Schoden eilt mit Rasselbande und Torjäger Kramp zum 4:0-Sieg

Die SG Schoden hat das Derby beim SV Krettnach zum Bezirksliga-Auftakt mit 4:0 gewonnen

Von Florian Schlecht

Es war das Derby des Torjägers, der in alten Schuhen aufblühte: Mit 4:0 triumphierte die SG Schoden zum Bezirksliga-Auftakt beim SV Krettnach. Der Matchwinner war Lukas Kramp: Der 20-Jährige erzielte einen lupenreinen Hattrick – und sorgte für einen stolzen Trainer.

SV Krettnach-SG Schoden

„Wir sind die blauen Bomber.“ Die Spieler der SG Schoden feierten den Derbysieg.

Peter Schuh war ganz ausgelassen vor Freude, als er mit großen Schritten in Richtung Mittelkreis auf seine jubelnde Mannschaft zuging. „Ihr habt gezeigt, was die eigene Jugendarbeit wert ist“, lobte der Trainer der SG Schoden seine Spieler nach dem furiosen 4:0-Sieg zum Auftakt der Fußball-Bezirksliga beim SV Krettnach. Und während der Erfolg im Hintergrund weiter mit Tanzeinlagen zelebriert wurde, war Schuh einfach nur stolz auf seine Rasselbande, die mit einem Durchschnittsalter von 22,6 Jahren ins Spiel gegangen war. Der Trainer brachte auch den Mut auf, mit Marlin Scheid im zentralen Mittelfeld und Dominik Lorth im Angriff zwei 18-Jährige ins kalte (Derby-)Wasser zu werfen, die erst im Sommer aus dem eigenen Nachwuchs aufgerückt waren. „Die Taktik, die Zukunft im Blick zu haben, ist aufgegangen.“

Ein Mann ragte bei dem Kantersieg aber wieder einmal heraus: Lukas Kramp. Das Spiel war für einen Torjäger wie ihn maßgeschnitten. Lange Zeit schenkten sich beide Mannschaften nichts, vieles deutete auf ein 0:0 hin, ehe Schoden den ersten groben Fehler der Platzherren zu einem überfallartigen Angriff nutzte, bei dem Kramp eine feine Hereingabe von Keven Schuh zur Führung verwandelte (68.). Was dann folgte, war ein Stück Derbygeschichte des jungen Talents. Innerhalb von 18 Minuten schnürte der Angreifer einen lupenreinen Hattrick. Zunächst wurde er von Nachwuchsjuwel Scheid perfekt geschickt, vor dem Tor noch vom Krettnacher Verteidiger etwas abgedrängt – und verwandelte doch zielsicher ins lange Eck (77.). Wie gut es um den Teamgeist in Schoden bestellt ist, zeigte sich daran, dass alle Spieler inklusive des Torschützen aber wie wild auf den Vorlagengeber zuliefen, der sich bei der Jubeltraube sogar leicht weh tat.

Ein schöner Spielzug über Lorth und Schuh fand dann kurz vor dem Ende erneut in Kramp den entscheidenden Abnehmer (86.), der sich wenig später unter dem Applaus der mitgereisten Fans und einer festen Umarmung seines Trainers auswechseln ließ. Von der Bank aus verfolgte der Strahlemann dann, wie Talent Lorth nach einer weiteren Traumkombination über Florian Baack und Simon Erhard seinen Premierentreffer in der Bezirksliga erzielte (90.).

Mit alten Latschen zum Dreierpack

SV Krettnach-SG Schoden 2

Was für ein Arbeitstag: Lukas Kramp wurde nach drei Toren ausgewechselt.

Witze von den neben sich sitzenden Kollegen musste Kramp da schon einige über sich ergehen lassen. „Mit den neuen Schuhen verspricht er 30 Tore – und mit den alten schießt er drei“, feixte ein Mitspieler frech.

