„Muckis“ Rückkehr, Trainer-Dinos und ein echter Vorsprung

Von Florian Schlecht

Am 23. Spieltag der Bezirksliga fiebert die SG Ruwertal dem Lokalderby gegen die SG Osburg entgegen. Tabellenführer SG Wittlich will den Vorsprung auf Mehring II weiter ausbauen. Bei der SG Irsch ist die Laune von Peter Schuh verhagelt, obwohl er sich auf das Treffen mit seinem Trainerfreund Rudi Jung von Dörbach freut. Der Überblick von 5vier.

SG Irsch – SV Dörbach (Samstag, 17 Uhr)

Auch gegen Dörbach muss Lukas Kramp mit einem schweren Stand rechnen. Foto: Anna Lena Grasmück

Eine Hiobsbotschaft hat Peter Schuh in dieser Woche die Laune verhagelt. Torhüter Mark Körner wird wegen einer Sehnenverletzung im Handgelenk für einige Monate ausfallen. „Er wird in der Rückrunde nicht mehr spielen“, sagt der Trainer der SG Irsch, der sich in der Winterpause noch darüber freute, den vom CS Grevenmacher umworbenen Schlussmann weiterhin beim Fußball-Bezirksligisten halten zu können. Im Heimspiel gegen den SV Dörbach wird nun Michael Settinger zwischen den Pfosten stehen, was er auch beim jüngsten 2:1-Erfolg gegen die SG Laufeld tat. Mit Kai Rommelfanger, der zumeist in der zweiten und dritten Mannschaft spielt, soll er sich einen Konkurrenzkampf liefern.

Was die Stimmung bei Schuh hingegen aufhellt, ist die Aussicht, am Samstag mit Rudi Jung einen guten Bekannten wiederzusehen. „Wir werden im Vereinsheim hinterher bestimmt ein Bier zusammen trinken.“ Auch Jung freut sich bereits. „Immerhin sind wir ja schon so was wie Dinos in dem Geschäft“, sagt der Trainer aus Dörbach augenzwinkernd. Wie Irsch startete auch Dörbach mit einem Erfolg ins neue Jahr. Beim 3:1 gegen Ruwertal war der Übungsleiter erstaunt über das gelungene Auftreten, auch wenn er sich noch mehr Zielstrebigkeit im Offensivspiel wünscht. Worin sich beide Trainer einig sind, ist die Lage im Rennen um den Klassenerhalt. Stehen sowohl Irsch als auch Dörbach derzeit im oberen Mittelfeld, kann bereits ein kleiner Negativlauf in den Tabellenkeller führen. „In dieser Liga musst du an jedem Spieltag 100 Prozent geben“, fordert Schuh. Jung gibt zumindest einen Zähler als Hausaufgabe an seine Spieler aus. „Wenn es uns gelingt, Torjäger Lukas Kramp aus dem Spiel zu nehmen, sind wir schon nah an unserem Minimalziel.“

SG Landscheid – SG Wittlich (Samstag, 17.30 Uhr)

SG Wittlich gegen SG Zell

Foto: Torsten Franken

Bei der SG Wittlich ist derzeit kein Spieler bemüht, die Kalendertage herunter zu zählen. Warum auch? Bis zu dem Bezirksliga-Gipfeltreffen gegen den SV Mehring II in der nächsten Woche hat der Tabellenführer noch die Chance, den Vorsprung auf den Verfolger auf fulminante 17 Zähler auszubauen. Zunächst tritt sie am Samstag bei der SG Landscheid an, dann am Mittwoch bei der SG Ralingen. Der Konkurrent aus Mehring kann bis zum Auftritt in Wittlich nicht mehr ins Rennen eingreifen. „Die Meisterschaft wird nicht über die Spitzenspiele entschieden. Sondern darüber, wie man sich gegen die so genannten ‚Kleinen‘ präsentiert. Das gelingt uns bislang ganz gut. Wir können einen Riesenschritt machen“, meint Frank Meeth.

Zuletzt feierte Wittlich einen furiosen 7:0-Erfolg gegen den SV Föhren, wobei die Mannschaft dort auch spielerisch voll überzeugen konnte. Das Spiel in Landscheid geht Meeth jedoch mit Vorsicht an. „Wir haben das Hinspiel mit 5:1 gewonnen. So was will unser Gegner nicht noch einmal über sich ergehen lassen. Es wartet ein hartes Stück Arbeit auf uns.“ Das Ass, das Meeth allerdings im Ärmel hat: „Mir steht der gesamte Kader zur Verfügung. Im Training legen alle Spieler ein hohes Tempo vor und motivieren sich gegenseitig.“ Wer es nicht ins Bezirksliga-Aufgebot schafft, dürfte die Reserve im Spitzenspiel der Kreisliga A gegen den FSV Salmrohr II verstärken.

