Mit Standards an die Spitze – Konz siegt 4:1 in Schoden

Starke Derby-Vorstellung in der Fußball-Bezirksliga: SV Konz übernimmt Tabellenführung

Von Florian Schlecht (Text)

Der SV Konz hat nach einer beeindruckenden Derby-Vorstellung die Tabellenführung in der Fußball-Bezirksliga übernommen. Beim 4:1-Erfolg in Schoden glänzte die Mannschaft mit Laufstärke, taktischer Finesse und einer neuen Mentalität.

SG Schoden - SV Konz-001
Konz siegte in Schoden mit 4:1. Foto: Janik Krause

Stefan Dawen wirkte nahezu sprachlos, als er die Vorstellung seiner Mannschaft zusammenfassen sollte. „Überragend“, war das Wort, das zuerst seine Lippen verließ. „Die Jungs haben richtig gut gespielt, klasse verschoben und taktisch eine super Leistung abgeliefert“, huldigte der Trainer des SV Konz seinen Spielern nach dem 4:1-Erfolg im Nachholspiel bei der SG Schoden am Mittwoch.

Der deutliche Derby-Sieg vor 450 Zuschauern war eine Demonstration, zu welchen Taten dieses Konzer Team in in der Lage ist. Die Defensive war auch von dem torhungrigen Schodener Angriff um Lukas Kramp und Dominik Lorth nicht aus der Ruhe zu bringen. Im Mittelfeld räumten Christian Mai und Florian Lorenz die seltenen Bälle ab, die von der laufstarken Offensive vor ihnen nicht erobert und in schnelle Angriffe umgewandelt wurden. Die Belohnung für die starke Vorstellung war die Tabellenführung in der Fußball-Bezirksliga. Peter Schuh, der Coach der enttäuschten Platzherren, erkannte die Überlegenheit des Gegners neidlos an. „Konz war eine Klasse besser“, so sein Urteil.

Die Besonderheit am deutlichen Ergebnis: Alle Tore des neuen Spitzenreiters fielen nach Standardsituationen. „Dabei haben wir die noch nicht einmal trainiert“, scherzte Florian Lorenz, der nach nicht einmal 120 Sekunden den Anfang mit einer frechen Finte machte. Der Mittelfeldspieler zog eine Ecke direkt auf das Tor der Heimelf, Torwart Alexander Heinig rutschte das Leder aus den Händen und direkt über die Linie zum 0:1 (2.). War dieser Überraschungsmoment beabsichtigt? Lorenz grinste, dann gab er zu Protokoll, dass er seinem Mitspieler Daniel Bobinets habe nacheifern wollen. „Bobi hat gegen Osburg auch so ein Ding gemacht. Da habe ich mir gedacht, dass ich es auch mal probieren und den Ball nahe auf das Tor ziehen kann.“

Als Manuel Niebling einen weiten Freistoß von Christian Schneider per Kopf zum 0:2 versenkte, standen die Weichen früh auf Sieg (6.). Konz ließ Schoden mit seinem Einsatz kaum Luft zum Atmen, erzwang Fehler im Spielaufbau und verbuchte weitere Gelegenheiten fast im Minutentakt. Steffen Hausen scheiterte bei seiner Rückkehr zu seinem Heimatklub erst an Heinig, den Nachschuss setzte Michel Kupper Stöß an den Pfosten (14.).

Der dritte Treffer der Gäste ließ dennoch nicht lange auf sich warten. Hausen wurde von Sebastian Schmitz im Strafraum unsanft zu Fall gebracht, Bobinets schnappte sich den Ball und verwandelte den fälligen Elfmeter zum 0:3 (27.). Schoden hatte zwar vor der Pause durch Lorth, der im glänzend reagierenden Keeper David Kwast seinen Meister fand, die Chance zum Anschluss (33.). Andererseits hätte auch Konz seinen Vorsprung weiter ausbauen können. Kevin Vehres traf vor der Pause nur das Aluminium (40.).

„Wir haben an der Konzer Mentalität gearbeitet“

Wer nun dachte, dass Konz wie bei den vergebenen Führungen in dieser Spielzeit gegen Zell, Ruwertal und Föhren nur lässig weitermachen würde, sah sich getäuscht. Das Dawen-Team kam energisch aus der Kabine und drückte weiter auf das Tempo. Ein Kopfball von Peter Maasem wurde auf der Linie geklärt (50.), Lorenz schoss aus 30 Metern über das leere Tor, nachdem ein Rettungsversuch von Heinig vor seinen Füßen gelandet war (55.). Eine weitere Standardsituation sorgte dann für das überfällige 0:4. Außenverteidiger Niebling schnürte den Doppelpack, als er eine Ecke von Mai einköpfte (58.).

Lorth traf nur noch zum Anschluss (69.), die große Wende konnte Schoden gegen die dominanten Gäste aber nicht mehr einleiten. „In den letzten Jahren hat in der Konzer Mentalität immer etwas der Biss gefehlt. Wir haben daran gearbeitet und mit unserem Trainer einen echten Motivator“, frohlockte Lorenz nach dem starken Auftritt. Und auch wenn die Spieler weiterhin das M-Wort vermeiden – in dieser Derby-Verfassung ist Konz ein ernstzunehmender Meisterschaftskandidat.

Statistik

SG Schoden – SV Konz 1:4 (0:3)

Schoden: Heinig – Schu, Schmitz, Schaller (71. Erhard), Moreth – Reinsbach, Loch, Bart, Schuh – L. Kramp, Lorth.

Konz: Kwast – Schneider, Wacht, Maasem, Niebling (72. Dorn) – Lorenz, Mai – Hausen, Bobinets (82. Thayaparan), Kupper Stöß (61. Becker) – Vehres.

Tore: 0:1 Lorenz (2.), 0:2 Niebling (6.), 0:3 Bobinets (27., Foulelfmeter), 0:4 Niebling (58.), 1:4 Lorth (69.).

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