Tintor fällt Wittlich lange aus, Leiwen ist auf Trainersuche

Von Florian Schlecht

Das Osterwochenende ist in der Fußball-Bezirksliga mit Nachholspielen mehr als ausgefüllt. Beim SV Leiwen hat Christian Mergens bekannt gegeben, dass er zum Saisonende seinen Trainerposten niederlegt. Tabellenführer SG Wittlich hat mittlerweile 14 Punkte Vorsprung, doch die Euphorie ist getrübt durch einen Kreuzbandriss von Leistungsträger Oleg Tintor. Der SV Konz steht gegen die SG Ruwertal im Abstiegskampf unter Druck. Die Vorschau von 5vier.

SV Leiwen-Köwerich – SV Dörbach (Samstag, 15 Uhr)

Christian Mergens ist nur noch bis zum Saisonende Trainer des SV Leiwen. Foto: Sebastian Schwarz

Bis zum Saisonende trainiert Christian Mergens noch den SV Leiwen, danach bricht er dort seine Zelte ab. „Das ist definitiv. Vor zwei Wochen habe ich dem Vorstand bekannt gegeben, dass ich nicht weitermache. Den Vertrag werde ich bis Ende Juni aber noch mit voller Motivation erfüllen.“ Über die Gründe seines Abschieds schweigt Mergens. „Ich will das nicht kommentieren.“ Zuletzt hatte sich der Coach darüber echauffiert, dass Leiwen sich zu selten als echte Einheit auf dem Platz präsentiert habe. Frank Otten, der Sportliche Leiter, streitet nicht ab, dass es schwierige Charaktere in den eigenen Reihen gibt und kündigt auch Veränderungen im Kader an. Bei der Trainerfrage habe der Verein bereits einen Kreis aus Kandidaten. Das Anforderungsprofil ist klar benannt: „Wir suchen einen Trainer mit Autorität, auf den man hört und der schon einen Erfahrungsschatz mitbringt.“

In den nächsten Wochen geht es zudem darum, den dritten Platz in der Bezirksliga zu verteidigen. Mergens sieht seine Spieler dabei auf einem guten Weg. In den vier Partien nach der Winterpause fuhr Leiwen drei Siege ein. Personell klagt der Trainer nach wie vor über Probleme, nur 13 Spieler stehen ihm zur Verfügung. Mario Stanke hat nach einem Wadenbeinbruch wieder den ersten Kurzeinsatz absolviert.

Verärgert ist Mergens über die Gestaltung des Spielplans, der Leiwen am Osterwochenende doppelt fordert. Am Samstag kommt der SV Dörbach, der zuletzt mit 0:4 gegen den SV Krettnach unterlag. Am Montag geht es zur SG Auw. Dazu steht auch am 1. Mai Fußball an. „Ich habe kein Verständnis dafür, alle Feiertage zu belegen. Wir sind keine Profisportler, sondern Amateure, die gerade am Rande der Belastbarkeit stehen. Zwischen den Spielen gibt es kaum Möglichkeiten zur Regeneration, kein Verein hat die medizinische Abteilung eines Bundesligisten. Für mich ist das auch ein Grund für die vielen Verletzungen, mit denen fast alle Bezirksligisten zu kämpfen haben. Dazu müssen die Jungs noch arbeiten und haben Familie. Es ist gar nicht so leicht, alles unter einen Hut zu bekommen.“

SV Konz – SG Ruwertal (Samstag, 16.30 Uhr)

Der SV Konz steht vor dem Spiel gegen Ruwertal unter Druck.

Einige Zeit musste der SV Konz sich jetzt gedulden, um endlich wieder Fußball spielen zu können. Das Wetter machte dem Kellerkind stets einen Strich durch die Rechnung. Das Heimspiel gegen die SG Ruwertal ist nun gleich ein Gradmesser. Konz wartet noch auf den ersten Erfolg im Jahr 2013 und muss bald punkten. „Von den letzten elf Spielen sollten wir sechs gewinnen, um den Klassenerhalt sicher zu schaffen“, meint Trainer Stefan Dawen. Überzeugt ist er jedenfalls davon, dass seine Spieler das rettende Ufer erreicht. „Die Mannschaft zieht im Training das volle Programm mit. Das stimmt mich optimistisch.“ In Ruwertal wandelte Konz im Hinspiel einen 1:3-Rückstand in ein 3:3 um. „Ich hoffe, wir können spielerisch wieder an die gute Leistung von damals anknüpfen“, so Dawen.

Wie schwierig die Situation aber in Konz ist, weiß auch der Gegner. Die Ausgangsposition schmeckt Trainer Jan Stoffels nicht unbedingt. „Konz wird heiß auf das Spiel sein. Wenn wir da nicht gegenhalten, wird es nicht klappen mit einem Erfolgserlebnis“, glaubt er. Ruwertal unterlag zuletzt überraschend deutlich mit 0:3 gegen Oberweis, wodurch sich der Abstiegskampf noch weiter zugespitzt hat.

SG Wittlich – SV Krettnach (Samstag, 17.30 Uhr)

Bittere Nachricht für Oleg Tintor: Der Spielmacher hat einen Kreuzbandriss. Foto: Sebastian Schwarz

Die SG Wittlich ist mit 14 Punkten Vorsprung auf den SV Mehring II auf Rheinlandliga-Kurs. Die Freude darüber ist aber in den Hintergrund gerückt. Denn Oleg Tintor verletzte sich beim jüngsten 1:0-Sieg in Auw schwer. „Er hat sich das vordere Kreuzband gerissen“, war Trainer Frank Meeth geschockt über die Diagnose, die den Leistungsträger für Monate außer Gefecht setzt. „Für Oleg tut es mir unglaublich leid. Weder die Arzt noch drei Physios haben zuvor auf das Kreuzband getippt. Als er in der Röhre war, gab es die bittere Erkenntnis.“ Als Ersatz könnte die Spielmacherrolle nun Henrik Könemann ausfüllen.

Vielleicht schon gegen Krettnach, das der Ex-Verein von Nicolas Hubo ist. Der Angreifer ist in der Winterpause seinem Bruder Manuel nach Wittlich gefolgt und freut sich offensichtlich auf das Wiedersehen mit seinen alten Weggefährten. „Man hat schon im Training gesehen, dass es für Nico ein besonderes Spiel ist“, findet Meeth. Zuletzt fuhr der Spitzenreiter zwei 1:0-Erfolge mit späten Toren in der Nachspielzeit ein. „Wir wollten halt unbedingt gewinnen, die Gegner wollten verteidigen.“

Mit der Ausgangsposition geht’s auch in das Heimspiel am Samstag. „Wittlich ist für mich ein Bonusspiel“, bleibt Gäste-Trainer Erwin Berg trotz des jüngsten 4:0-Sieges in Dörbach zurückhaltend, bei dem Kompaktheit das oberste Gebot war. „Frank Meeth kann man jetzt schon zur Meisterschaft gratulieren. Er hat mit der Spielgemeinschaft ein riesiges Becken an jungen Spielern und erfahrenen Leuten.“

SG Ralingen – SV Mehring II (17.30 Uhr)

Das Wiedersehen eines Torjägers mit seinem Ex-Verein gibt es auch in einem anderen Spiel. In der Winterpause kehrte Pascal Mertens vom SV Mehring zur SG Ralingen zurück, nachdem er sich dort im Oberliga-Team nicht durchsetzen konnte. Am Samstag empfängt er nun mit Ralingen die Reserve aus Mehring, die sich zuletzt mit Niederlagen gegen Zell (1:3) und Oberweis (0:2) so gut wie aus dem Titelrennen verabschiedete. „Er wird sicherlich heiß sein“, ist Trainer Jörg Roos gewarnt.

Auf Mertens, der in Laufeld am vergangenen Wochenende sein erstes Tor erzielte, wartet zudem das Heimdebüt. Denn bislang hat Ralingen im Jahr 2013 nur Auswärtsspiele gehabt. „Jetzt haben wir bei uns endlich wieder tolle Bedingungen. Ich hoffe, wir können daraus Kapital schlagen“, meint Trainer Peter Löw, der seinen Vertrag in Ralingen bereits verlängert hat. „Nach einem Zwei-Minuten-Gespräch“, wie er augenzwinkernd anmerkt.

Sorgenfalten auf der Stirn hat der Trainer der Spielgemeinschaft, wenn er auf die Verletzungen zu sprechen kommt. Nun droht auch Jens Ernzerhof für Monate auszufallen. Er hat sich einen Muskelabriss im Oberschenkel zugezogen. Einsatzbereit ist dagegen wieder Daniel Morgan, der mit elf Saisontreffern nach wie vor der gefährlichste Offensivspieler in Ralingen ist.

Die Spiele am Osterwochenende im Überblick

Samstag, 30. März:

SV Leiwen-Köwerich – SV Dörbach (15 Uhr)

SV Konz – SG Ruwertal (16.30 Uhr)

SG Osburg – SG Laufeld (17.30 Uhr)

SG Oberweis – SG Irsch (17.30 Uhr)

SV Föhren – SG Landscheid (17.30 Uhr)

SG Ralingen – SV Mehring II (17.30 Uhr)

SG Zell – SG Auw (17.30 Uhr)

SG Wittlich – SG Krettnach (17.30 Uhr)

Montag, 1. April:

SG Irsch – SG Großkampen (14.30 Uhr)

SG Laufeld – SG Zell (14.30 Uhr)

SG Auw – SV Leiwen-Köwerich (14.30 Uhr)

Dienstag, 2. April:

SG Ralingen – SG Wittlich (20 Uhr)

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