SG Ruwertal – SG Osburg (Sonntag, 14.30 Uhr)

Warm einpacken: Für das Derby in Ruwertal bahnen sich erneut winterliche Temperaturen an.

Die SG Ruwertal fiebert dem Lokalderby gegen die SG Osburg entgegen – und der Rückkehr von Dieter Lauterbach. „Mucki“ arbeitet mittlerweile in Osburg, hat aber immer noch ein Herz für Ruwertal. Kein Wunder. 13 Jahre lang lief er als Spieler bis 1989 für den Verein auf, der in der damaligen Verbandsliga spielte. „Hinter Eintracht Trier und dem VfL Trier kamen schon wir“, leuchten die Augen, wenn er an die Zeit denkt. „Sonntag war Fußball damals immer Pflichtprogramm. 300 Zuschauer waren meistens da, die fast schon am Spielfeld standen.“ Auch als Übungsleiter verbindet Lauterbach gute Zeiten mit der alten Wirkungsstätte. 2010 gelang ihm der gefeierte Aufstieg in die Kreisliga A. In der momentanen Ruwertaler Mannschaft zählte er beim jüngsten 3:1 gegen den SV Krettnach (zum Bericht) alleine neun Spieler im Kader, mit denen er noch zusammen gearbeitet hat. „Ich habe mir das Spiel angesehen und mir schon einige Grüße für das Derby abgeholt“, lächelt der Coach vor dem Wiedersehen, bei dem er mit vielen Fans rechnet. „500 Besucher kann ich mir schon vorstellen.“

Die Laune in Osburg könnte vor der kurzen 10,7-Kilometer-Reise zum Rasenplatz nach Kasel jedoch besser sein. Seit dem 13. Oktober 2012 wartet die einstige Überraschungsmannschaft auf einen Sieg, neun Spiele in Folge wurden nicht gewonnen. „Momentan befinden wir uns im Tal der Tränen. Der passable Klassenerhalt ist erst einmal in die Ferne gerückt. Uns fehlt die Unbefangenheit, wir sind eine Spur zu verkrampft und hektisch“, so die Ursachenanalyse von Lauterbach. Sein Motto vor dem Derby: „Wir müssen versuchen, den Druck von uns wegzuhalten und die Lockerheit zurück gewinnen.“ Dabei kann sich das gebeutelte Team derzeit eine Scheibe von Ruwertal abschneiden, das nach dem Erfolg gegen Krettnach voller Vorfreude auf das Prestigeduell ist. „Es hat Jahre gedauert, bis wir uns wieder mit Osburg messen konnten“, sagt Trainer Jan Stoffels, der als Ziel einen Sieg vorgibt. Dann könnte der Aufsteiger in der Tabelle sogar an seinem Rivalen vorbeiziehen. Stoffels: „Wir müssen geduldig sein, die Nerven bewahren und uns auf die eigenen Stärken konzentrieren.“

Krettnach mit neuem Ziel, Remiskönige aus Konz

Am Samstag will der SV Krettnach gegen die SG Oberweis einen Sieg einfahren, um nicht Dauergast im Tabellenkeller zu sein (16 Uhr). Trainer Erwin Berg formulierte das Saisonziel neu. „Wir wollen den sechstletzten Platz erreichen, wo uns definitiv nichts mehr passiert.“ Gespannt darf man sein, wie gefestigt sich der SV Föhren nach dem 0:7 in Wittlich gegen die SG Zell präsentiert (17 Uhr). Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen ist das Motto des SV Konz. Drei gute Vorstellungen reichten bislang nur zu drei Unentschieden. Folgt in Auw (18 Uhr) nun der erste Dreier am Stück? Am Sonntag (alle Spiele um 14.30 Uhr) ist die SG Ralingen Favorit bei Schlusslicht SG Laufeld, für die das Rennen um den Klassenerhalt nach dem 1:2 in Irsch fast aussichtslos geworden ist. Großkampen hat dagegen mit einem 1:0 in Osburg wieder Morgenluft gewittert – nun ist der SV Leiwen zu Gast, der gegen Krettnach zuletzt zu starker Form auflief (2:0).

Die Spiele im Überblick

Samstag, 9. März:

SV Krettnach – SG Oberweis (16 Uhr)

SV Föhren – SG Zell (17 Uhr)

SG Irsch – SV Dörbach (17 Uhr)

SG Landscheid – SG Wittlich (17.30 Uhr)

SG Auw – SV Konz (18 Uhr)

Sonntag, 10. März:

SG Laufeld – SG Ralingen (14.30 Uhr)

SG Ruwertal – SG Osburg (14.30 Uhr)

SG Großkampen – SV Leiwen-Köwerich (14.30 Uhr)

Spielfrei: SV Mehring II

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