Blutige Mondscheinsonate von Elke Schwab

Am 6. Mai erschien der neue Roman der saarländischen Krimiautorin Elke Schwab: Blutige Mondscheinsonate. Die gebürtige Saarbrückerin lebt mit ihrem Mann in einem alten Bauernhaus im Elsass, wo sie seit einigen Jahren ihre Kriminalromane schreibt. Schon 13 Krimis und sechs Kurzgeschichten sind seit 2001 von ihr veröffentlicht worden. Für Ihre Werke erhielt sie im Jahr 2013 den Saarländischen Autorenpreis, der „HomBuch“, in der Kategorie Krimi sowie den Kulturpreis des Landkreises Saarlouis für literarische Arbeit mit regionalem Bezug.

Die Handlung

Elke Schwab - Blutige MondscheinsonateDie „blutige Mondscheinsonate“ ist der vierte Fall, den Elke Schwab die Kommissare Lukas Baccus und Theo Borg lösen lässt. Im Deutsch-Französischen Garten wird bei einer Touristenführung die Leiche eines jungen Mädchens entdeckt. Und das genau zu einer Zeit, in der die Stadt Saarbrücken dringend versuchen muss, EU-Fördergelder für ein Tourismusprojekt im DFG zu bekommen. Hängt der grausame Mord damit zusammen? Dieser Verdacht erhärtet sich, nachdem weitere Morde geschehen, deren Opfer im Zusammenhang mit Beteiligten des Projekts stehen. Doch auch trotz gründlicher Ermittlungen ist kein „roter Faden“ zu finden, geschweige denn das ultimative Motiv. Dafür aber mehrere Verdächtige. Vorerst müssen die Kommissare Baccus und Borg ihren Kolleginnen vom Schreibtisch aus zuarbeiten, da sie zum Innendienst verdonnert worden sind, bis sich der Amtsleiter nach langer erfolgloser Untersuchung des Falls dazu entschließt, die beiden als verdeckte Ermittler in den Deutsch-Französischen Garten zu schicken.

Die Personen

Auch ohne die Vorgänger der Baccus-Borg-Reihe gelesen zu haben, wird schnell klar, dass man es hier mit zwei humorvollen Kommissaren zu tun hat, die nicht auf den Mund gefallen und um keine Ausrede verlegen sind. Ihre Verbannung in den Innendienst, zahlreiche Anspielungen und lockere Sprüche deuten auf ihre turbulente Vergangenheit hin. Sie sind jedoch beliebt bei Kollegen und man fasst schnell Vertrauen zum gesamten Team, denn neben stressigem Büroalltag kommt in diesem Roman auch die Schilderung der freundschaftlichen und teilweise sogar romantischen Verhältnisse nicht zu kurz, was den Leser mitnimmt und es ihm einfach macht, sich in die Lage der Beteiligten zu versetzen. Etwas inszeniert und glatt wirken die Streitigkeiten mit der besserwisserischen Kollegin Andrea Peperding, die allerdings gleichzeitig die Handlung dynamischer machen.

Die Inszenierung

Der Roman spielt größtenteils im Deutsch-Französischen Garten, Saarbrücken und Umgebung, was ihn vor allem für Leser der Region noch interessanter macht. Der neutrale Erzähler ist omnipräsent, der Leser erhält durch häufigen Szenenwechsel Einsicht in viele Details der Handlung. Auch in die des Mörders, dessen Gedanken und Taten gelegentlich in kursiver Schrift erscheinen. Denn dieser ist mitten im Geschehen. Und genau das macht den Ratespaß perfekt. Die Ermittlungen laufen im klassischen „Tatort“-Stil ab; durch Befragungen und Auswertungen des Gerichtsmediziners und der verschiedenen Abteilungen der Polizei erhält der Leser immer wieder neue Informationen, die ihn selbst mit nach dem Täter suchen lassen, wobei es im Verlauf immer offensichtlicher wird, dass dieser sich bereits unter den genannten Charakteren befindet. Auch das Motiv wirft viele Fragen auf: Die Morde weisen auf einen psychisch gestörten Ritualmörder hin. Oder versucht einfach nur jemand, das Tourismusprojekt zu verhindern? Gibt es persönliche Antriebe? Nach all den aufgebauten Emotionen und Fragen wirkt das Ende der Geschichte leider etwas lasch. Während das grausame, aber gleichzeitig auch geschickte und clevere Vorgehen des Täters bis zum Schluss für Spannung sorgt, findet die Suche dann ein eher einfaches Ende, von dem man sich etwas mehr erhofft hatte.

Sollte man das lesen? –Ja, unbedingt! Elke Schwab bietet dem Leser: Liebenswerte Hauptdarsteller, überzeugende Charaktere, grausame Verbrechen und eine spannende Ermittlung. Ein Buch, bei dem einem garantiert nicht langweilig wird. Vor allem, wenn man sich vorher Beethovens Mondscheinsonate angehört hat.

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