Buntes: Hier kommt die Sonne!

Das nächste Wochenende wird heiß! Hell und warm: Die Jahreszeit für die Freunde der Sonne ist da. 5vier.de gibt Tipps zum richtigen Umgang mit Wärme und Sonne.

Es ist wieder soweit. Es wird warm und die Zeit für Diätpanik, kurze Kleidung und lange Abende steht ins Haus – und das alles nur wegen dem großen Gasball am Himmel. Richtig, die Rede ist von der Sonne. Aber neben all den sommerlichen Vorteilen gibt es in diesem Jahr auch Grund zur Sorge. Oder?

Ozonschicht und Strahlung

Diese nützlich-hinterhältige Ansammlung fusionierender Gase! Photo: {link url="http://hubblesite.org/"}hubblesite.org{/link}

Die schützende Ozonschicht unseres Planeten schwindet über der Arktis seit Dezember letzten Jahres so stark wie noch nie zuvor, so wissen Experten zu berichten. Das riesige Ozonloch, das bereits über 40% der schützenden Gasschichten über dem Pol zersetzt hat, driftete Anfang des Jahres mit den arktischen Luftmassen quer über den Globus und brachte schädliche UV-Werte mit sich. Zwar waren hauptsächlich Skandinavien, Kanada und Nordrussland betroffen, aber auch in Mitteleuropa kam es zu kurzen Phasen erhöhter UV-Strahlung. Deutschland war nur einige wenige Tage im März davon betroffen; im Norden des Landes kam es zu leicht erhöhten UV-Werten. Grund dieses Jahr nur noch im Alufolie-Anzug vor die Tür zu gehen?

Glücklicherweise nicht. „Das Ozonloch über der Arktis war die Folge eines offensichtlich natürlichen Temperatursturzes in der Stratosphäre“, erklärt ein Sprecher des deutschen Wetteramtes, „Dadurch wurde die Regeneration der Ozonschicht verhindert und das Ozonloch konnte bis nach Europa vordringen. Im Laufe der letzten zwei Monate hat sich die Ozonschicht allerdings wider deutlich regeneriert und es besteht, solange sich die Situation nicht erneut ändert, kein Grund zur Beunruhigung. Trotzdem raten wir dazu, die UV-Messwerte der Region im Blick zu behalten und sich entsprechend zu verhalten.“

UV Strahlung – Freund und Feind

Die Voraussagen für die Region Trier im Mai sagen einen durchschnittlichen UV-Index von sechs voraus. Der UV-Index ist laut dem Wetteramt „ein objektives Maß für die Stärke der energiereichen, sonnenbrandverursachenden UV-Strahlung der Sonne. Je höher dieser Index ist, umso stärker ist die UV-Strahlung. Je höher der Wert, desto eher schädigt man seine Haut beim ungeschützten Aufenthalt in der Sonne. Ist der Wert niedrig, kann man die Sonne länger genießen. Der UV-Index bezieht sich immer auf den Tageshöchstwert der UV-Strahlung, wenn die UV-Strahlen am gefährlichsten sind.“

Okay... man kann es auch übertreiben! Photo: Lars Eggers

Bei einem Index von sechs ist ein Sonnenbrand bereits nach circa 30 Minuten ungeschützter Sonneneinstrahlung möglich, es werden Schutzmaßnahmen empfohlen. Besonders ungewöhnlich oder außerordentlich gefährlich ist ein UV-Index dieser Höhe aber nicht.

Warum aber eigentlich überhaupt noch in die Sonne gehen? Ozonloch, Hautkrebsrisiko – das ist den Schmerz doch kaum wert, oder? Tatsache ist: Ohne Sonne gehen Menschen genauso ein, wie Pflanzen. Durch die direkte Sonneneinstrahlung produziert unser Körper Vitamin D und eine ganze Menge anderer Stoffe, die wir zum Leben und Wohlfühlen brauchen. Sonnenentzug führt zu einem geschwächten Immunsystem und kann sogar Depressionen auslösen. Also: Sonne ja, aber bitte richtig!

Sonne für Anfänger

Demontieren wir doch mal eben schnell drei häufigsten Klischees zum Thema Sonnenschutz:

  1. „Vorbräunen“ im Solarium bringt keinen Schutz vor Sonnenbrand. Die UV-Lampen in den Sonnenbänken verwenden nur bestimmte Strahlungsspektren und nicht die ganzen Sonnen-Palette. Es konnte bis dato kein zusätzlicher Schutz vor Sonne durch Solariumsbräunung festgestellt werden. Das gleiche gilt für Selbstbräuner und im Prinzip alle „Before Sun“ Kosmetikprodukte.
  2. Das berühmte „Geh in den Schatten, da kriegst du keinen Sonnenbrand!“, das wir alle als Kinder gehört haben, ist ebenfalls nicht richtig. Zwar ist die direkte Sonneneinstrahlung im Schatten reduziert, aber sicher ist man dort nicht. Im Gegenteil: Im Schatten – insbesondere im Schatten von Bäumen – kann die UV Strahlung durch Reflektion auf Wasser, Sand und Gebäuden oft ähnlich hohe Werte erreichen, wie im direkten Sonnenlicht. Schutz ist also immer von Nöten.
  3. Kleidung bietet keinen ausreichenden Sonnenschutz! Stoffe, wie Seide, Jersey und Nylon reduzieren die Sonnenstrahlung nur um circa 30%, dichtgewebte Baumwolle kann immerhin 70% abhalten, allerdings trägt kaum jemand im Sommer einen solch dicken und warmen Stoff. T-Shirts halten ungefähr 10-20% der gefährlichen Strahlung ab.

Gut, nun haben wir geklärt, was alles nicht hilft. Aber was hilft denn nun? Die Antwort ist ganz einfach: Sonnenschutzcreme, abgestimmt auf deinen Hauttyp. Es ist ratsam auf jeden Fall die Gebrauchsanweisung zu lesen, denn es gibt verschiedene Arten von Sonnenschutzcremes.

Na dann gute Nacht, Sonnenbrand... Photo: Lars Eggers

Herkömmliche Sonnenmilch muss mindestens 20 Minuten vor dem Sonnenbaden aufgetragen werden, damit überhaupt eine Wirkung einsetzen kann, denn das Mittel muss in die Haut einziehen und mit dem Körper reagieren. An den Strand zu fahren und sich dort einzureiben ist daher also nicht sinnvoll! Es gibt nun aber auch neue Sonnenschutzmittel, die nach eine anderem Prinzip funktionieren: Die Wirkstoffe ziehen nicht mehr in die Haut ein, sondern haften fest auf der Hautoberfläche und reflektieren auf diese Weise die Sonnenstrahlen. Dies ist vor allem für empfindliche Haut sehr ratsam, da die schädliche Strahlung gar nicht erst an die Haut gelangen kann. Außerdem wirken diese Schutzmittel sofort nach dem Auftragen. Allerdings ist auch höchste Sorgfalt beim Eincremen angesagt, da schon bei kleinen Lücken in dem Schutzfilm punktuelle Sonnenbrände auftreten können.

Alle weiteren Schutzmittel – vor allem die Vor- und Nachbereitungen des Sonnenbadens, also „Après Sun“ Lotionen und ähnliches sind mit Vorsicht zu genießen. Verlässliche Tests, die deren Wirksamkeit beweisen stehen derzeit noch aus, und Experten empfehlen sich von diesen fernzuhalten. Ausnahme: Der Solariumsbesuch. Dort können durch entsprechende Nachbereitung der Haut einige der Stoffe, die dem Sonnenbank-Licht fehlen, zugeführt werden.

Oh, und noch ein Wort zum Abschluss an alle männlichen Leser da draußen: Sonnenschutz ist auch für den größten Macho nötig. Zwar reagiert maskuline Haut aufgrund des männlichen Hormonhaushaltes tatsächlich etwas weniger empfindlich und ist im Schnitt nicht so anfällig für Sonnenbrand wie die der holden Weiblichkeit, aber dafür tragen alle Männer ein bis zu 20% höheres Hautkrebsrisiko mit sich. Sonnenschutz ist also Pflicht für alle.

In diesem Sinne: Viel Spaß mit Sommer, Sonne, Sonnenschein!

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