Buntes: Da ist es auch schon vorbei – Doch was hat uns 2011 bewegt?

Das Jahr 2012 ist nun knapp zwei Tage alt, zwölf bewegende Monate liegen hinter uns, die unsere Redakteurin Stefanie Braun für Sie noch einmal hat Revue passieren lassen:

Erinnern Sie sich noch an EHEC? Oder was war eigentlich Fukushima? Wann starb nochmal Bin Laden? Und was für ein tierischer Zeitgenosse teilt sich nochmal den Namen mit Deutschlands bekanntestem Model? Diese und weitere Fragen beantworten wir in unserem Jahresrückblick auf das ereignisreiche Jahr 2011.

Was war 2011 eigentlich alles los? Fragt man heute auf der Straße was genau nochmal dieses EHEC war, müssen viele erstmal überlegen. EHEC, war das nicht das im Salat? Auf jeden Fall kommt es einem so vor als wäre die kleine Massenpanik, die wir alle mitgemacht haben, schon lange lange her. Dass die Angst vor dem Krankheitserreger in unseren Lebensmitteln erst seit fünf Monaten ausgestanden ist, kann man kaum noch glauben.

Was war nochmal“EHEC“?

Dabei war das Jahr 2011 kein leichtes Jahr für den Verbraucher: Bereits im Januar sorgten Dioxinfunde in Lebensmitteln für allerlei Aufsehen, damals mussten allein in Niedersachsen mehr als tausend Bauernhöfe gesperrt werden, weil in Futtermittel und Eiern erhöhte Werte des Umweltgiftes gefunden worden waren. Schuld war damals ein Futtermittelhersteller aus Schleswig-Holstein, der industrielle Fettsäuren ins Futter mischte.

Schuld an EHEC waren übrigens nicht Salatgurken oder Tomaten sondern Sprossen, nämlich der ägyptische Bockshornkleesamen. Ganze zwei Monate stieg die Angst vor dem gefährlichen Darmbacterium und fielen die Preise für die frischesten Lebensmittel, im Juli wurde die Epedemie offiziell für beendet erklärt. Bis dahin infizierten sich 4321 Menschen in Deutschland, von denen 50 starben.

Quelle: NTV Japan via APTN

Was bedeutet „AKW“?

Ein anderes Ereignis, das nicht nur die EU zittern ließ, ereignete sich in Folge einer anderen Katastrophe. Am 11. März bebte in Japan die Erde, was durchaus keine Seltenheit ist. Auch der darauf folgende Tsunami war in Japan kein Unbekannter, doch die kurze Zeit später veröffentlichte Nachricht erschütterte die Welt: Bei dem Tsunami wurden nicht nur zahllose Fischerorte entlang den Küsten und Landstriche bis weit ins Landesinnere zerstört, sondern auch ein küstennahes Atomkraftwerk beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen.

Dem Atomkraftwerk Fukushima, das eigentlich wegen zahlreicher Mängel in wenigen Wochen hätte abgeschaltet werden sollen, drohte eine Kernschmelze, die Tchernobyl-Ausmaße erreichen könnte. Lange wurde spekuliert ob die Kernschmelze vielleicht längst eingetreten war, Japans Pressesprecher hielten sich was das angeht mehr als bedeckt. Mittlerweile wird angenommen, dass es eine Kernschmelze gegeben haben soll. Vor wenigen Tagen kursierten noch Bilder von japanischen Arbeitern, die das Herbstlaub in Fukushima einsammeln. Die ausgetretene Strahlung macht selbst das verrottende Laub der Bäume zu einer Gefahrenquelle für die Umwelt und somit für die Menschen. Deutschland versprach eine Abschaltung seiner Atomkraftwerke, während in Japan bereits neue geplant werden.

Böse Plagiatsvorwürfe

Anders geplant hatte es wohl auch unser ehemaliger Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der wollte nämlich eigentlich noch ein Weilchen länger in seinem Amt bleiben. Doch böse Plagiatsvorwürfe, die sich unverschämterweise auch noch als wahr herausstellten, machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Am 16. Februar wurden erste Zweifel an seiner Doktorarbeit laut; abgeschrieben soll er haben und das auch noch schlecht. Bereits am 21. Februar legte er die Doktor-Anrede freiwillig ab, zwei Tage später wurde sie ihm sowieso entzogen. Am 1. März war es dann soweit: Guttenberg trat von seinem Posten zurück und verließ das politische Rampenlicht. Vorerst.

Denn mittlerweile sehen wir ihn schon wieder in allen Schlagzeilen, er soll Berater der EU-Kommision in Brüssel werden, für Internetfreiheit. Klingt nach einem schlechten Witz. Wir werden sehen. Ein anderer, der das politische Feld geräumt hat, war Guido Westerwelle, der zog nach der Wahlpleite in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg seine Konsequenzen und gab bekannt, dass er nicht wieder für den Parteivorsitz kandidieren wolle. Das Feld übernahm für ihn Gesundheitsminister Philipp Rösler, um den sich nun ebenfalls Rücktrittsgerüchte ranken.

Die EU in der Krise

Andere Teile der Welt konnten im Jahr 2011 über Probleme wie aberkannte Doktortitel nur müde lächeln. Gleich mehrere EU-Länder befinden sich in einer Krise, in Ägypten wurde Mubarak gestürzt, im Oktober erschossen Rebellen den Diktator Gaddafi und im Mai fanden US-Soldaten nach Jahren der vergeblichen Suche Osama Bin Laden.

Im Juli tötete der rechtsextreme Anders Breivik 77 Menschen bei einem bis ins Detail durchgeplanten Amoklauf, unter den Opfern sind fast nur Jugendliche. Vor ein paar Wochen dann der schockierende Richterspruch, obwohl Breivik ein mehrere hundert Seiten starkes Werk über seine rechtsradikalen Ansichten verfasst hat, wird er für unzurechnungsfähig erklärt, was ihn von einer Haftstrafe ausschließt. Stattdessen kommt er in psychologische Betreuung. Nicht nur für die Familien seiner Opfer bedeutet dieses Urteil einen Schlag ins Gesicht.

Trauer

Vor ein paar Tagen dann die nächste Schreckensmeldung: ein, auf Bewährung freigelassener, Krimineller zündet mehrere Handgranaten in der Innenstadt von Lütich. Aus Angst nach seiner Bewährung wieder ins Gefängnis zu kommen tötet er sich selbst nach seinem Amoklauf, an dessen Folgen bislang fünf Menschen starben.

Auch in der schillernden Welt der Promis war einiges los. Ganz zum Vergnügen der Medien, die sich auf Festivitäten wie die Hochzeit von Prinz William und seiner Kate stürzten. Den tragischen Tod von Amy Whinehouse schon geklärt hatten, noch lange bevor der Pathologe überhaupt Hand an den Leichnam legen konnte und ein schielendes Opposum namens Heidi in den siebten Knut-Himmel erhoben.

Wir trauerten um den kürzlich verstorbenen Vicco von Bülow alias Loriot, der vor wenigen Tagen wieder Weihnachten mit den Hoppenstedts gefeiert hatte und hoffentlich nicht so schnell in Vergessenheit gerät wie sein Kollege Peter Alexander, der ebenfalls dieses Jahr verstarb. Vielleicht wird er ja ähnlich wie Elisabeth Taylor, auch sie starb in diesem Jahr, in den Medien-Starhimmel aufsteigen und in schöner Regelmäßigkeit in den Äther zurückkehren um daran zu erinnern, dsas nichts wirklich vergessen ist, solange es nur immer wieder in den Medien auftaucht.

Ein Jahr voller Ereignisse, voller emotionaler Momente ist zu Ende gegangen. Nun freuen wir uns auf 2012 und wünschen all unseren Leser einen guten und erfolgreichen Start. 

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