Buntes: Die Rechnung bitte! – Das perfekte Dinner in Trier ist vorüber

Das wars nun also, Trier verabschiedet sich nach einer Woche vom Kochshow-Quotengarant „Das perfekte Dinner“. Es gab zwar einen Wochensieg, aber für uns waren sie alle Gewinner. Durch das TV-Format durften wir unsere Stadt mal aus einer etwas anderen Perspektive betrachten. 5vier.de-Redakteur Sebastian Minas wünscht…Bon Appétit!

Das perfekte Dinner aus Trier, Foto: Sebastian Minas

Seit Anfang 2006 wandelt ein Phänomen durch das Fernsehen und damit meine ich nicht etwa die D-Prominenz des Dschungelcamps und Konsorten, sondern eine sogenannte „Koch-Dokumentation“ namens „Das Perfekte (Promi-) Dinner“. Wenn sich nicht gerade Promis durch die Sahne schlagen, erlebt  man dort alltägliche Menschen, in alltäglichen, aber für den Anlass besonders herausgeputzten Küchen und Wohnzimmern.

Die Quote geht durch den Magen

Ziel ist es, die Konkurrenz durch Sympathie, Dekoration und natürlich Geschmack dahingehend zu überzeugen, dass man am Ende mit den meisten Punkten da steht. Am Ende winken Preisgelder von bis zu 1.500 Euro und reichlich gefüllte Mägen. Zuhause vor dem TV hingegen geht Letzterer leer aus. Hier vergnügt man sich auf der Couch und lässt sich von den durchaus unterhaltenden Kommentaren des Sprechers, oder der Gäste berieseln. Die Kandidaten kennen sich nicht untereinander, sind wild zusammengewürfelt und repräsentieren alle Alterstufen und Lebenswege. Zudem dürfen sie sich nicht allzu sehr auf das Dinner vorbereiten und müssen alles vor laufender Kamera erledigen. Dazu gehört neben der eigentlichen Speisezubereitung, auch der Einkauf z. B. im Biogate in der Palaststraße, oder in der Lebensmittelabteilung bei Karstadt in der Simeonstraße.

Die Woche der Entscheidungen

In der Woche vom 24. bis zum 28. Januar hatten die Kandidaten für das perfekte Dinner in Trier (Sandra Westphal, Jörg Mechenbier, Christian Breuer, Susanne Thinnes und Siegfried Böhme) die einmalige Gelegenheit, ihre Chefkochqualitäten auszuleben. Die Speisekarte war sehr  bunt gemischt.

Den Anfang machte letzten Montag die 32-jährige Sandra Westphal aus Trier. Sie hat fast ihre ganze Kindheit in Südamerika verbracht und so verwundert es kaum, dass die Geschmacksnerven mit brasilianischem Feuer gepaart und einem Hauch Exotik stimuliert wurden. Die gelernte Schneiderin und studierte Modedesignerin, die unter eigener Regie Handtaschen entwirft, servierte im ersten Gang Jakobsmuscheln auf südamerikanischen Maniok-Püree, gefolgt von Rindfleischspießen mit diversen Dips und brasilianischen Reis. Im letzten Gang bekamen die Kandidaten dann Pfannkuchen mit Maracuja-Kokos-Creme, gepaart mit einer Salsa-Tanz-Einlage.

Am Dienstag machte der  im Saarland geborene Jörg Mechenbier reinen Tisch. Von Salsa hält der „Punk-Musik-Enthusiast“ (VOX) nicht viel: Angesprochen auf die Darbeitung am Vortag, antwortet er in der Sendung : „Das gehört sicher nicht zu meiner Top-ten an Themen, die ich mir für einen gemütlichen Abend wünschen würde“. Der Sänger der Love Academy wurde in seinem Laden von einem Promo-Team angesprochen, das ursprünglich für die Sendung in Trier Plakate verteilen wollte.

Jörg Mechenbier vor seinem Laden in der Fleischstraße 44. Foto: Sebastian Minas

Der sympathische Wahl-Trierer schien sofort einen guten Eindruck hinterlassen zu haben und wurde vom Fleck weg engagiert. Küchen-Hilfe fand er in der „Rockterrine“, dem Kochbuch für hungrige Mäuler der Rock-Welt, welches eine Freundin von ihm entworfen hat. In seiner spartanisch eingerichteten, weil frisch bezogenen Wohnung, tobte sich der 33- jährige sichtlich gut gelaunt aus. Er vergaß dabei auch nicht die obligatorische Pulle Wein, um seinem Idol Alfred Biolek nachzueifern. Im Schnitt war seine haute cuisine herzhaft-süß-exotisch. Der Ladenbetreiber aus der Fleischstraße zeigt sich dabei gar nicht mal so carnivorisch.

  • Vorspeise: Aubergine-Käse-Taler mit Curry
  • Seine Hauptspeise: Cashew-Kokos-Möhren-Curry mit Garnelen
  • Nachspeise: Balsamico-Feigen mit Camembert

Dinner-Kandidat Mechenbier. Foto:Sebastian Minas

„Es ist zwar interessant mal dabei gewesen zu sein und sich selbst mal der Eitelkeit halber im Fernsehen bewundern zu können, aber noch einmal würde ich nicht mitmachen. Für mich war es eine Sache der Neugier und nicht der Herausforderung. Ein buchstäblich perfektes Dinner auszurichten und dann das Preisgeld einzusacken, stand dabei nicht  im Vordergrund“, so der Laden-Betreiber im Gespräch mit 5vier.

Darauf angesprochen, was er wohl anders machen würde, sollte er irgendwann eine zweite Chance wahrnehmen, sagt er: „Ich würde das Ganze dann einfach freakiger aufziehen und einen Grill vor die Tür stellen.“ Da steht dann wohl die Geselligkeit im Vordergrund und nicht der Gourmet. Soviel zum Thema: Es gibt kein schlechtes Essen, nur schlechte Gäste. Hat es Sandra am Abend zuvor auf 32 Punkte geschafft, neigte sich der Abend für ihn mit 27 Punkten dem Ende zu.

Die Siegerin der Woche kommt aus Detzem

Die Siegerin der Dinner-Woche heißt hingegen Susanne Thinnes, die am Ende durch gelungenes Essen und eine gute Stimmung zu und am Tisch überzeugen konnte. Sie überholte sowohl Sandra und Jörg, als auch Christian Breuer (34, Betriebswirt aus Riol) und den 60-jährigen Binnenschiffer und High-Tech-Küchenfreund Siegfried Böhme. Die frisch gebackene Mutter in Elternzeit kochte in ihrem Wohnort Detzem für die Kandidaten ein Dinner, das sich sehen lassen konnte. Ihre Hauptspeise „Lammrücken mit Oliven-Senf-Kruste an Rotweinsoße, getrüffelten Kartoffelpüree und Rahmwirsing“ überzeugte wohl alle Geschmacksnerven. Umrundet wurde das Ganze von einem Apfel-Lachstatar auf Wasabi-Creme mit Parmesan-Fladenbrotstreifen als Vorspeise (!) und einem Kürbiskernparfait auf Waldbeerenspiegel zum Nachtisch!

Susanne bekam am Ende von ihren Gästen insgesamt 34 von 40 möglichen Punkten und lag damit vor Christian (33 Punkte), Sandra (32 Punkte), Sigi (29 Punkte) und Jörg (27 Punkte).

Gut besuchtes Public Viewing

Interessierten und denjenigen, die nicht alleine vor der Glotze sitzen wollten, bot die Fetzenkneipe in der Sichelstraße 36 ein besonderes Schmankerl: von Dienstag bis Freitag gab es jeweils ab 19:00 Uhr ein Public Viewing, welches laut Betreibern auch gut besucht war.

Wer die Sendungen dennoch verpasst hat und die Trierer-Runde noch einmal sehen möchte, der findet die einzelnen Folgen in der VOX-Mediathek:

Fotos: Sebastian Minas

Jörg, 33 Jahre. Seine Hauptspeise: Cashew-Kokos-Möhren-Curry mit Garnelen

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Kommentare (4)

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  1. Tim sagt:

    Das klingt echt lecker. Wir machen gerade das perfekte Dinner Privat und es ist ein riesen Spaß 🙂 Grüße, Tim

  2. mädchenaustrier sagt:

    Schöne Sendung, echt. Haben wir uns auch angesehen.

  3. Trier sagt:

    Echt cool, das Perfekte Dinner mal in Trier gesehen zu haben. Da sieht man mal ein paar bekannte Ecken auf Vox (neben „Mieten Kaufen Wohnen“).

    Ein schöner Bericht:-)

  4. Der perfekte Trierer! sagt:

    Ich finde es echt cool, dass das perfekte Dinner endlich hier in Trier angekommen ist. So hatte die Stadt doch mal wieder die Möglichkeit ein wenig in Deutschland von sich reden zu machen. Vielleicht bekommen wir ja wieder die Möglichkeit Gastgeber für dieses Dinner zu sein – mal sehen, vielleicht bewerbe ich mich dann auch! 😉

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