Buntes: Der Liebe Gott ist ein Mutchen! Begegnungstage 2011

„Wir wollen das T-Shirt sehen, das Jesus angehabt hat, bevor er getötet worden ist.“ Magdalena und Moritz aus Kobern-Gondorf sind extra früh aufgestanden, um mit ihrer Kindergartengruppe und den Erzieherinnen nach Trier zu fahren. Und sie sind ganz gespannt, was sie im und um den Dom herum erwartet. „Da sind ja schon ganz schön viele Kinder“, meint Moritz beeindruckt und gibt sicherheitshalber seiner Nachbarin die Hand.

Rund 5.000 Vorschulkinder aus 320 Einrichtungen, betreut von etwa 100 Mitarbeitern in 56 Angeboten – das sind die nüchternen Zahlen, die Georg Binninger, Leiter der Abteilung Erziehung und Beratung im Bischöflichen Generalvikariat, zu den Begegnungstagen für Kindertageseinrichtungen (KiTas) am 14. und 15. Juni in Trier mitteilt. Damit ist es aber auch schon zu Ende mit Nüchternheit. Die Kinder sorgen nämlich für jede Menge Leben, Temperament und begeisterte Aktivität im Dom und in den umliegenden Räumlichkeiten, in denen die Workshops unter dem Thema „Gott liebt mich so wie ich bin!“ stattfinden. Normalerweise sind die KiTa-Begegnungstage Teil der Heilig-Rock-Tage, doch das Bistumsfest ist in diesem Jahr wegen der Vorbereitung auf die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 ausgesetzt.

Gelbe Schals, rote, orange oder blaue Kappen, liebevoll verzierte Kopftücher mit Namen, grüne Halstücher und die verschiedensten Bilder des Heiligen Rockes als Adressanhänger kennzeichnen die Mitglieder der vielen KiTa-Gruppen, die auf den ersten Blick ziel- und planlos durch die Trierer Bischofskirche schwirren. Bei genauerem Hinsehen aber wissen sie ganz genau, wo es langgeht und sie hin wollen. „Wie die Welt angefangen hat, wollen wir erfahren“, berichten Anne und Lukas aus dem Kindergarten St. Martin in Schweich. Zusammen mit Resi Müller und Heike Rothländer, beide Erzieherinnen aus Koblenz-Metternich, erarbeiten die 22 Kinder ein Schöpfungsmandala. Auf einem dunklen runden Tuch entsteht zu der Schöpfungsgeschichte ein lebendiges, buntes Bild der Erde mit allem, was Gott den Menschen geschenkt hat, mit Tieren, Pflanzen und Adam und Eva.

„Ich bin wertvoll – Gott kennt mich beim Namen“ heißt es bei Joachim Kreuter. Der Pastoralreferent im Dekanat Wadgassen ist ein „alter Hase“ bei den Heilig-Rock-Tagen und seit zehn Jahren mit eigenen Angeboten für Kinder dabei. Diesmal geht bei ihm alles um die Namen der Kinder und die Einzigartigkeit jedes Einzelnen.

Neben allen Schätzen ist der Name etwas ganz Wertvolles, das jeder hat, erklärt Joachim Kreuter seinen kleinen Zuhörern. Und dann werden die Zeigefinger plötzlich zu Zauberstiften, mit denen die Kinder den Namen eines lieben Menschen in ihre Hand schreiben. „Wenn es uns jetzt mal nicht gut geht, wenn uns etwas fehlt, dann denken wir an den, der uns lieb hat, und schon ist es nicht mehr so schlimm.“ Genauso habe Gott alle Menschen in seine Hand geschrieben: „Er will, dass es uns gut geht.“ So, wie Jesus die Kinder, die zu ihm kamen, gesegnet hat, segnet Joachim Kreuter an diesen Tagen die Kinder, die seinen Workshop besuchen und schenkt ihnen als Andenken einen weißen Edelstein zur Erinnerung an den Schatz, von dem sie gesprochen haben, an ihren wertvollen Namen, bei dem Gott sie kennt und nennt.

Inzwischen haben die Vorschulkinder aus der Kita St. Jakobus in Trier-Biewer erfahren, dass es gar nicht nötig ist, immer ein Held zu sein. Im Gegenteil, jeder hat mal Angst, schafft eine Aufgabe nicht. Wie gut, wenn man dann ein „Mutchen“ hat, ein freundliches, kleines, weiches, grünes Ding mit rötlichen Haaren. „Das hältst du ans Ohr und dann flüstert es dir Mut zu, und dass du keine Angst haben musst“, wissen Catharina, Loresa, Marie und Leon um die tolle Wirkung ihrer neuen Gefährten. Und mit Gott, das haben sie gelernt, ist es genauso: Er ist wie ein „Mutchen“ immer da, tröstet und macht Mut.

Im Dom wuselt und quirlt es immer noch. Oder schon wieder? Kinder aus Nickenich, der Heimat von Bischof Stephan, lassen völlig unerwartet ein lautes „Ia, Ia!“ erschallen. Ja, sie suchen Tiere in der Bischofskirche und haben zusammen mit Domführer Heinrich Herkel gerade einen Esel gefunden. Isabell und Paula sind begeistert: „Wir wussten gar nicht, dass es so viele Tiere hier gibt“, staunen die beiden und zählen auf, was sie schon gefunden haben: Bären und Schmetterlinge, Schlangen, Drachen und natürlich die beiden Dommäuse, dann noch Löwen und schließlich sogar zwei Äffchen. „Das ist echt toll hier!“, schwärmen die Freundinnen.

Da werden sie schon von ihren Erzieherinnen auf die Plätze geschoben. Denn jetzt beginnt der Höhepunkt des Begegnungstages: Weihbischof Robert Brahm und der frischgebackene Weihbischof Helmut Dieser halten an den beiden Tagen inmitten fröhlicher Kinderscharen einen Gottesdienst zum Abschluss der Begegnung. Sie singen und beten mit den Kindern, berichten von der großen Liebe Gottes zu den Menschen, besonders zu den Kindern, und dem großen Geschenk, das diese Liebe für jeden Einzelnen ist. „Durch Gottes Liebe können wir vom Ich-Menschen zum Du-Menschen werden, der Augen hat für andere. Und das kann euch auf eurem neuen Weg in die Schule helfen, aufeinander zuzugehen und eine gute Gemeinschaft zu finden.“

Tobi, Max und Paul aus Nittel sind von dem Tag in Trier restlos begeistert. Sie haben die „Holzkiste mit dem Gewand von Jesus in dem wunderschön geschmückten Glasschrein“ gesehen, haben für sich herausgefunden, dass „der Turm von unserer Kirche in Nittel aber höher ist als der vom Dom“ und waren schließlich noch ganz nah am Bischof. Da gibt es eine Menge zu erzählen zu Hause. Aber nun sind die Drei erst mal rechtschaffen müde und „sagen jetzt nix mehr“.

Vom 13. April bis 13. Mai 2012 lädt das Bistum Trier zur Heilig-Rock-Wallfahrt nach Trier ein. Dann wird erstmals seit 1996 der Heilige Rock wieder im Trierer Dom zu sehen sein. Die Wallfahrt steht unter dem Leitwort „und führe zusammen, was getrennt ist“. Der Heilige Rock, die Tunika Jesu Christi, ist die bedeutendste Reliquie des Trierer Doms. Dort wird er verschlossen und nicht sichtbar aufbewahrt. Die Geschichte des Heiligen Rocks ist ein Gewebe aus Legenden und Überlieferungen. Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, soll ihn im 4. Jahrhundert nach Trier gebracht haben. Bereits am 6. Mai ist das Bistum Trier in ein Jahr der geistlichen Vorbereitung gestartet.

Informationen rund um die Heilig-Rock-Wallfahrt gibt es im Internet unter http://www.heilig-rock-wallfahrt.de/start.html oder im Wallfahrtsbüro, Tel.: 0651-7105-8012.

 

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