Buntes: Eine besondere Lebensweise – Vegan essen, vegan leben

Immer mehr Deutsche wechseln zur veganen Lebensweise. Aber was ist der Unterschied zwischen Vegetariern und Veganern? Beide verzichten auf Fleisch, aber hinter Veganismus steckt noch mehr. 5vier Mitarbeiterin Mirna Stieler hat sich informiert und klärt euch auf.

Im Duden wird Veganismus so erklärt: „Vegetarier, die vollständig auf tierische Produkte verzichten.“ Doch ist es kein Verzicht, sondern einfach Ablehnung. Viele Veganer sind außerdem der Meinung, dass Vegetarier nicht besser sind, als Leute die weiterhin Fleisch essen. Auch durch Milch-oder Eierproduktion müssen viele Tiere sterben. Vegan leben, ist nicht nur eine Ernährungsmethode, sondern eine Lebenseinstellung. Das Wort „vegan“ geht auf den Engländer Donald Watson zurück, der 1944 die Vegan Society gründete. Watson leitete das Wort „Vegetarierer“ vom englischen „vegetable- (Gemüse)“ ab. Der Verzehr von Milch- und Eiprodukten entsprach nicht seinem Verständnis von Vegetarismus. Erst nannte er sich „total vegetarian“. Als Abkürzung dafür leitete er das Wort VEGetariAN ab.

„Veganismus beginnt mit Vegetarismus und führt ihn zu einem logischen Ende“

Doch geht es beim Veganismus nicht nur um die Ernährung. Es sind auch Gebrauchsgegenstände, wie Kleidung oder Dinge, die aus Tierhaut hergestellt werden, die ebenso abgelehnt werden. Aber auch Kosmetik, die an Tieren getestet wurde oder Zirkusvorstellungen, sowie Zoobesuche werden von vielen Veganern abgelehnt und gemieden.

Und wie lässt es sich in Trier als Veganer leben? Ich denke mittlerweile wirklich gut. Die Mensa bietet mehrmals die Woche warmes, veganes Essen an und täglich gibt es ein veganes Salatdressing.Weitere Infos findet ihr hier. Aber auch außerhalb der Uni lässt es sich gut speisen. City Pizza zum Beispiel hat einen veganen Teig im Angebot und als Käseersatz auch Hefeschmelz. Das Glashaus, ein indisches Restaurant, führt auch das ein oder andere vegane Gericht auf der Karte. Wer selber gerne kocht, der sollte in einem von Triers zahlreichen Bioläden einkaufen gehen. Hier gibt es verschiedene Soja- und Tofuprodukte. Weitere Restaurants und Cafés findet ihr hier.

VeganHeadChef Björn Moschinski

Selbst ernannter VeganHeadChef ist Björn Moschinski. Seit 2011 hat er seinen eigenes veganes Restaurant Kopps-Bar & Restaurant in Berlin. Im Alter von 14 Jahren entschloss er sich fortan vegetarisch zu leben. Nach einem Jahr aber stellte er sich, komplett auf die vegane Lebensweise um. Fünf Jahre leitete er einen veganen Cateringservice, dann folgte eine Tätigkeit als Sous-Chef im veganen Restaurant SAF/Zerwirk in München sowie als Chefkoch im Berliner La Mano Verde. Außerdem ließ er sich vom New Yorker Starkoch Chad Sarno in der Rohkostküche unterweisen.

Auf Nachfrage von 5vier.de, wie er dazu kam sich vegan zu ernähren, erzählte er uns:

Die Entscheidung wurde von der Jugendzeitung BRAVO geprägt. Damals berichtete die BRAVO über Massentierhaltung und Tiertransporte, was mich dazu bewog, kein Fleisch mehr zu essen. In dem einem Jahr des Vegetarismus musste ich feststellen, dass ein Vegetarier sehr viele tierische Produkte konsumiert, obwohl er gegen die Qual und das Töten der Tiere ist. Dies war für mich der Grund mit 15 Jahren vegan zu werden. Mit diesem Schritt setzte ich mich immer stärker für die Belange der Tiere ein und musste aber sehr schnell feststellen, dass Worte nicht so viel Gewicht haben wie Taten. Und getreu meinem Motto „action speaks louder than words“, begann ich für andere Menschen zu kochen und sie somit vom Geschmack und der Qualität der veganen Küche zu überzeugen.

Tipps für vegane Snacks bekommt man aus seinem Kochbuch „Vegan kochen für alle“, aber er verweist auch auf Biomärkte, wo man oft tolle Zutaten bekommt. „Zurzeit arbeite ich an meinem zweiten Kochbuch, welches voraussichtlich im März 2013 im Handel erscheinen wird und vegane saisonale und regionale Gerichte beinhaltet. Wer einen kleinen veganen Snack für zwischendurch möchte, der ist in Biomärkten oder veganen Supermärkten wie dem „Veganz“ gut aufgehoben. Der Markt wächst immer stärker und die Produkte werden immer schmackhafter und Abwechslungsreicher. Ich freu mich schon riesig auf die kommenden fünf Jahren und deren Entwicklung.“

Auch in seinem Restaurant „Kopps“ in Berlin wird man durchaus gut versorgt. Nicht nur Veganer, sondern auch Fleischesser schwören auf die Gerichte von Björn Moschinski. „Ich selber bevorzuge die deftige Küche und liebe zum Beispiel das vegane Cordon Bleu, welches es in meinem Restaurant Kopps gibt. Erstaunlicherweise ist dies auch unser Bestseller und zaubert immer wieder den Fleischessern ein Lächeln ins Gesicht. Aber auch veganer Quark mit Kartoffeln aus der Region und Spreewälder Leinöl gehört zu meinen Lieblingsspeisen

Vielen Dank an Björn Moschinksi für die aufschlussreichen Antworten und weiterhin viel Erfolg mit der veganen Küche.

Hier ein Video aus der Uni Mensa Berlin.

Leben Veganer gesund?

Die Frage aller Frage. Ist Veganismus wirklich gesund oder kann der Verzicht auf Fleisch und andere tierische Stoffe und Produkte der Gesundheit schaden? Viele Experten sind sich sicher, wichtigster Punkt ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12. Diese Substanz ist hauptsächlich in tierischen Produkten vorhanden. Eine vegane Ernährung ist also nicht für jeden geeignet.

Sehr gesundheitsbewusste Menschen können diese Risiken jedoch einschätzen und früh genug entgegenwirken, wobei Menschen, die eventuell einem Trend folgen, meistens nicht ausreichend informiert sind. Vegane Ernährung ist für Allergiker vorteilhaft. Viele Menschen, die auf tierische Eiweiße allergisch reagieren, hätten mit einer veganen Lebensweise keine Probleme mehr. Außerdem nehmen Veganer kein Cholesterin oder tierische gesättigte Fettsäuren, sind somit meistens schlanker und haben sehr selten Übergewicht.

Es gibt also Vor- und Nachteile der veganen Lebensweise, aber die gibt es bei Ernährung, die Fleisch und andere tierische Produkte beinhaltet, eben auch. Frei nach dem Motto: „Jedem das Seine.“

Hier findet ihr noch ein paar vielfältige Rezepte ohne tierische Produkte. Ob für Vegetarier, Veganer oder einfach um es mal auszuprobieren. 5vier wünscht Guten Appetit!

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Kommentare (2)

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  1. Heiko Vink sagt:

    Was geht denn in Sachen vegan so in Trier? Früher gab es ja Stammtische und so!

  2. LeNa sagt:

    Früher dachte ich, Veganer haben ein Rad ab…dann habe ich mich informiert 😉 Ich lebe nun ebenfalls seit ca. 2 Jahren vegan und kann diese Lebensweise nur empfehlen. Aufs B12 kann man achten, indem man vorsorglich supplementiert. Alle anderen Nährstoffe und Vitamine sind vegan überhaupt kein Problem! Und ich habe noch nie so gut und lecker gekocht und gegessen wie jetzt 😉

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