Buntes: „Im Dienst des Kaisers“ – Ausstellung im Landesmuseum

Am 24. August eröffnete das Trierer Landesmuseum seine neueste Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Mainzer Landesmuseum gestaltet wurde: „Im Dienst des Kaisers. Mainz – Stadt der römischen Legionen“. Die Ausstellung läuft bis zum 7. April und zeigt einige auch international bekannte Fundstücke.

Nachbildung einer römischen Rüstung

In Trier sind sie auch heute noch überall anzutreffen: die alten Römer. Kein Haus, keine Straße und keine Sandkastenburg kann gebaut werden, ohne beim Graben auf antike Fundstücke zu stoßen. Als sehr alte Stadt hat Trier ein Vorrecht auf seine Römer. Aber auch wenn Trier die älteste Stadt ist, war sie nicht die einzige von Römern erbaute. Mainz kann auf eine ebenso stolze, römische Vorgeschichte zurückblicken. Wenn auch unter blutigeren Gesichtspunkten, denn wo Trier Kaiserstadt war, mussten sich die Legionen in Mainz auf ein weiteres Vorrücken in den germanischen Raum vorbereiten.

Die Ausstellung im Landesmuseum zeigt einige, auch international bekannte und beachtete Fundstücke aus dem Mainzer Raum, die einem das Leben der Legionäre und dementsprechend auch die Entwicklungen für die Mainzer Bevölkerung nahe bringen sollen. Über die Zeit vom 1. Jahrhundert n.Chr. bis zu den Germaneneinfällen Mitte des 3. Jahrhunderts n.Chr. waren insgesamt neun Legionen in Mainz, oder wie es damals hieß, Mogontiacum, stationiert. Davon allein vier gleichzeitig im 1. Jahrhundert. Diese hinterließen natürlich ihre Spuren, besonders eindrucksvoll darunter die Grabsteine römischer Legionäre, die man direkt im ersten Ausstellungsraum bewundern kann und die symbolisch für ihre jeweiligen Legionen stehen.

Leider darf der Trierer Museumsgänger nur acht bewundern, da der neunte Grabstein, mit einem Vertreter der 13. Legion gerade an eine andere Ausstellung ausgeliehen ist. Doch das Landesmuseum wartet nicht nur mit den teils imposanten Steindenkmälern auf, in den weiteren Räumen zeigen rund 250 Exponate etwas über Waffen und generelle militärische Ausrüstung, aber auch über Aktivitäten der Legionäre in den ruhigen Zeiten des 2. und frühen 3. Jahrhunderts.

Trier und Mainz – zwei Städte mit römischer Vergangenheit

So trugen römische Legionäre dazu bei eine funktionierende Wasserversorgung, ein Aquädukt, in Mogontiacum zu errichten, dazu die strategisch wichtige Rheinbrücke. Sie waren entscheidend an der Entwicklung der zivilen Infrastruktur beteiligt. Natürlich spielte der Limes, der Grenzwall gegen den Einfall der Germanen dabei eine wichtige Rolle. Gegen Ende des 1. Jahrhunderts wird er schrittweise errichtet und sorgt dafür, dass Mainz sich zu einer reichen, friedlichen Metropole entwickeln kann.

Im 2. und frühen 3. Jahrhundert ist es die 22. Legion, die sogenannte Mainzer „Hauslegion“, die in Mainz stationiert ist, die auch Anteil nimmt am städtischen Geschehen und sogar Zeit für Hobbys findet. So sind Fundstücke, wie ein antikes Brettspiel, das auf einen Dachziegel gemalt wurde, medizinisches Besteck und Gefäße mit kostbarer, vergorener Fischsoße besonders anschaulich und lebensnah.

Improvisiertes Brettspiel

Mit dem Fall des Limes endet diese friedliche Periode. Der Rhein wurde eine natürliche Grenze, die von patrouillierenden Flotten bewacht wurde, sodass die Legionen aus Mainz abgerufen werden konnten. Die Bauten für die Legionäre wurden abgetragen und als Baumaterial für die neue Stadtmauer und weitere Bauten verwendet.

Exponate aus der Sammlung des Landesmuseum Mainz

Die Exponate stammen aus der Sammlung des Landesmuseum Mainz und wurden ergänzt mit Fundstücken aus der Landesarchäologie Mainz. Unter der Gesamtverantwortung von Dr. Marcus Reuter vom Landesmuseum Trier entwickelten die Projektleiter Mechthild Neyses-Eiden (RLM Trier) und Dr. Andrea Stockhammer (LM Mainz) die Ausstellung. Das wissenschaftliche Konzept unterlag Dr. Richard Bersch von ArchaeoTec Bassenheim, Dr. Birgit Heide und Dr. Ellen Riemer vom LM Mainz und Dr. Christian Miks vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz.

Eine Ausstellung Mainzer Fundstücke in Trier sollte nicht nur die beiden Städte miteinander vernetzen, sondern auch die Unterschiede zwischen den beiden Städten mit römischen Wurzeln aufzeigen. Während Trier vom zweiten Weltkrieg einigermaßen verschont blieb, war Mainz stark zerstört worden. Die Wiederaufbau-Arbeiten damals hatten viele Fundstücke zerstört, während die Römer immer ein Teil von Trier waren und auch heute noch sind.

Die Ausstellung ist zu sehen vom 24. August bis zum 7.April und kostet keinen zusätzlichen Eintritt sondern kann im Rahmen des normalen Eintrittspreises besichtigt werden.

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