Brit Kärger hat den Philippika-Preis erhalten

An der Uni Trier wurde die Urkunde für eine „außergewöhnliche Arbeit“ verliehen

Zum zweiten Mal wurde am Donnerstag an der Universität Trier der vom Harrassowitz-Verlag gestiftete Philippika-Preis verliehen. Ausgezeichnet wurde Brit Kärger aus Göttingen für ihre Dissertation „Leben in der amurritischen Welt – Nomaden und Sesshafte im Reich von Mari 19./18. Jh. v. Chr.“. Die Arbeit verfolge in einem außerordentlichen Maß interdisziplinäre Ansätze und erfülle damit ein zentrales Kriterium für die Preisvergabe, erklärte der Trierer Professor Dr. Torsten Mattern. Er gehört zu den Herausgebern der in dem Wiesbadener Verlag erscheinenden Philippika-Reihe.

„Die Arbeit besticht durch die Herangehensweise und die Methodik“, würdigte Laudator Prof. Dr Kai Ruffing, ein weiterer Herausgeber, die wissenschaftliche Leistung der Preisträgerin 2012. „Diese außergewöhnliche Arbeit ist in hohem Maße preiswürdig“, befand Ruffing abschließend.

Brit Kärger bezeichnete es als Ziel ihrer Dissertation, Material zu den amurritischen Stämmen zu sammeln, zu analysieren und deren Lebensraum zu erfassen. Dazu wertete sie unter anderem einen imposanten Textkorpus aus Keilschrift-Tafeln aus. In ihrem Vortrag stellte sie die Darstellung der Lebenswirklichkeit der Amurriter als „Räuber, Plünderer und Viehtreiber“ in Frage. Die im heutigen Syrien lebenden Amurriter lebten nach ihren Erkenntnissen nicht pauschal, sondern lediglich saisonal als Nomaden und passten sich damit den Lebensbedingungen an. Anders als im abwertenden Begriff Viehtreiber mitschwinge, gehörten organisierte Kleinviehwirtschaft und Landwirtschaft zu den wesentlichen Lebensgrundlagen der Stämme.

Brit Kärger habe die Kriterien des Preises Interdisziplinarität und Internationalität vollauf erfüllt und die Jury überzeugt, sagte Harrassowitz-Verlagsleiterin Dr. Barbara Krauß. Die Dissertation wird in die erfolgreiche Philippika-Reihe aufgenommen, in der im Verlauf des zehnjährigen Bestehens bereits 58 Bände erschienen und mehr als 30 weitere in Vorbereitung sind.

Hintergrund

Der Philippika-Preis ist nach der Monographienreihe „Philippika. Altertumswissenschaftliche Abhandlungen. Contributions to the Study of Ancient World Cultures“ benannt. Die Reihe publiziert Veröffentlichungen aus allen Bereichen der Altertumswissenschaften und versteht sich als Plattform gegen fachdisziplinäre Begrenzungen und für eine interdisziplinäre Perspektive. Zu den Herausgebern der Reihe gehört Prof. Dr. Torsten Mattern (Klassische Archäologie der Universität Trier).

 

Stichworte:

Kommentare (0)

Trackback URL | RSS

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln