Buntes: Aus Trier stammende Autorin gewinnt Deutschen Buchpreis

Ursula Krechel gewinnt den diesjährigen Deutschen Buchpreis. Die aus Trier stammende Autorin konnte mit ihrem Werk Landgericht die Jury überzeugen. Der mit insgesamt 37.500 Euro dotierte Preis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnung für deutschsprachige Literatur.

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Landgericht handelt von der Wiedereingliederung in eine noch junge Bundesrepublik. Der jüdische Richter Richard Kornitzer flieht 1939 für zehn Jahre alleine nach Kuba. Seine Frau bleibt in Deutschland zurück, ihre beiden Kinder kommen in England unter. Bei seiner Rückkehr in ein besetztes Deutschland, stößt er bald auf unüberwindbare Probleme. Nicht nur sein Heimatland ist ihm fremd geworden, auch seine Frau hat sich von ihm entfernt. Die beiden Kinder haben sich gänzlich von ihren Eltern zurückgezogen. Neben einer zerrütteten Familie kämpft Kornitzer auch darum, wieder als Richter Anstellung zu finden. In einem noch immer von den alten Strukturen durchdrungen Deutschland scheint dies jedoch fast aussichtslos.

Der Roman widmet sich der Rückkehr in ein eigentlich bekanntes Land und dem Trauma, das ein ungewolltes Exildasein nach sich ziehen kann. Die Konfrontation mit der veränderten Realität eines Nachkriegsdeutschlands wird dabei zu Zerreißprobe. Das Buch behandelt, neben dem schwierigen Neuanfang vieler zurückgekehrter Flüchtlinge, auch das massive Verdrängen der Nazivergangenheit. Krechel sieht Landgericht „als persönliche Wiedergutmachung an den Opfern“.

Die Autorin lebt mittlerweile in Berlin und arbeitet dort als freie Dozentin und Autorin. Bereits während ihres Studiums an der Universität Köln, war sie im journalistischen Bereich tätig. Nach ihrer Promotion veröffentlichte sie mehrere Lyrikbände, schrieb Theaterstücke und Essays. Erst im Jahre 2009 erschien ihr erster Roman Shanghai fern von wo, der sich bereits mit der Exilflucht von Juden während der Nazizeit beschäftigte.

Bei der Preisvergabe trat Ursula Krechel gegen fünf Mitbewerber an und konnte sich letzten Endes durchsetzen. Die Jury hatte für den Preis insgesamt 162 Titel gesichtet, die alle im Zeitraum zwischen Oktober 2011 und Anfang September 2012 erschienen waren. Danach wurde in mehreren Auswahlverfahren der Sieger ermittelt. Die Auszeichnung des Deutschen Buchpreises wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse vergeben.

Weitere Informationen zum Deutschen Buchpreis finden sich unter www.deutscher-buchpreis.de.

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