Oberbürgermeister Leibe zur Blitzer-Bilanz

"Ich wurde auch geblitzt."

Ein Jahr nach Einführung städtischer „Blitzer“ in Trier mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und den Lärmschutz zu verbessern, zieht das Ordnungsamt Bilanz: Bei den Kontrollen wurden insgesamt 81.300 Verstöße gegen das Tempolimit protokolliert, wobei Verwarnungs- und Bußgelder in Höhe von 1,98 Millionen Euro verhängt wurden.

Trier. In insgesamt 2115 Mess-Stunden, darunter viele Nacht- und Wochenendschichten, haben die Mitarbeiter der kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung (KGÜ) im abgelaufenen Jahr bei Kontrollen in allen Trierer Stadtteilen 823.000 Fahrzeuge erfasst. „Durch die Überleitung der Geschwindigkeitsüberwachung in die Zuständigkeit der Stadt konnte die Intensität deutlich erhöht werden. Gleichzeitig entlasten wir die Polizei, die sich jetzt auf Kontrollen an den Unfallschwerpunkten im Umland konzentrieren kann“, erläutert Sachgebietsleiter Elmar Geimer.

„Ich wurde auch geblitzt.“

Oberbürgermeister Wolfram Leibe sieht darin keine Abzocke: „Jede Stadt in Deutschland blitzt.“ Gleichzeitig versteht er aber auch die erhitzten Gemüter, wenn es um das Thema geht. „Ich wurde auch geblitzt“, gibt er im Rahmen des ersten Pressegespräches im neuen Jahr zu und kann den emotionalen Faktor, der mit reinspielt, wenn es plötzlich vom Straßenrand aufblitzt, gut nachvollziehen. Gleichzeitig weist er aber auch darauf hin, dass viele Eltern sich Kontrollen in der Nähe von Schulen und Kindergärten wünschen und so waren auch entsprechende 30er-Zonen Schwerpunkte bei den Kontrollen. Das einfachste Mittel gegen das unbeliebte „Knöllchen“ fasst er zum Schluss noch treffend zusammen: „Leute, haltet die Regeln ein!“

In 4100 Fällen lag die Geschwindigkeit mehr als 20 Stundenkilometer über dem Limit. Folge: ein Bußgeld von mindestens 80 Euro und ein Punkt im Fahreignungsregister des Kraftfahrtbundesamts in Flensburg. Der Anteil der Bußgeldverfahren am Gesamtaufkommen liegt bei fünf Prozent und entspricht somit genau dem aufgrund der früheren Messzahlen der Polizei erwarteten Wert. Gegen 570 Verkehrssünder, die die erlaubte Geschwindigkeit um 30 km/h oder mehr überschritten, wurde noch zusätzlich ein Fahrverbot verhängt. Das Bußgeld bei diesen Vergehen liegt bei mindestens 160 Euro. „Spitzenreiter“ war ein Fahrer, der auf der Zurmaiener Straße mit 127 km/h gemessen wurde. Gegen einen anderen Verkehrsteilnehmer musste das Ordnungsamt bereits zwei Fahrverbote aussprechen.

Bei der großen Mehrheit der registrierten Verstöße waren aber lediglich Verwarnungsgelder fällig, die sich wie folgt verteilten:

15 Euro (bis 10 km/h zu schnell): 49.400 Fälle
25 Euro (bis 15 km/h): 20.300 Fälle
35 Euro (bis 20 km/h): 7500 Fälle.
Hinzu kommen noch 310 Autofahrer, die mit dem Handy am Ohr fotografiert wurden, was mit einer Geldbuße von 60 Euro und einem Punkt geahndet wird.

Etwa zehn Prozent der erfassten Fahrzeuge sind zu schnell unterwegs – diese Quote ist über das gesamte Jahr konstant geblieben. In einzelnen Straßen habe sich die Situation infolge der Kontrollen aber spürbar verbessert, so Geimer, zum Beispiel am Schulzentrum Mäusheckerweg oder Am Pfahlweiher, wo die KGÜ wegen der beiden Kindertagesstätten und aufgrund der Nutzung der Straße als „Schleichweg“ besonders häufig präsent war.

Die Einnahmen durch die KGÜ waren mehr als doppelt so hoch wie vor dem Start prognostiziert. Daher wurden auf Beschluss des Stadtrats 542.000 Euro außerplanmäßig zum Ausgleich des Defizits im Theater verwendet. Die Restsumme fließt in den allgemeinen städtischen Haushalt.

Das organisatorische Konzept der KGÜ mit drei Schichten, zwei Geräten und einem Messteam mit sechs Mitarbeitern hat sich im ersten Jahr bewährt. Seit alle Abteilungen des Ordnungsamts im Gebäude Wasserweg unter einem Dach vereint sind, können verstärkt Synergieeffekte mit dem allgemeinen Verkehrsüberwachungsdienst genutzt werden, dessen Mitarbeiter zum Teil auch mit der Bedienung der Messgeräte vertraut sind. „So können wir Personalengpässe durch Urlaub oder Krankheit überbrücken“, betont Elmar Geimer.

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Kommentare (1)

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  1. Gattinger sagt:

    Warum sich über so was aufregen? Fahrt nach Vorschrift, dann seid ihr nicht dabei. Und wer sich nicht dran hält (passiert mir auch schon mal)muss halt zahlen. Ist doch für unsere Stadt… 😉

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