Bilanz zur Pause: Die Rheinlandliga im Überblick

Lüxem/Wittlich im Abstiegskampf, Morbach hält Anschluss an die Spitze, heimstarke Tarforster, Mosella Schweich und Eintracht Trier II im gesicherten Mittelfeld der Tabelle

Von Janik Krause

Nach 19. Spieltagen geht es für die Teams aus der Region in die Winterpause. Der SV Morbach hält Anschluss zum oberen Drittel der Tabelle. Während der FSV Trier-Tarforst, die TuS Mosella Schweich und die U23 von Eintracht Trier in ruhigen Fahrgewässern im Mittelfeld der Tabelle überwintern, steckt die SG Lüxem/Wittlich im Abstiegskampf. 5vier blickt hinter die Kulissen der fünf Vereine. 

FSV Tarforst: Torhungrig und heimstark

Ein Jahr liegt es nun zurück, als Patrick Zöllner die Leitung bei der ersten Mannschaft des FSV Trier-Tarforst übernahm. Damals galt es, den Abstieg zu verhindern. Der Trainer-Neuzugang des Bezirksligisten SV Konz hatte sich vor allem zum Ziel gesetzt, die wacklige Abwehr zu stabilisieren. TarforstAm Ende der Saison war ihm das gelungen. Genau ein Jahr nach dem Amtsantritt hält die erfreuliche Entwicklung in Tarforst weiter an.  Tabellenplatz acht und 29 Punkte wurden nach der Hinrunde bisher eingefahren.

Dabei trat das Team bislang vor allem vor eigenem Publikum sehr stabil auf. In zehn Begegnungen fuhren die Zöllner-Kicker auf ihrem Kunstrasen sieben Siege ein und mussten sich nur zweimal geschlagen geben. Das bescherte vor Weihnachten Rang zwei im Heimspiel-Klassement – und ist ein wichtiger Faktor hinsichtlich des vor der Saison ausgerufenen Ziels, die 40-Punkte-Marke zu knacken.

Torhungrig präsentierte sich die Offensivabteilung aus Tarforst. 41 Treffer erzielte die Mannschaft bislang. Angreifer Patrick Kasel hat seinem Ruf als Torjäger wieder alle Ehre gemacht und bereits zwölf Treffer auf seinem Konto. Teamintern folgt ihm Tobias Spruck mit acht Toren. Präsentiert sich die Mannschaft auch im kommenden Jahr so heimstark und elanvoll, wird sie sie sicherlich noch einige Siege bejubeln dürfen.

SG Lüxem/Wittlich: Die Krux der Aufsteiger

In den beiden vorherigen Spielzeiten mussten sowohl die SG Stadtkyll als auch die SG Ellscheid nach dem Aufstieg sofort wieder den Gang in die Bezirksliga antreten. Die SG Lüxem/Wittlich wollte der Krux der Meister aus der Bezirksliga West entgehen – doch bislang lief die Runde eher durchwachsen. Nachdem die Mannschaft letzte Saison souverän Titelträger geworden war, folgte eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Besonders schwer wog der Kreuzbandriss von Benedikt Schlösser, den der Flügelspieler im Vorbereitungsspiel gegen Eintracht Trier erlitten hat. Mit Oleg Tintor war der Regisseur schon Monate zuvor mit derselben Verletzung außer Gefecht gesetzt worden. Die Saison war noch gar nicht gestartet – und der Wittlicher Offensivmotor lahmte bereits.

Doch damit nicht genug: Auch der Ligastart verlief unglücklich, die Euphorie wich früh dem Alltagsfrust. Aus elf Partien wurden nur drei magere Punkte erbeutet. So musste Frank Meeth nach dem zwölften Spieltag seinen Hut nehmen – ausgerechnet nach dem 3:2-Heimsieg über die TuS Mosella Schweich. Fortan leitete der aus der dritten Mannschaft hochgezogene Andreas Scheibe die Geschicke der Rheinlandliga-Truppe. Mit ihm besserte sich die Bilanz auf, neun Zähler wurden aus den folgenden sechs Spielen eingefahren. Darunter war ein beachtenswertes 1:0 gegen Karbach.

Vor der Winterpause setzte die Scheibe-Elf noch einmal ein deutliches Ausrufezeichen und meldete sich mit einem 4:0 über den FV Engers fulminant im Abstiegskampf zurück. Damit übergab man die rote Laterne an die Konkurrenz aus Altenkirchen. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt nun fünf Punkte. Gelingt es die gute Form in der Rückrunde zu bestätigen, ist noch alles möglich im Kampf um den Klassenerhalt.

SV Morbach: Willkommen im oberen Drittel!

Etwas anders gestaltet sich die Situation beim SV Morbach. Während man letzte Saison lange gegen den Abstieg kämpfte, kann man nach den bisherigen 19 Spielen sehr zufrieden sein. Bisher fuhr man 31 Zähler ein und steht damit auf dem siebten Tabellenplatz. Die Mannschaft hat unter Rainer Nalbach, der ständiger Antreiber gegen aufflammende Selbstzufriedenheit ist, eine starke Entwicklung genommen. Den Grundstein für diesen Erfolg bildet die gute Defensive, die bisher nur 28 Gegentore zuließ. Vor dem gegnerischen Tor präsentierten sich Florian Galle und Jan Brandscheid als zuverlässige Knipser – und Vorarbeiter. Galle kommt auf zehn Saisontreffer und sieben Vorlagen, Jan Brandscheid auf acht Saisontreffer und neun Vorlagen. Die Rückkehr von Nalbach auf die Trainerbank ist somit mehr als geglückt.

