Überraschungen und Enttäuschungen – Eine Bilanz

Von Torsten Franken

Der Ball ruht in der Bezirksliga. Zeit einen Blick auf die Hinrunde zurückzuwerfen und eine erste Bilanz zu ziehen. Wie sieht es im Titelkampf und wie auf den Abstiegsrängen aus? Wer sind bislang die Überraschungsteams der Liga?

Am Ende des Jahres gab es in der Bezirksliga dann doch noch die obligatorischen Spielabsagen. Dennoch haben alle Teams mindestens ihre 16 Hinrundenspiele absolviert. Die Winterpause bietet die günstige Gelegenheit eine erste Bilanz zu ziehen.

Aufstiegsfavoriten

Oleg Tintor und die SG Wittlich überwintern an der Tabellenspitze. Foto: Sebastian Schwarz

Der Titelkampf ist bislang noch kein wirklicher geworden, da die SG Wittlich seit dem vierten Spieltag alleine an der Tabellenspitze ihre Runden zieht. Erst im letzten Spiel der Hinrunde musste die Mannschaft von Trainer Frank Meeth in Konz ihre erste Niederlage einstecken (1:2). Vorher sorgte nur eine kleine Unentschiedenserie für ein kurzes Stottern im Motor. „Die ersten acht, neun Spiele waren top. Danach haben wir ein bisschen nachgelassen und die guten Leistungen nicht mehr über die ganzen 90 Minuten gezeigt. Die fünf Unentschieden waren völlig unnötig. Aber wir haben unser erstes Teilziel mit der Herbstmeisterschaft erreicht“, fasst Wittlichs Trainer Frank Meeth zusammen. Mit 38 Punkten, dem mit Abstand besten Torverhältnis (41:13) und der besten Defensive ist Wittlich verdienter Spitzenreiter. Zum ärgsten Verfolger hat sich inzwischen der SV Mehring II gemausert. Nach dem zehnten Spieltag lag Mehring noch lediglich im Mittelfeld der Tabelle, doch ein starker Lauf brachte 20 Punkte aus den letzten acht Spielen. Damit ist man immerhin nur noch sechs Punkte hinter dem Spitzenreiter aus Wittlich. Mehring ist zudem die einzige Mannschaft die noch mehr Tore als Wittlich erzielt hat (42). Zur Rückrunde wird Jörg Roos das Trainer-Amt übernehmen, weil Markus Kuhnen aus beruflichen Gründen aufhören musste (siehe hier). Auf den folgenden Plätzen sind Osburg und Landscheid schon zehn Punkte vom Tabellenführer entfernt. Überdies sind bei diesen beiden Teams vor der Saison keine Ambitionen in Richtung Aufstieg kommuniziert worden. Daher wird der Kampf um den Aufstieg in die Rheinlandliga wohl ein Duell zwischen Wittlich und Mehring.

Ein Bild mit Seltenheitswert in dieser Spielzeit: Jubelnde Spieler der SG Laufeld. (Foto: Anna Lena Grasmück)

Abstiegskampf

Für die SG Laufeld wird es schon so langsam eng in Sachen Klassenerhalt. Mit nur zehn Punkten steht man abgeschlagen am Ende der Tabelle. Laufeld hat die wenigsten Siege (2), die wenigsten geschossenen Tore (19) und die zweitschwächste Defensive (39 Gegentore). Lediglich am ersten Spieltag stand man nicht auf einem Abstiegsplatz. „Sicherlich haben wir uns das anders vorgestellt. Insgesamt wurden einfach zu viele Fehler gemacht. Wir müssen in der Rückrunde alles in die Waagschale werfen, um das Unmögliche noch möglich zu machen“, meint Laufelds Trainer Hein Carl. Seit ein paar Wochen wechselt die Rote Laterne zwischen Laufeld und der SG Oberweis hin und her. Neben diesen beiden Vereinen steckt Rheinlandligaabsteiger SG Auw mitten im Abstiegskampf. Die schwächste Auswärtsmannschaft (nur ein Sieg auf fremden Plätzen) muss dringend auch als Gast Punkte sammeln, um das direkte Durchreichen in die Kreisliga A zu verhindern. Auch die Mannschaften davor – Konz, Großkampen, Krettnach, Zell und Föhren – sind noch keineswegs in sicheren Gewässern unterwegs. Vor allem, da sich aufgrund der Situation in den oberen Ligen, erst am Ende der Saison die genaue Anzahl der Absteiger entscheiden wird.

Überraschungsteams

SG Ralingen gegen SG Osburg

Osburg war lange Zeit das Überraschungsteam der Liga. (Foto: Torsten Franken)

Die beiden positiven Überraschungen dieser Hinrunde sind sicherlich die SG Osburg und die SG Landscheid. Osburg konnte lange Zeit immerhin einigermaßen mit Spitzenreiter Wittlich Tritt halten, ehe man sich gegen Ende in Richtung Winterpause schleppte. Die letzten sechs Partien konnte Osburg nicht mehr gewinnen und verpasste so eine noch bessere Platzierung. Auch Aufsteiger Landscheid steht auf dem dritten Tabellenplatz sicher besser dar, als es die meisten vor der Spielzeit erwartet hätten. Mit der SG Ruwertal steht ein weiterer starker Aufsteiger auf dem fünften Platz. Dennoch sollten sich die Verantwortlichen nicht von den Tabellenplätzen trügen lassen. Ruwertal auf dem fünften Rang (24 Punkte) und Großkampfen auf Platz vierzehn (20 Punkte) trennen nur vier Zähler. Ein richtiges Tabellenmittelfeld mit einer Grauzone gibt es nicht. Mit nur einem Sieg oder einer Niederlage kann sich am Tabellenstand viel verändern.

SV Leiwen gegen SG Irsch

Beim SV Leiwen hatte man sicherlich mehr erwartet. (Foto: Torsten Franken)

Enttäuschungen

Die größte Enttäuschung der bisherigen Saison ist sicherlich der SV Leiwen. Vor der Spielzeit war die Mannschaft als schärfster Konkurrenz von Wittlich gehandelt worden und auch selbst hatte man ambitionierte Ziele. Nach einer schwachen Vorrunde, die von Verletzungen gezeichnet war, steht Leiwen mit 23 Punkten nur auf dem neunten Rang, schon fast uneinholbare 15 Zähler vom Tabellenführer entfernt. Auch vom SV Konz hätte man sicherlich mehr als Platz dreizehn erwartet. Dabei zeigte Konz immer wieder, dass man durchaus mit den Großen der Liga mithalten kann. Wittlich brachte man die bisher einzige Niederlage bei (2:1) und Osburg wurde mit 5:0 vom Platz gefegt. Doch zu oft zeigte Konz auch sein anderes Gesicht und verlor gegen vermeintlich kleine Teams wie Oberweis (1:3) und Zell (2:4). Das Hauptproblem liegt wohl in der Defensive, Konz kassierte die meisten Gegentreffer (42). Wohl auch ein Resultat aus der langen Verletzung von Abwehrchef Jan Wrobel, der inzwischen aber wieder auf dem Platz steht. Nach der Winterpause wird in Konz ein neuer Trainer auf der Bank sitzen, da sich Patrick Zöllner in Richtung Tarforst verabschiedet hat. Der bisherige Co-Trainer Stefan Dawen übernimmt Zöllners Job.

Torjäger

Der Kampf um die Torjägerkanone könnte spannender kaum sein. Fünf Spieler stehen eng beieinander. Daniel Alsina Fonts (SV Leiwen) führt mit 13 Toren die Liste an. Dahinter lauern Nicola Weyer (SV Föhren) und Tim Reuland (SG Landscheid) mit 12 Treffern. Wieder nur ein Tor dahinter rangieren Daniel Morgen (SG Ralingen) und Christian Alt (SV Mehring II). Der Kampf um den besten Torjäger der Liga verspricht also bis zum Ende der Saison eine knappe Entscheidung zu werden.

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Kommentare (1)

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  1. Leiwen-Fan sagt:

    Leiwen ist mit Sicherheit in der Hinrunde die mit Abstand größte Enttäuschung. Das liegt meiner Meinung zu 80% an dem Herrn Mergens. Er setzt auf die Falschen Leute sein System ist nicht das beste und Fit sind seine Spieler auch nicht. Klar wir hatten viele Verletzte Leistungsträger wobei ich weiß das er anfangs auf diese auch nicht gesetzt habt. Ein neuer Trainer dann steht Leiwen am Ende unter den ersten 5. Das wird mit dem Mergens nicht passieren.

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