Buntes aus der großen weiten Welt – Einkauf in der U-Bahn

In Südkorea arbeitet man hart und viel. Einkaufen hat nichts mit einem entspannten Bummel zum Markt zu tun, sondern vielmehr mit zusätzlichem Stress in der knapp bemessenen Freizeit. Der Handelskonzern Tesco schafft jetzt Abhilfe – und katapultiert sich auf die Nummer 1 im Onlinegeschäft.

In Seoul verschmelzen die digitale Welt des Internet und die reale Welt zu einer Mischung, die auch viele Pendler in Deutschland ansprechend finden dürften: Die Wände eines U-Bahnhofs zieren nun großformatige Fotos von Produkten des Supermarkts Homeplus (Tesco). Anders als in Werbekampagnen sind diese jedoch nicht perfekt in Szene gesetzt, sondern in den Regalen fotografiert, ganz so, wie ein Supermarktbesucher sie vor sich sehen würde.

Screenshot aus dem Tesco Werbespot

Täglich bleiben Hunderte, wenn nicht Tausende, von Menschen vor den Bildwänden stehen, diskutieren, vergleichen Preise – und erledigen ihren Einkauf.

Wie das funktioniert? Die Technik ist ebenso einfach wie genial: QR-Codes unter den Produkten können mittels der (nicht nur) in Seol allgemein übligen Smartphones ausgelesen werden und landen im virtuellen Warenkorb. Per Smartphone wird die Liste überprüft, verschickt, bezahlt und kaum hat der Kunde nach Arbeitsschluss seine Aktentasche in den eigenen vier Wänden abgestellt, bringt ein Bote die Einkäufe ins Haus.

Homeplus’ Werbespot wurde auf dem Werbefilmfestival von Cannes ausgezeichnet. Hier sieht die Technik so einfach aus, dass man die nächsten zweidimensionalen Regale bald in Tokyo, New York, London oder Berlin erwartet.

Gleichzeitig werden die ersten Zukunftsvisionen entworfen. QR-Codes seien doch veraltet, heißt es da, die Zukunft liegt in der Near Field Communication.

Screenshot aus dem Tesco Werbespot

Die einzige Kritik: Anfassen kann man die Ware natürlich nicht, gekauft wird nach Sicht. Ob die Zeitersparnis das rechtfertigt, muss jeder Kunde selbst entscheiden.

Wie es nun weitergeht, das wird die Zeit zeigen. Vorerst hatte Homeplus mit seiner Kampagne Erfolg: Verschiedene Quellen berichten übereinstimmend, dass der Online-Umsatz von November 2010 bis Januar 2011 um immerhin 130% gesteigert werden konnte.

 

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