Denn Kramp hatte sich unter der Woche tatsächlich ein frisches Paar Fußballschuhe gekauft – diese aber noch nicht zum Auftakt getragen. „Die alten Dinger“, sagte er mit einem Lächeln auf dem Rasen in Krettnach und deutete auf seine alten, schwarzen Latschen, „werde ich auch nicht mehr anziehen.“ Dafür reichte der Aberglaube nach dem Dreierpack nicht aus. „Die sind doch schon ganz kaputt“, lächelte der Feinmechaniker, der seinem Heimatverein in dieser Saison weiterhin treu bleiben möchte.

Ein Angebot des 1. FC Saarbrücken hatte sich nach einer Verletzung zerschlagen, der CS Grevenmacher beobachtete ihn hingegen auch beim Derby. „Über die Qualitäten von Lukas Kramp brauchen wir uns nicht unterhalten, die sind hinlänglich bekannt“, sagte auch Erwin Berg nach der Niederlage.

Der Trainer des SV Krettnach war bedient. 70 Minuten lang sah es nicht nach einem Debakel aus. Lange bearbeiteten sich beide Mannschaften vor über 300 Zuschauern mit viel Respekt, gingen kaum Risiko, bauten vorsichtig auf. Während Kevin Flesch als Abwehrchef der Heimelf den Laden zusammenhielt, strahlte Sebastian Schmitz bei Schoden die nötige Abgeklärtheit aus. Ein Lattenkracher von Dimitrij Haak (33.) von Seiten der Platzherren (33.) und ein Schuss von Dominik Lorth ans Außennetz (45.) von den Gästen waren die Höhepunkte im ersten Durchgang. „Ein 0:5 wie noch vor ein paar Wochen“, ahnte Peter Schuh bereits früh auf der Trainerbank, „wird das heute nicht“.

„Es war klar, dass es nach einem Rückstand ganz schwer wird“

SV Krettnach-SG Schoden 1Und auch Berg sollte sich als Prophet bewahrheiten. „Es war ein total ausgeglichenes Spiel, bei dem klar war, dass es für beide Mannschaften nach einem Rückstand ganz schwer wird. Und bei uns fehlt es einigen Spielern noch an der nötigen Frische, nachdem sie zuletzt krank oder angeschlagen waren.“ Durch den ersten Fehler kippte das Derby auch komplett in eine Richtung. Da half es auch nichts mehr, dass Krettnach in der Schlussphase mit drei Stürmern alles nach vorne warf. Schoden behielt die Nerven – und hatte in Kramp den entscheidenden Torjäger. „Wir haben unsere Konter bilderbuchartig ausgespielt“, lobte Peter Schuh.

„Wir haben gekämpft ohne Ende, wollten uns für die hohe Niederlage in der letzten Saison revanchieren. Das ist uns gelungen“, freute sich Kramp, ehe er in die Kabine ging, um mit den Mannschaftskollegen der Rasselbande Pläne für den Abend zu schmieden. „Etwas gefeiert“, lächelte der 20-Jährige, „wird ganz sicher noch.“

Statistik

SV Krettnach – SG Schoden 0:4 (0:0)

Krettnach: Beuel – Bjelanovic, Flesch, Rissling, Herres – Jung (72. M. Kugel), Bosl (72. Herrig), Berg (70. Dres), Penth, Haak – Bader.

Schoden: Heinig – Moreth, Schmitz, Schaller, Erhard – Reinsbach (86. P. Kramp), Scheid (80. Loch), Bart, Schuh – L. Kramp (88. Baack), Lorth.

Tore: 0:1, 0:2, 0:3 L. Kramp (68., 77., 86.), 0:4 Lorth (90.).

 

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Kommentare (1)

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  1. sve-torsten sagt:

    Glotze aus, Stadion, bzw. Sportplatz an kann ich da nur sagen. Das Spiel hat einfach Spaß gemacht und was die jungen Spieler der SG Schoden – gerade in der Offensive, auf den Platz legen, ist schon toll anzusehen!

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