Auch wenn der im Dezember geäußerte Wunsch des Coaches, möglichst lange die Ausgangsposition im oberen Tabellenbereich verteidigen zu wollen, in den letzten beiden Spielen einen kleinen Dämpfer erfahren hat. Da gab es zwei Niederlagen gegen den TuS Mayen und die SG 2000 Mülheim-Kärlich. Im neuen Jahr wartet dann mit Emmelshausen ein Gegner aus dem unteren Tabellendrittel auf die Truppe.

TuS Mosella Schweich: Was für ein Kalenderjahr! 

In Schweich gibt es eine Konstante, die seit Jahren die Grundlage für eine solide Vereinspolitik ist. Die Rede ist natürlich von der guten Jugendarbeit. Auch vor der Saison wurden wieder zahlreiche Spieler aus der A-Jugend hochgezogen, anstatt Neuzugänge von außerhalb zu verpflichten. Ein Konzept, das in den Grundzügen an den SC Freiburg erinnert – und sogar einen Tick darüber hinaus geht. „Zuletzt hatten wir einige gesperrte und verletzte Spieler, deshalb kamen auch ein paar A-Jugendliche zum Einsatz. Ich war sehr zufrieden mit ihnen. Die Spieler wissen auch, dass wir Vertrauen in sie haben“, so der gelaunte Trainer Eric Schröder zu Protokoll.

Lüxem-SchweichÜber eineinhalb Jahre ist es nun her, dass Schröder das Traineramt bei Mosella Schweich übernahm. „Damals lief es zu Beginn nicht so. Ich war neu als Trainer und wir hatten zahlreiche neue Spieler. Mit der Zeit sind wir dann zusammengewachsen und haben eine richtig gute Rückrunde gespielt“, blickt der Übungsleiter zurück auf ein Kalenderjahr, in dem der Abstieg vermieden wurde und die Mosella sich bis ins Mittelfeld vorgekämpft hat. „Saisonübergreifend war 2013 für uns auf jeden Fall klasse. Wir haben uns bisher sehr heimstark präsentiert, und im Training merkt man mehr und mehr die Erfolge. Das macht richtig Spaß.“

Mit dem bisherigen Saisonverlauf ist er sehr zufrieden. Seine Mannschaft rangiert mit 24 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz. „Unser Ziel ist nach wie vor der Klassenerhalt. Wir haben bisher gut gepunktet, aber wir wissen das richtig einzuordnen und deshalb wird bei uns auch niemand abheben. Ich erinnere da gerne an die Ellscheider. Die haben letztes Jahr auch eine gute Hinrunde gespielt und in der Rückrunde dann auch wegen vieler Verletzter wenig Punkte eingefahren“, bilanziert er.

Im neuen Jahr geht es mit einem strammen Programm weiter. Zunächst wartet dann das Team aus Karbach auf die Schröder-Truppe. Externe Neuzugänge sind nicht eingeplant. Man wird jedoch den ein oder anderen A-Jugendlichen in den Trainingsbetrieb der  ersten Mannschaft aufnehmen. So wie es in Schweich halt das Konzept ist.

Eintracht Trier II: Ein Halbjahr mit Stolpersteinen

Kurz vor der Saison sah es nicht wirklich rosig für die Reserve von Eintracht Trier aus: Herbert Herres hatte innerhalb von kürzester Zeit einen Kader zusammen stellen müssen, nachdem zahlreiche Spieler den Verein verlassen hatten. Doch die neu aufgestellte Truppe startete gleich fulminant in die Saison, als in den ersten vier Begegnungen vier Siege in Folge gelangen. Aber die mentale Stärke der Mannschaft wurde immer wieder auf die Probe gestellt. Erik Michels und Albutrin Aliu aus dem Regionalligakader konnten fast nie wie erhofft aushelfen – die Regionalliga-Youngsters fielen wegen Verletzungen nahezu die komplette Hinrunde aus. Das führte dazu, dass Kevin Arbeck nach furiosen Auftritten (neun Saisontreffer) in die erste Garnitur hochgezogen wurde – und sich später ebenfalls verletzte.

Auch auf der Torwartposition war Trainer Herres nicht von Glück verwöhnt: Auch Jens Freis fiel lange aus, Ersatzkeeper Daniel Krönert ist Schauspieler im Theater und hat somit nicht immer automatisch frei. Sechs Wochen trainierte die Reserve ohne Torhüter.

Das Abdriften ins Mittelfeld war so kein Wunder. Doppelt bitter: Der 3:1-Sieg gegen den TuS Mayen wurde am „Grünen Tisch“ aberkannt, weil Jugendspieler Dominik Thömmes allen anfänglichen Beteuerungen des Verbandes zum Trotz doch nicht spielberechtigt war. Immerhin gab es vor der Winterpause noch ein echtes Highlight für die U23: Der Acht-Minuten-Hattrick von Meliani Saim sorgte im ganz wichtigen Derby gegen die SG Wittlich dafür, einen 0:2-Rückstand auf den letzten Drücker noch in einen 3:2-Erfolg umzuwandeln.

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