10. Open Mic am 8. Februar – Jugendliche präsentieren Raps

Give respect get respect – unter diesem Motto steigt am 8. Februar 2013 im Jugendzentrum Treffpunkt am Weidengraben ab 20 Uhr die zehnte Auflage des Open Mic, der offenen Bühne für Nachwuchsrapper aus Trier und Umgebung.

Der Treffpunkt am Weidengraben (taw) wird am Abend des 8. Februars ganz im Zeichen der 10. Open Mic stehen. Foto: Stephen Weber

Im Rahmen des Programms „Hip Hop Scouts – Jugendlichen in der Region Trier eine Stimme geben“, das von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung sowie der Nikolaus-Koch-Stiftung unterstützt wird, organisieren Hip Hop-begeisterte Jugendliche aus dem Treffpunkt am Weidengraben einmal im Monat ein Open Mic. Seit der Premiere im März des letzten Jahres findet die Veranstaltung nun Anfang Februar zum zehnten Mal statt. Der Eintritt ist frei.

Von der Geburtsstunde an enthusiastisch mit dabei ist der Sozialpädagoge Tom Cartus, Leiter des Jugendzentrums am Trierer Weidengraben.“Idee und Hauptinitiative kamen aber von unseren Jugendlichen aus dem Zentrum“, erklärt der Pädagoge. Er stehe den Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite, damit sie ihre Ansichten beim Rap in Eigeninitiative verwirklichen können. Dabei rechnet er bei dem kommenden Open Mic mit viel Zuspruch: „Es könnten dieses Mal sogar zwölf verschiedene Teilnehmer mit ihren Rap-Texten dabei sein. Neben Einzelinterpreten gibt es auch Gruppenproduktionen, wo mal vier Leute gemeinsam auf der Bühne stehen werden.“

Hochwertige, teils autobiografische Texte

Auf der Bühne wird es verbal wieder hoch her gehen, Foto: Stephen Weber

Und die jungen Rapper aus der Region haben Potenzial. Bei den neun bisherigen Zusammentreffen der Trierer Rapperszene hat Cartus „sehr hochwertige, teils autobiografische Texte“ gehört, „in denen junge Leute ihre Erlebnisse verarbeiten“. Sorge wegen zu harscher Sprache in den Songtexten hat er nicht: „Wir zensieren nicht. Manchmal zeigt die Wortwahl schon eine gewisse Härte, aber das liegt ja eben in der Natur der Jugendsprache.“

Neben der Möglichkeit, ihre Tracks zu „presenten“, bietet das Open Mic den jungen Künstlern auch die Option, ihr verbales Können beim Freestylen oder gar Hip Hop-authentisch beim Battle darzubieten. „Solch ein Battle hat bisher viermal stattgefunden. Diese Form des Wettstreits gehört zur Hip Hop-Kultur, die wir repräsentieren möchten“, erzählt Cartus. Beim Battle treten zwei Rapper auf der Bühne im direkten Duell gegeneinander an und versuchen den jeweils anderen mit kreativen „Rhymes“ bloß zu stellen. „Das Publikum entscheidet dann, wer als Sieger aus dem Battle hervorgeht. Dieser bekommt dann die Möglichkeit, in unserem Tonstudio im Zentrum etwas von sich aufzunehmen.“ Das Tonstudio des Treffpunkts wurde ebenfalls von den musikbegeisterten Jugendlichen am Weidengraben aufgebaut. Bemerkenswert: „Die können das auch richtig professionell“, freut sich Tom Cartus. Um das Tonstudio zu erweitern und noch professioneller betreiben zu können, werden die Weidengraben-Hip Hopper nun auch vom SWR-Förderungsprogramm Herzenssache unterstützt.

Unter www.dasding.de findet man in diesem Zusammenhang ein interessantes Video über einen Jugendlichen aus Trier, der im Treffpunkt am Weidengraben eine Perspektive und Anerkennung fand, weil er hier die Möglichkeit bekam, negative Erfahrungen unter passenden Bedingungen in seiner Rap-Musik zu verarbeiten. Einfach in die Suchmaske „Herzenssache“ eingeben, als viertes Element von oben erscheint der Kurzfilm.

„Wir geben den Kids eine Stimme, um sich zu artikulieren“

Bei der kommenden Auflage gibt es derweil noch eine Besonderheit für die Rap-Künstler. So will das Zentrum einen kompletten Live-Mitschnitt der Auftritte auf die Beine stellen und den Interpreten im Nachhinein zum Beispiel als CD zur Verfügung stellen.

Indes ist der Zentrumsleiter voller Vorfreude auf die zehnte Ausgabe der offenen Bühne. Dabei sieht er eine stetige Entwicklung des Events: „Beim ersten Mal hatte das Ganze noch ein bisschen was von Wohnzimmer-Atmosphäre, mittlerweile haben wir eine richtige kleine Kunstbühne für, in Anführungszeichen, die Straßenkinder der Umgebung“, beschreibt er stolz. Und auch aus sozialpädagogischer Sicht kann sich Cartus kontinuierlich über Erfolge freuen:“ Wir haben es geschafft, vielen jungen Menschen dabei zu helfen, sich zu artikulieren. Genau das Motto unseres Programms, den Kids eine Stimme zu geben, können wir bei dem Open Mic immer wieder verwirklichen.“

Stichworte:

Kommentare (0)

Trackback URL | RSS

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln