterlag zuletzt in Ralingen. Gelingt gegen Föhren ein Erfolgserlebnis? Foto: Torsten Franken

Die SG Osburg ist die Überraschungsmannschaft der Bezirksliga-Hinrunde. Doch die Euphorie ist nach vier Spielen ohne Sieg gedämpft, zuletzt setzte es ein 1:2 in Ralingen. „Wir haben die Unbefangenheit etwas verloren“, meint Trainer Dieter Lauterbach. Um diese wiederzufinden, setzt er gegen den SV Föhren (Samstag, 17.30 Uhr) auf die Grundtugenden des Fußballs. „Wir müssen über den Kampf zum Spiel finden.“ Besonders Föhren wertet Lauterbach dabei als Vorbild. Der Gegner hat sich nach einem schwachen Start aus dem Keller befreit und zuletzt auch beim unglücklichen 0:1 gegen Dörbach ordentlich gespielt. „Sie haben sich durch beständige Arbeit und fleißiges Training aus der Negativphase rausgezogen.“ Personell muss der Coach aus beruflichen Gründen „bis April oder Mai“ auf Daniel Becker verzichten. Dafür soll das Team im neuen Jahr durch Linksverteidiger Dennis Berg verstärkt werden, der zuletzt für die SG Riol spielte und schon Bezirksliga-Erfahrung beim SV Sirzenich sammelte. Auch Kevin Dres trainiert nach seinem Kreuzbandriss wieder mit der Mannschaft. „Ihn sehnen wir uns zurück“, so Lauterbach.

Eine alte Liebe und Wut im Bauch – UPDATE

Wütend über die Rotsperre von Dahm: Christian Mergens vom SV Leiwen. Foto: Sebastian Schwarz

Drei Jahre arbeitete Christian Mergens erfolgreich bei der SG Ralingen. Vor dem Wiedersehen mit seiner alten Liebe (Sonntag, 14.30 Uhr) überwiegt beim Trainer des SV Leiwen aber die Wut im Bauch. Der Übungsleiter ärgert sich über die Rotsperre von Christian Dahm, die nach einer mündlichen Verhandlung auf drei Spiele festgesetzt wurde. Damit fehlt der Innenverteidiger auch am Sonntag. „Und das nach einem Allerweltsfoul“, ist die Angelegenheit für Mergens pikant. Zwei Spiele hat Dahm bereits abgesessen – das dritte folgt am Sonntag. „Für mich hat das Urteil einen ganz faden Beigeschmack. Der Vorsitzende der Bezirksspruchkammer kommt aus Ralingen. Und ausgerechnet jetzt treffen wir auf Ralingen.“ Ein klarer Seitenhieb in die Richtung von Günter Kimmling, der das Amt ausübt und sich auf Nachfrage von 5vier gegen den Vorwurf wehrt (siehe weiterer Artikel). Dahm sei mit dem Urteil im „untersten Strafmaß weggekommen“, dazu bestehe die Kammer aus drei Personen, „von der jede ein Stimmrecht“ habe. Rudi Schäfer, Vorstandsmitglied des SV Leiwen, distanzierte sich von der Aussage des Trainers.

Auch wenn er an die Leistung des Schiedsrichters vom damaligen 1:2 gegen Konz denkt, ist der Ärger noch nicht verraucht. „Das war eine katastrophale Leistung, wir wurden klar benachteiligt. Bei der Arroganz, mit der wir Trainer manchmal behandelt werden, verliert man die Lust am Fußball.“ Neben der Sperre für Dahm wurde Leiwen auch mit einer Geldstrafe von 200 Euro belegt, weil Zuschauer den Referee beleidigt hatten. Für das Urteil hat Mergens Verständnis. „Solche Dinge gehören nicht auf den Fußballplatz.“

Angefressen ist der Trainer ebenso, weil seine Mannschaft zuletzt bei der 2:4-Niederlage in Zell nach 20 Minuten das Heft aus der Hand gab – und eine 2:0-Führung verspielte. „Ich verlange, dass die Jungs Gas geben“, fordert er gegen Ralingen, wo ihm mit Timo Toppmöller auch der zweite Innenverteidiger und mit Hans Schulz (Innenbandprobleme) ein Angreifer fehlt. Wenn Mergens an die Vergangenheit in Ralingen denkt, hellt sich die Laune dagegen auf. „Die Jahre haben Spaß gemacht, einige der Spieler kenne ich noch.“

Schenken will ihm sein Ex-Verein nichts, der zuletzt mit einem 2:1-Erfolg gegen Osburg die Talfahrt bremste. Trainer Peter Löw will nun die nächste Überraschung. „Wir sind aber nicht der Favorit. Leiwen wollte die Meisterschaft, wir den Nicht-Abstieg. Dass wir jetzt punktgleich sind, hätte ich vor der Saison unterschrieben. Leiwen nicht.“ Der Einsatz von Jerome Freilinger ist fraglich, Daniel Morgen kann dagegen wieder schmerzfrei mitwirken. „Ich hoffe, dass er seinem Ruf als Torjäger vor der Winterpause erneut gerecht wird“, sagt Löw und grinst. „Vielleicht schon am Sonntag.“

Bleibt Konz der Favoritenschreck?

Zöllner: „Wir wollen Wittlich die erste Saisonniederlage beifügen.“

Einen Ruf hat sich der SV Konz bislang erworben. Die Mannschaft von Patrick Zöllner ist der Favoritenschreck, hat Osburg (5:0) und Leiwen (2:1) in die Knie gezwungen. Nun soll Tabellenführer SG Wittlich „die erste Saisonniederlage beigefügt werden“, sagt der Patrick Zöllner (Sonntag, 15 Uhr). Was für eine harte Nuss seine Spieler da zu knacken haben, ahnt der Trainer. „Da muss schon alles stimmen. Sie haben die meisten Tore geschossen, die wenigsten kassiert und werden definitiv aufsteigen.“ Mit drei Siegen aus den jüngsten vier Spielen hat Konz jedoch Rückenwind gesammelt – und will mit weiteren Erfolgen die Abstiegszone weit hinter sich lassen. Ein Grund für den Aufwärtstrend ist die Rückkehr von Jan Wrobel. „Er ist einer der besten Abwehrspieler in der ganzen Liga und gibt uns Sicherheit.“ Nach Leistenproblemen schleppt sich Wrobel zunächst bis zur Winterpause durch, trainiert nur dosiert und hofft in der fußballfreien Pause auf eine Besserung seines gesundheitlichen Zustands.

Auch Frank Meeth lobt den Stabilisator in der Defensive von Konz. Kein Wunder, hat der Trainer aus Wittlich den Gegner „schon in sieben, acht Spielen“ gesehen. Meeth erwartet ein Aufeinandertreffen „zweier spielstarker Teams“. Beim jüngsten 3:0-Erfolg gegen Oberweis atmete er durch, dass seine Spieler sich nach diversen Unentschieden nicht den Titel der „Remiskönige“ gefallen lassen wollten. „Wir haben dem Gegner keine Luft gelassen, nur die Auswertung der Chancen stimmte nicht.“ Die Anzeichen verdichten sich so, dass Manuel Hubo (SV Krettnach) seinem Bruder Nicolas in der Winterpause nach Wittlich folgen wird. Auch Konz kann auf einen neuen Mann bauen. Eric Jacobi (zuletzt Wasserliesch) hat die Spielerlaubnis erhalten und kommt zunächst in der Reserve zum Einsatz.

Welche Serie hält? Irsch trifft auf Mehring II

Platzt bei Lukas Kramp der Knoten? Foto: Anna Lena Grasmück

Die SG Irsch ist seit sieben Spielen ungeschlagen und hat sich ein kleines Polster auf die Abstiegsplätze erarbeitet. Der SV Mehring II hat seit sechs Partien keine Niederlage mehr einstecken müssen und träumt vom Titel. Welche Serie hält, wenn sich beide Teams am Sonntag um 15 Uhr begegnen? SG-Trainer Peter Schuh hofft, dass sein Team die Nase vorne hat und weckt Erinnerungen an den 4:2-Heimsieg in der abgelaufenen Spielzeit. „Das war eins unserer besten Saisonspiele. An die Leistung müssen wir erneut anknüpfen, dann haben wir eine kleine Chance.“ Den Rivalen lobt Schuh in höchsten Tönen. „Mehring gehört zu den Top-Mannschaften und wird sicherlich Zuwachs aus der Oberliga erhalten, was die Sache nicht leichter macht.“ Warum das zweite Jahr einer neuen Liga immer das schwerste ist, erlebt der Übungsleiter gerade trotz starker Ergebnisse. „Wir spielen noch nicht so druckvoll und herzerfrischend wie in der vergangenen Saison. Die Mannschaften sind besser auf uns eingestellt und lassen uns nicht so zur Entfaltung kommen.“ Darunter leidet auch Torjäger Lukas Kramp, der erst sechs Saisontreffer auf dem Konto hat. „Er hat einen schweren Stand, was nach seinem kometenhaften Aufstieg verständlich ist.“ Schuh glaubt aber bald an neue Tore des Hoffnungsträgers: „Wir unterstützen ihn, er arbeitet viel für die Mannschaft und ist weiterhin ein wertvoller Faktor unseres Spiels.“

Krettnach will Wiedergutmachung, Dörbach kann klettern

Der SV Krettnach ist nach der 1:4-Blamage gegen Schlusslicht Laufeld auf Wiedergutmachung aus. Gelegenheit dazu gibt es bei der SG Großkampen. Der SV Dörbach ist durch den 1:0-Erfolg gegen Föhren auf Platz sechs geklettert. Zwei Ränge vor ihnen liegt die SG Landscheid, die mit einem Sieg im direkten Duell überholt werden kann. Die SG Ruwertal hat die obere Tabellenhälfte durch die jüngste Talfahrt verlassen. Im Heimspiel gegen die SG Auw geht es darum, den Abstand zu den Abstiegsrängen nicht schmelzen zu lassen. Die „Rote Laterne“ der Bezirksliga trägt nun die SG Oberweis, die auf die SG Zell trifft.

Die Spiele im Überblick

Samstag, 24. November:

SG Großkampen – SV Krettnach (14.30 Uhr)

SV Dörbach – SG Landscheid (17 Uhr)

SG Osburg – SV Föhren (17.30 Uhr)

Sonntag, 25. November:

SV Leiwen – SG Ralingen (14.30 Uhr)

SG Ruwertal – SG Auw (15 Uhr)

SG Irsch – SV Mehring II (15 Uhr)

SG Oberweis – SG Zell (15 Uhr)

SV Konz – SG Wittlich (15 Uhr)

Spielfrei: SG Laufeld

Stichworte:

Kommentare (1)

Antworten | Trackback URL | RSS

  1. Zöllner sagt:

    Spiel Konz:Wittlich ist morgen 14:45 Uhr

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln