Bezirksliga: Von Serien, Selbstvertrauen, Gejagten und Abstiegskrimis

Von Florian Schlecht

In der Bezirksliga West kann die SG Wittlich in Leiwen einen Konkurrenten im Titelrennen abschütteln. Osburg will sich gegen Zell als Verfolger nicht abhängen lassen. Konz steht in Laufeld unter Druck. Hier ist der Überblick von 5vier zum 15. Spieltag.

Irsch will die furiose Serie von Föhren stoppen

Auch Irsch geht mit Rückenwind ins Spiel gegen Föhren. Foto: Anna Lena Grasmück

Die SG Irsch erwartet „die Mannschaft der Stunde“, wie Trainer Peter Schuh lobt. Tatsächlich ist der Erfolgslauf des SV Föhren in der ausgeglichenen, unberechenbaren Bezirksliga eine echte Überraschung. Mit vier Siegen in Folge kämpfte sich das Team von Christian Esch vom Tabellenkeller schlagartig ins Mittelfeld vor, feierte zuletzt einen 2:0-Erfolg gegen die SG Ruwertal dank eines Doppelpacks von Nicola Weyer. „Sie sind defensiv unheimlich stark, haben wenige Tore zugelassen und waren vorne selber gefährlich“, weiß Schuh. Doch auch Irsch geht mit Rückenwind in die 90 Minuten, was auf ein spannendes Duell hindeutet (Samstag, 17 Uhr). Mit 3:1 siegte die Mannschaft zuletzt in Ralingen, was der Übungsleiter aber noch nicht als Ruhekissen deutet. „Mit zwei, drei Niederlagen kannst du schnell wieder unten reinrutschen“, fordert Schuh nach wie vor Konzentration und Punkte.

Osburg mit Selbstvertrauen gegen Zell: 5vier ist mit Videoteam vor Ort

Osburg hat mit dem 2:2 in Wittlich Selbstvertrauen getankt. Foto: Stephen Weber

Die SG Osburg hat durch das 2:2 bei der SG Wittlich wieder Selbstvertrauen getankt. Das 0:5-Debakel in Konz ist endgültig abgehakt, nachdem im jüngsten Spitzenspiel ein 0:2-Rückstand umgedreht wurde. „Wir haben enormes Selbstvertrauen getankt und nach zu viel Respekt in der ersten Halbzeit befreit aufgespielt“, freute sich Trainer Dieter Lauterbach. Ganz ohne einen schweren Rucksack auf dem Rücken will er seine Mannschaft gegen die SG Zell (Samstag, 17.30 Uhr) von der ersten Minute an sehen. Ein Blick auf die Bilanz verrät, dass dem Tabellenzweiten das Vorhaben vor heimischem Publikum (fast) immer gelang. 13 von möglichen 15 Punkten fuhr das Lauterbach-Team auf dem Rasen von Osburg ein. Nun geht es allerdings erstmals auf den Kunstrasen von Thomm. „Ich hoffe, dass wir unsere Serie dort weiter ausbauen können“, betont der Übungsleiter, dem bis auf Christian Grün alle Spieler zur Verfügung stehen. Vor Zell warnt er aber nach allen Turbulenzen der letzten Wochen. „Sie haben sich in die Saison gesteigert, mit einem Trainerwechsel die Mannschaft offenbar mobilisiert und reichlich Rheinlandliga-Erfahrung in ihren Reihen.“ 5vier wird am Samstag mit dem Videoteam in Thomm vor Ort sein, um über das Spiel zu berichten.

Spitzenspiel in Leiwen: Wittlich kann davonziehen

Christian Mergens will eine neue Serie starten. Archiv-Foto: Peter Schmitt

Beide Trainer bemühen sich im Vorfeld des Spitzenspiels (Sonntag, 14.30 Uhr), den Druck auf den Gegner zu erhöhen. „Wittlich hat 18, 19, 20 Spieler auf hohem Niveau. Ich denke, dass sich das am Saisonende auszahlt“, sagt Christian Mergens, der Coach des Heimteams. „In Leiwen meinen einige immer noch in die Oberliga zu gehören. Sie betreiben einen finanziellen Aufwand, der bestimmt doppelt so hoch ist wie bei uns“, glaubt Frank Meeth, Übungsleiter von Wittlich. Mit dem Tabellenführer hat seine Mannschaft die Chance, den SV Leiwen-Köwerich durch einen Sieg im direkten Duell weit auf Distanz zu halten und einen Etappensieg zum Fernziel Meisterschaft einzufahren. „Das Spiel gegen Osburg hat gezeigt, dass es nur an uns liegt“, sagt Meeth selbstbewusst. Eine Halbzeit lang spielte Wittlich um Leistungsträger Oleg Tintor (hier geht’s zum 5vier-Porträt) Fußball von einem anderen (Bezirksliga-)Stern, führte 2:0 – und musste sich dann nach fehlender Konzentration mit einem 2:2 begnügen. Hinter dem Einsatz von Hendrik Könemann steht berufsbedingt ein Fragezeichen. Ansonsten stehen dem Favoriten alle Mann zur Verfügung, auch der neue Stürmer Manuel Hubo. Mergens beklagt hingegen das Fehlen von Christian Dahm, der gesperrt ist. Auch Michael Scholtes wird ausfallen. „Zwei Leistungsträger sind nicht dabei, das tut weh.“ Die 1:2-Niederlage gegen Konz sei zu den Akten gelegt. „Wir haben davor neun Spiele in Folge nicht verloren. Es war klar, dass irgendwann mal eine Niederlage kommt. Jetzt wollen wir halt eine neue Serie starten.“

Abstiegskrimi in Laufeld: Konz hofft auf Druck, „der beflügelt“

Patrick Zöllner ist froh über den Druck. Foto: Stephen Weber

Es ist ein echter Abstiegskrimi, der auf den SV Konz bei Schlusslicht SG Laufeld wartet (Sonntag, 14.30 Uhr). Denn der Gegner steht mit dem Rücken zur Wand, kann sich bei einer Niederlage schon mit der Kreisliga vertraut machen. „Dort hat es eine Aussprache gegeben, wo sich Verein, Trainer und Mannschaft zusammengerauft haben. Daher erwarte ich hochmotivierte Laufelder“, ist Patrick Zöllner gewarnt. Konz muss hingegen aufpassen, nicht weiter in den Keller zu rutschen. Eine Aussicht, die eher beflügeln als hemmen soll. „Bislang hat es Erfolg gebracht, wenn wir mit Druck in die Spiele gegangen sind“, erinnert sich der Trainer noch an die überraschenden Erfolge gegen Osburg (5:0) und in Leiwen (2:1), als sein Team langsam in der Tabelle abdriftete. Zugleich hat er die jüngste 1:3-Pleite gegen Oberweis auch gut im Kopf. Die Achillesferse bei Konz liest sich schon in den Zahlen ab. Mit 29 Toren stellt das Team die zweitbeste Offensive der Bezirksliga – mit 37 Gegentoren aber auch die schlechteste Defensive. Zöllner führt das auf das lange Fehlen von Jan Wrobel zurück, der erst seit drei Spielen wieder mitwirkt. Zudem seien bis auf Alexander Becker alle Abwehrspieler gelernte Mittelfeldakteure. „Da spielt man die Viererkette nicht von heute auf morgen perfekt. Das erfordert Geduld.“

Krettnach hofft auf Gesetz der Serie

Sieg gegen Ralingen, Niederlage in Föhren, Sieg gegen Landscheid, Niederlage in Mehring. Die jüngsten Ergebnisse des SV Krettnach (Platz 9, 19 Punkte) waren so wechselhaft wie das Wetter. Die Serie darf sich nach dem Geschmack von Erwin Berg aber zumindest noch einmal fortsetzen, denn gegen die SG Auw (Platz 14, 13 Punkte) wäre dann wieder ein Sieg fällig. Vier Spiele in Folge ist die SG Ralingen (Platz 8, 19 Punkte) ohne Erfolg. Genauso lange fehlt Torjäger Daniel Morgen bereits. Nun geht es zum SV Dörbach (Platz 11, 16 Punkte). Der Verlierer der Partie nähert sich den bedrohlichen Bezirksliga-Regionen. Die SG Ruwertal (Platz 6, 20 Punkte) will gegen den Tabellennachbarn aus Landscheid (Platz 5, 20 Punkte) das 0:2 in Föhren vergessen machen. Zehn Zähler aus den letzten vier Spielen fuhr der SV Mehring II (Platz 3, 23 Punkte) ein. Die Serie soll bei der SG Großkampen (Platz 15, 13 Punkte) ausgebaut werden.

Die Spiele im Überblick

Samstag, 10. November:

SV Krettnach – SG Auw (14.30 Uhr)

SG Irsch – SV Föhren (17 Uhr)

SV Dörbach – SG Ralingen (17 Uhr)

SG Osburg – SG Zell (17.30 Uhr)

Sonntag, 11. November:

SG Laufeld – SV Konz (14.30 Uhr)

SG Ruwertal – SG Landscheid (14.30 Uhr)

SV Leiwen – SG Wittlich (14.30 Uhr)

SG Großkampen – SV Mehring II (14.30)

Spielfrei: SG Oberweis

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Kommentare (2)

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  1. Bezirksligaspieler2 sagt:

    Aber wo Herr Meeth recht hat, da hat er Recht!

  2. Bezirksligaspieler sagt:

    Der Herr Meeth scheint ja bestens zu wissen was in Leiwen gezahlt wird :)So eine „Übermannschaft“ die Fußball vom anderen Stern (ich lach mich tot) spielt ist Wittlich sicherlich nicht.

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